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  • Sandra

Vitalpilze als Vitaminlieferanten im Napf?

Aktualisiert: 12. Feb. 2023

Heilpilze können nicht nur heilen und entgiften – sie sind auch eine wunderbare Nahrungsergänzung für Hunde


Tatsächlich fressen wilde Canide und eine Großzahl an Wildtieren in ihrer natürlichen Umgebung auch Pilze. Diese enthalten neben Proteinen, Ballaststoffen, Mikronährstoffen und Fettsäuren auch wichtige Vitamine. Besonders einige Pilze stechen mit ihren Vitamingehalten richtig deutlich hervor. Welche das sind und welche Vitamine sie genau enthalten, habe ich hier zusammengefasst.



Vitamine aus Pilzen

Folgende Vitamine sind in Vitalpilzen vorhanden:


  • B-Vitamine (B1, B2, B3, B5, B6, B7, B9 und B12)

  • Vitamin A

  • Vitamin C

  • Vitamin E

  • Vitamin K1

  • Egosterol – eine Vorstufe des Vitamin D


Einige Pilze stechen in ihren Gehalten besonders hervor. Hier ein paar Spitzenreiter in Sachen Vitamingehalt – mit diesen übertreffen sie jeweils deutlich ihre Pilzkollegen.

P steht hierbei für "im Pulver" und E für "im Extrakt nachgewiesen". Die Mengenangaben sind als µg Vitamin / pro 1 Gramm Pulver oder Extrakt zu lesen:

Champignon (P)

Vitamin B2 (44,44 µg), Vitamin B12 (5,0 µg) und Vitamin E (25 µg)

Coprinus (P)

Vitamin C (740 µg)

Cordyceps (E)

Ergosterol (4.600 µg)

Enoki (P)

Vitamin B1 (17 µg), Vitamin B3 (610 µg)

Hericium (E)

Vitamin B6 (424 µg)

Pleurotus (P)

Vitamin B5 (325 µg), Vitamin B7 (2 µg), Vitamin B9 (5 µg) und Vitamin K1 (2 µg)

Polyporus (P)

Vitamin A (372 µg)


Unterschiedliche Gehalte in Pulver und Extrakt

Nicht alle Pilze enthalten alle Vitamine gleichermaßen und der Gehalt variiert auch danach, ob das Pulver vom ganzen Pilz oder ein Extrakt untersucht wurde.

Der Reishi weist zum Beispiel im Extrakt nur einen Gehalt von 291 µg/g Ergosterol auf, während es sein Pulver auf 3.500 µg bringt.

Ebenso deutlich ist ebenfalls der Ergosterolgehalt beim Hericium verteilt: Er enthält satte 2.260 µg pro Gramm Pulver, während man im Extrakt nur 2,5 µg pro Gramm findet.

Die genannten Werte sind natürlich nur Durchschnittswerte und variieren je nach Produkt und Zuchtumgebung. Alle Werte sind übrigens dem Buch "Mykotherapie für Tiere" von Wanda May Pulver entnommen, in dem sich viele weitere Analyseergebnisse zu Wirkstoffgehalten nachschlagen lassen (1).


Trotz allem: Ein starkes Vitamin-Defizit bei einem Hund ist mit Vitalpilzen nicht zu kompensieren. Da die Heilpilze jedoch in den meisten Fällen als Dauergabe über Monate gegeben werden, kann man mit einem Pilzpulver sehr gut Hunde unterstützen, deren Mineral- und Vitaminspeicher einer Auffüllung bedarf.


Dürfen Hunde frische Pilze fressen?

Ja, Hunde dürfen alle Speisepilze fressen, die auch für Menschen geeignet und gut verträglich sind. Weiße und braune Champignons, der Shiitake sowie Seitlingsarten, wie der Austernpilz und der Kräuterseitling eignen sich zur Frischfütterung. Alle anderen Pilze wie Steinpilze, der Igelstachelbart (Hericium) oder Pfifferlinge etc. werden wahrscheinlich schon aufgrund der hohen Preise ausscheiden. Bittere, ledrige und sehr harte Pilze wie der Reishi, die Schmetterlingstramete oder der Chaga finden aufgrund dieser Eigenschaften auch eher selten in den Napf.


Die Menge – Wieviel Pilze darf man füttern?

Auch wenn Hunde grundsätzlich Pilze vertragen, sollten sie nicht die Hauptmenge im Futternapf ausmachen. Als Vitamin-, Nährstoff- und Ballaststoffspender können sie in kleinen Mengen frisch in den Napf gegeben werden (hier auf Akzeptanz prüfen und Menge langsam steigern).

Ab jetzt kannst Du also immer dann, wenn es mal wieder was mit Pilzen gibt, eins, zwei für Deinen Hund zurücklegen! Klein geschnippelt oder in Butter angebraten und über das Futter gegeben, werden die Pilze bestimmt nicht verschmäht!


Pilze in Hundefutter und Nahrungsergänzungen

Praktischer und als Vitaminlieferant kontinuierlicher einsetzbar ist jedoch Pilzpulver, das man als Nahrungsergänzung kaufen kann. Hier bitte auf absolut reine und geprüfte Qualität achten (schadstoffgeprüft und Agrolab-zertifiziert), da günstige Vitalpilzpulver unbekannter Herkunft und nicht kontrollierter Qualität eher schaden können als nutzen.

Nahrungsergänzungen mit Pilzen aus dem Zoogeschäft

Einige Futterhersteller mischen bereits Vitalpilzextrakt in ihre Futtermischungen. Häufig findet man hier den Shiitake sowie den Hericium als Pulver oder Granulat. Hierbei sollte man auf die zugesetzten Mengen achten, um nicht für winzige Beigaben ein Vielfaches an EUR mehr zu bezahlen. Leider ist in einer solchen Mischung auch die Herkunft der Vitalpilze kaum nachvollziehbar, sodass ich Vitalpilze lieber separat oder eben als Futterergänzung frische Pilze in den Napf gebe.


Vorteile, Einschränkungen und Nebenwirkungen

Hunde beziehen den Großteil ihres Vitaminbedarfs aus Innereien, wenn sie denn mit frischer Nahrung (BARF, Roh- oder Frischfütterung und Kochrationen) versorgt werden. Da bei einem erhöhtem Bedarf jedoch nicht einfach der Innereienanteil erhöht werden kann (Gefahr der Hypervitaminisierung, Durchfall bei zu viel Leber etc.), können Pilze mit ihren Vitaminen hier sehr gut ergänzen. Als alleinige Vitaminlieferanten eignen sie sich jedoch nicht, dazu ist die verfütterte Menge zu gering.

Nichtsdestotzotz: Tiere, die Trockenfutter und Nassfutter ohne künstliche Zusätze erhalten, profitieren von den vitaminreichen Vitalpilzen besonders.

Achtung!

Beim Menschen ist eine sogenannte Shiitake-Dermatitis bekannt. Diese Unverträglichkeit äußert sich in Hautrötungen, die Striemen bis streifenförmig auftritt. Bei Tieren ist dies noch nicht beobachtet worden, jedoch sollte vorsorglich auf Nebenwirkungen geachtet werden.


Und: Frische Pilze sollten gut zerkleinert dem Futter beigemischt werden, das macht sie leichter verdaulich.

Besonders empfindliche Tiere reagieren ggf. auf das Chitin der Pilze und können es nicht gut verdauen. Chitin ist das "Gerüst", sozusagen der Baustoff der Pilzkörper und ein guter Ballaststoff und Fettbinder. In diesen Fällen dann lieber keine Pilze zufüttern.



Quellen:

(1) Wanda May Pulfer: Mykotherapie für Tiere, Vitalpilze: Heilkraft, Wirkung und Anwendung, S. 169, Tabellenanhang

(2) Philip Rebensburg, Dr. med. Andreas Kappl: Gesund mit Heilpilzen, Immunsystem stärken, Krankheiten heilen und Beschwerden lindern, 2. Auflage 2021, S. 119


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