Angst und Stress bei Hunden
- Sandra
- 31. Dez. 2025
- 11 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 1. Feb.
Gelassenheit natürlich fördern: Wie Phytotherapie und Mykotherapie deinen Hund bei Angst und Stress unterstützen
In diesem Blogbeitrag erfährst du, wie Heilpflanzen und Vitalpilze gezielt dazu beitragen können, Angst- und Stresssymptome bei Hunden zu lindern. Du bekommst einen Einblick in die Wirkungsweise ausgewählter Pflanzen und Pilze, erhältst praxisnahe Tipps zur Anwendung und erfährst, wie eine individuelle, ganzheitliche Ernährungsberatung das Wohlbefinden deines Hundes nachhaltig unterstützen kann. So kannst du deinen Hund sicher und liebevoll durch belastende Situationen begleiten – mit möglichst schonender, natürlicher Unterstützung und dem Fokus auf Tierwohl und Verantwortung.

Wenn der Alltag zu viel wird: Angst und Stress beim Hund verstehen
Angst und Stress gehören zum Leben – auch für Hunde. Kurzfristige Anspannung ist normal und sogar wichtig, etwa wenn ein Hund in einer ungewohnten Situation schnell und angemessen reagieren muss. Problematisch wird es, wenn:
dein Hund dauerhaft angespannt wirkt
er stark auf Geräusche, Besucher oder Veränderungen reagiert
Verdauungsprobleme (z. B. Durchfall), Unruhe oder Appetitlosigkeit auftreten
er Situationen meidet oder eher „einfriert“, statt neugierig zu bleiben
Typische Auslöser sind zum Beispiel:
Silvester, Gewitter und andere laute Geräusche
Tierarztbesuche, Autofahrten, Umzüge
Alleinbleiben, Trennungssituationen
schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit (z. B. Tierschutzhund, unsichere Herkunft)
Im Körper laufen dabei typische Stressreaktionen ab:
Aktivierung des Nervensystems („Alarmmodus“)
Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin und Cortisol
steigende Herzfrequenz und Muskelanspannung
verminderte Verdauungsaktivität
vorrübergehend verminderte Fähigkeit, "klar" zu denken, Reaktionen laufen automatisch ab
Bleibt dieser Zustand über längere Zeit bestehen, kann das:
den Magen-Darm-Trakt belasten
das Darmmikrobiom aus dem Gleichgewicht bringen
das Immunsystem schwächen
Schlaf und Regeneration stören
Genau hier setzen Phytotherapie (Heilpflanzenkunde) und Mykotherapie (Anwendung von Vitalpilzen) an. Sie können den Organismus eines Hundes sehr effektiv dabei unterstützen, besser mit Belastungen umzugehen, Stressreaktionen abzufedern und innere Balance zu fördern – am besten eingebettet in ein ganzheitliches Konzept.
Phytotherapie: Heilpflanzen gezielt gegen Angst und Stress bei Hunden nutzen
Die Phytotherapie beim Hund nutzt Heilpflanzen, die beruhigende, nervenstärkende oder verdauungsregulierende Eigenschaften besitzen. Heilpflanzen sind wirksame Naturstoffe – deshalb sind sorgfältige Auswahl, passende Dosierung und eine gute Einbettung in das Gesamtbild deines Hundes entscheidend.
Wie wirken Heilpflanzen bei Stress?
Viele Heilpflanzen enthalten Inhaltsstoffe, die:
das Nervensystem beruhigen
die Stressverarbeitung im Gehirn unterstützen
die Schlafqualität verbessern können
den Magen-Darm-Trakt entlasten
die Muskulatur entspannen
Sie können helfen, die Stressbewältigung beim Hund auf natürliche Weise zu erleichtern und das Angstverhalten beim Hund sanft zu begleiten – ohne den Hund „auszuknipsen“.
Das sind die 4 wichtigsten Pflanzen bei innerer Unruhe
Einige klassische Heilpflanzen, die häufig in Präparaten zur natürlichen Beruhigung eingesetzt werden, sind:
Passionsblume (Passiflora incarnata): Wirkt entspannend und angstlösend, vor allem bei nervöser Unruhe und innerer Anspannung.
Baldrian (Valeriana officinalis): Wird traditionell bei innerer Unruhe und Einschlafstörungen verwendet. Bei manchen Hunden sorgt Baldrian eher für „geordnetes Runterfahren“ als für direkte Müdigkeit. Baldrian kann sowahl tagsüber als auch abends angewendet werden.
Melisse (Melissa officinalis): Wirkt sanft beruhigend und kann gleichzeitig den Magen-Darm-Trakt unterstützen – hilfreich, wenn sich Stress auf den Bauch schlägt.
Lavendel (Lavandula angustifolia): Bekannt für seine beruhigenden und angstlösenden Eigenschaften. Bei Hunden erfolgt die Anwendung meist über speziell abgestimmte Fertigpräparate.
Die passende Pflanze, Darreichungsform und Dosierung hängen von Körpergewicht, Gesundheitszustand, Alter, Begleitmedikation und der individuellen Reaktion deines Hundes ab. Eigenversuche ohne fundiertes Wissen können problematisch sein, daher ist eine fachkundige Begleitung durch einen Therapeuten immer sinnvoll.
Mykotherapie bei Angst: Vitalpilze für Hunde
Die Mykotherapie arbeitet mit sogenannten Vitalpilzen. Sie enthalten unter anderem:
Beta-Glucane zur Unterstützung des Immunsystems
Triterpene und weitere sekundäre Pflanzenstoffe
Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente
Viele Vitalpilze werden als adaptogen beschrieben. Das bedeutet, sie können dem Organismus helfen, sich besser an Stresssituationen anzupassen und innere Stabilität aufzubauen.
Wichtige Vitalpilze für Angst- und Stresshunde
Für Hunde mit Stress- und Angstthemen kommen häufig folgende Vitalpilze für Hunde in Frage:
Reishi (Ganoderma lucidum)
wird traditionell als „Pilz der Ruhe“ bezeichnet
kann das Nervensystem unterstützen
"immitiert" GABA (Gammaaminobuttersäure) - einen Neurotransmitter der dämpfend wirkt
wird häufig genutzt, um Schlafqualität und innere Ausgeglichenheit zu fördern
unterstützt zusätzlich Leberstoffwechsel und Entgiftungsprozesse
vitalisiert und tonisiert
Hericium (Hericium erinaceus, Igelstachelbart)
wirkt regulierend auf den Magen-Darm-Trakt
wird mit einer Unterstützung der Nervenfunktionen in Verbindung gebracht
kann sinnvoll sein, wenn Stress zu Magen-Darm-Beschwerden führt
perfekt für alle Hunde, die allgemein Probleme mit Bauchspeicheldrüse, Magen und Darm haben (nach Giardienbefall, bei IBD, Pankreasinsuffizienz, Pankreatitis usw.).
Cordyceps (Cordyceps sinensis)
wird gerne zur Stabilisierung der Stressresistenz und Leistungsfähigkeit eingesetzt
kann helfen, wenn Hunde zwischen Antriebslosigkeit und Überdrehtheit schwanken
verbessert die Regen
Die Auswahl des passenden Pilzes (oder besser einer Kombination) erfolgt idealerweise nach einer gründlichen Anamnese und unter Einbezug von Diagnosen, Blutwerten und Therapiezielen. So lässt sich die Mykotherapie bei ängstlichen und gestressten Hunden gezielt und verantwortungsvoll einsetzen.
Hundeernährung bei Stress: Warum der Darm eine Schlüsselrolle spielt
Eine angepasste Fütterung kann bei häufigem, nicht vermeidbarem Stress ein wichtiger Baustein, um Körper und Psyche leichter wieder zurück ins Gleichgewicht zu bringen.
Der Darm ist nämlich nicht nur für die Verdauung zuständig, sondern ebenso ein (wenn nicht DAS) zentrales Immunorgan und eng mit dem Gehirn über die sogenannte Darm-Hirn-Achse vernetzt. Viele wichtige Signalwege führen eher vom Darm zum Hirn als umgekehrt!
Chronischer Stress kann:
das Darmmikrobiom aus dem Gleichgewicht bringen
die Darmschleimhaut reizen
Durchfall, Blähungen und eine empfindliche Verdauung begünstigen.
Schonkost hilft erfahrungsgemäss in stressigen Phasen sehr gut, denn sie vermindert weitere Belastungen der Verdauungsorgane durch leicht verdauliche Bestandteile.
Es lohnt sich aber auch ganz allgemein, die Fütterung von stressanfälligen Hunden einmal genauer zu betrachten. Hierfür eignen sich beispielsweise Rationsanalysen.
Wichtige Aspekte einer stressgerechten Ernährung
Bei Hunden mit Angst- und Stressproblematik sind insbesondere folgende Punkte relevant:
Leicht verdauliche Rationen entlasten den Magen-Darm-Trakt und sichern die Nährstoffaufnahme.
Ausreichende Versorgung mit:
hochwertigen Proteinen (inkl. Tryptophan als Serotonin-Vorstufe)
B-Vitaminen
Magnesium
Omega-3-Fettsäuren
Darmaufbau und Schleimhautschutz zum Beispiel mit geeigneten Prä- und Probiotika sowie sanften Schleimhautschützern (z. B. Ulmenrinde, Flohsamenschalen), wenn sie individuell passen.
Regelmäßige Überprüfung des Nährstoffbedarfs und der Bedarfswerte, insbesondere bei selbst zubereiteten Rationen, BARF oder vegetarisch/veganen Konzepten.
Phytotherapie und Mykotherapie werden dann als pflanzliche Unterstützung für den Hund passend in den Futterplan integriert – nicht isoliert, sondern als Teil einer durchdachten Gesamtroutine.
Alltagstaugliche Teetipps: Trockenfutter mit Kräutertee einweichen
Für leicht gestresste Hunde, die im Magen/Darmbereich gelegentlich empfindlich auf Stress reagieren, können milde Heilpflanzen wie Kamille und Melisse unterstützend wirken – nicht als Dauermedikation, sondern kurweise und begleitend zur Fütterungsanpassung:
1. Kamillentee (Matricaria recutita)
Warum Kamille?
Kamille wirkt klassisch beruhigend auf Magen-Darm-Trakt und hat entzündungshemmende Eigenschaften. Sie kann helfen, eine gereizte Magenschleimhaut zu beruhigen und leichte Krämpfe im Darm zu lindern.
So kann man Kamillentee nutzen:
Tee zubereiten
1 Teebeutel oder 1 TL Kamillenblüten (Apothekenqualität) mit ca. 150–200 ml heißem Wasser übergießen.
5–8 Minuten abgedeckt ziehen lassen (Tropfwasser vom Deckel zurück in die Tasse gießen!) dann den Beutel/Blüten entfernen.
Abkühlen lassen!
Tee auf Zimmertemperatur oder leicht lauwarm abkühlen lassen – nichts Heißes über das Futter geben.
Trockenfutter einweichen
Eine kleine Menge des Tees (so viel, dass das Trockenfutter gut anquellen kann, aber nicht in Flüssigkeit schwimmt) über die normale Tagesration geben.
10–15 Minuten einweichen lassen, bis die Kroketten weich sind.
Gerade bei hastigen Fressern oder sensiblen Hunden ist eingeweichtes Futter oft besser verträglich.
Einsatzdauer:
z. B. für ein paar Tage in besonderen Stressphasen (Umzug, Besuch, Tierarzttermin)
nicht dauerhaft täglich einsetzen, sondern gezielt und zeitlich begrenzt.
Vorsicht:
Hunde mit bekannter Allergie auf Korbblütler (z. B. auf bestimmte Pollen oder Kamille) sollten keinen Kamillentee bekommen.
Bei anhaltendem Erbrechen, blutigem Durchfall, starkem Schmerz oder rascher Verschlechterung ersetzt Kamille niemals den Tierarztbesuch.
2. Melissentee (Melissa officinalis)
Warum Melisse?
Melisse wirkt mild beruhigend auf das Nervensystem und kann bei innerer Unruhe und leichter Nervosität unterstützend sein. Viele Hunde akzeptieren den Geschmack sehr gut, vor allem, wenn er mit dem gewohnten Futter kombiniert wird. Melisse wirkt zusätzlich entkrampfend - perfekt, wenn der Stress sich durch Magenkrämpfe, Koliken und Blähungen auf den Darm schlägt.
So kann man Melissentee einsetzen:
Tee zubereiten wie beim Kamillentee beschrieben
Einsatzdauer
gut geeignet als kleine Unterstützung in unruhigen Phasen über einige Tage
nicht als Dauerlösung gedacht, sondern als sanfte, zeitlich begrenzte Begleitung.
Vorsicht:
Bei Hunden mit komplexen Grunderkrankungen (z. B. schwere Stoffwechsel- oder Hormonstörungen) ist es sinnvoll, jede pflanzliche Unterstützung kurz mit der tierärztlichen Praxis abzusprechen.
Wenn der Hund den Geschmack deutlich ablehnt, nicht „hineinzwingen“, sondern alternative Maßnahmen wählen.
Natürliche Beruhigungsmittel für Hunde – sinnvoll, aber nie allein
Der Wunsch nach einem natürlichen Beruhigungsmittel für Hunde ist sehr verständlich, besonders wenn der eigene Hund unter Angst oder Stress leidet und chemische Beruhigungsmittel vermieden werden sollen.
Gleichzeitig ist es wichtig, einige Punkte im Blick zu behalten:
Heilpflanzen und Vitalpilze sind wirksame Naturstoffe und können auch Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen haben.
Nicht jedes Mittel passt zu jedem Hund; Vorerkrankungen und Medikamente müssen berücksichtigt werden.
Viele Pflanzen udn Pilze entfalten ihr volles Potentail erst nach einigen Tagen Anwendungsdauer.
Die Ursache von Angst und Stress (z. B. schmerzhafte Erkrankungen, traumatische Erfahrungen, fehlende Strukturen im Alltag, zu viel Aufregung, Stress durch Haltungsbedingungen) lässt sich nicht einfach „wegfüttern“. Hier anzusetzen ist der Schlüssel – Pflanzen und Pilze können aber unterstützend sehr wirksam sein und begleiten.
Ein verantwortungsvoller Ansatz kombiniert deshalb:
Gründliche Anamnese – Vorgeschichte, Haltung, Fütterung, Belastungssituationen, Blutwerte, bisherige Therapien.
Medizinische Abklärung durch Tierärzte – um Schmerzen, neurologische oder internistische Ursachen zu erkennen oder auszuschließen.
Verhaltenstraining– z. B. Desensibilisierung, Gegenkonditionierung, Alltagstraining, Unterstützung durch qualifizierte Hundetrainer:innen.
Phytotherapie und Mykotherapie – individuell ausgewählte Heilpflanzen und Vitalpilze, die das Nervensystem und die Stressverarbeitung unterstützen – richtig gewählt und zusammengestellt in passender Dosierung und mit korrekter Anwendungsdauer.
Optimierte Fütterung bei Stress – passend zu Stoffwechsel, Darmgesundheit und Therapiezielen, mit Blick auf Nährstoffbedarf und Futterverträglichkeit.
So werden natürliche Beruhigungsmittel für Hunde zu einem effetiven Baustein in einem ganzheitlichen Konzept – nicht zu einer schnellen, isolierten Lösung.
Praxisnah: Wie der Einsatz von Heilpflanzen und Vitalpilzen aussehen kann
Damit der Einsatz von Phytotherapie und Mykotherapie im Alltag greifbarer wird, folgt ein möglicher Ablauf im Rahmen einer ganzheitlichen Ernährungs- und Therapieplanung.
1. Erstgespräch und Anamnese
Erfassung der konkreten Angst- und Stresssituationen (z. B. Geräuschangst, Trennungsstress, Tierarztbesuche)
Analyse der aktuellen Fütterung, Ration, Futterergänzungen
Sichtung vorhandener Diagnosen, Laborbefunde (z. B. Blutwerte) und bisheriger Maßnahmen
2. Therapieziele festlegen
zum Beispiel: „Silvester besser bewältigen“, „mehr Entspannung im Alltag“, „keine Durchfälle mehr in Stressphasen“, „ruhigeres Schlafverhalten“.
Klare Ziele erleichtern später die Einschätzung, ob Maßnahmen wirklich helfen!
3. Individueller Futter- und Darreichungsplan
Anpassung der Ration an Gewicht, Aktivität, Gesundheitszustand und Nährstoffbedarf
Auswahl geeigneter Futterergänzungen und Supplements
Berücksichtigung von Magen-Darm-Empfindlichkeiten, Unverträglichkeiten und Darmaufbau
4. Auswahl geeigneter Heilpflanzen
z. B. Kombination aus Passionsblume, Melisse und weiteren nervenstärkenden Pflanzen – abhängig vom Typ und Bedarf deines Hundes
Wahl der passenden Form (Fertigpräparat, Tropfen, Tabletten, Kapseln)
Einschleichen in niedriger Dosierung, Beobachtung von Verhalten, Verdauung und Allgemeinbefinden
5. Auswahl und Dosierung passender Vitalpilze (Mykotherapie)
Anpassung der jeweiligen Vitalpilze, sowie der Menge an das Gewicht, den Gesundheitszustand und die individuelle Reaktion des Hundes
Die Gabe erfolgt langsam und schrittweise durch das sogenannte "Einschleichen"
6. Begleitung und regelmäßige Anpassung
Dokumentation von Veränderungen im Angstverhalten, Schlaf, Verdauung und Gesamtverhalten
Anpassung von Futter, Heilpflanzen und Vitalpilzen, wenn sich der Zustand verbessert oder neue Themen hinzukommen
bei Bedarf Rücksprache mit Tierärzten, vor allem bei neuen Diagnosen oder Medikamenten
So wird aus Phytotherapie und Mykotherapie sowie einer bedarfsgerechten Ernährung ein nachvollziehbares, langfristig tragfähiges Konzept zur Unterstützung bei Angst und Stress.
Sicherheit geht vor: Wann tierärztliche Hilfe unverzichtbar ist
Auch mit einem Fokus auf Naturheilkunde und ganzheitliche Tiergesundheit gibt es Grenzen Begleitung mit Pflanzen und Vitalpilzen. Tierärztliche Hilfe ist unbedingt nötig, wenn:
dein Hund plötzlich sehr stark ängstlich, apathisch oder aggressiv wirkt
Krampfanfälle, Kollaps, starke Unruhe oder Desorientierung auftreten
Erbrechen, blutiger Durchfall oder anhaltende Verdauungsprobleme hinzukommen
dein Hund bereits Medikamente bekommt (z. B. Schmerzmittel, Herzmedikamente, usw.)
eine bekannte Leber- oder Nierenerkrankung vorliegt
deine Hündin trächtig ist oder säugt
der Hund sich und andere in Gefahr bringt
Bitte beachten: Heilpflanzen und Vitalpilze können Wechselwirkungen mit Medikamenten haben. Eine seriöse Beratung bezieht tierärztliche Diagnostik und Therapieentscheidungen immer mit ein.
Wie eine ganzheitliche Ernährungsberatung dich und deinen Hund unterstützen kann
Viele Hundehalter spüren, dass ihr Hund „irgendwie nicht in seiner Mitte“ ist: ständig angespannt, schnell gestresst, vielleicht mit wiederkehrenden Magen-Darm-Problemen oder unruhigem Schlaf. Gleichzeitig ist der Informationsdschungel rund um Stressbewältigung bei Hunden, BARF, Fertigfutter, Supplemente und alternative Methoden und Produkten schwer zu überblicken.
Ich biete eine fundierte, individuelle Ernährungsberatung mit Fokus auf:
Darmgesundheit und Darmaufbau
bedarfsdeckende, individuelle Futterpläne
sinnvolle Futterergänzungen
gezielten Einsatz von Phytotherapie und Mykotherapie bei Angst und Stress
und kann dir helfen, Struktur in dieses komplexe Thema zu bringen. Melde dich gerne bei mir, wenn dich das Thema näher interessiert.
EXKURS: Das passiert bei Angst im Körper deines Hundes
Angst, Stress und Furcht gehören zum Leben aber die Begriffe werden im Alltag oft durcheinandergeworfen, meinen fachlich aber nicht dasselbe. Furcht beschreibt die Reaktion auf eine ganz konkrete, akute Gefahr, während Angst eher mit vagen oder zukünftigen Bedrohungen zu tun hat, die im Kopf entstehen. Stress ist schließlich die körperliche und seelische Aktivierung, die dabei – und in vielen anderen Situationen – ausgelöst wird.
Es ist sehr interessant zu verstehen, was bei Angst im Körper des Hundes passiert – so kann man seine Reaktionen besser einorden und ihm ggf. auch besser helfen und unterstützen. Schauen wir deshalb noch einmal genauer hin:
Wenn ein Hund Angst erlebt, läuft in seinem Körper ein sehr ähnliches Programm ab wie bei uns Menschen. Alles beginnt damit, dass ein möglicher Auslöser – ein Geräusch, ein Geruch, ein Gegenstand, eine Bewegung – über die Sinne aufgenommen und ins Gehirn weitergeleitet wird. Dort landen diese Informationen zunächst in einer Art „Verteilerzentrale“, die man sich wie einen Umschlagplatz vorstellen kann: Von hier aus werden die Reize in verschiedene Bereiche des Gehirns geschickt.
Ein Teil der Informationen geht auf eine schnelle, grobe Spur direkt zu einem Kerngebiet, der Amygdala. Sie ist so etwas wie die Alarmanlage des Gehirns. Ihre Aufgabe ist nicht, lange nachzudenken, sondern in Millisekunden zu entscheiden: „Könnte das gefährlich sein?“ Fällt diese erste Prüfung kritisch aus, drückt die Amygdala sofort auf den Alarmknopf. Dieser Alarm erreicht den Hypothalamus – die Schaltstelle zwischen Gehirn und Körper –, der das Notfallprogramm startet. Das autonome Nervensystem wird hochgefahren, insbesondere der Sympathikus, also der „Gashebel“ des Körpers. Über Nerven und das Nebennierenmark (die sogenannte HHN-Achse) werden Stresshormone wie Adrenalin und Noradrenalin freigesetzt.
Diese Stoffe verändern den Hund innerhalb von Sekunden: Das Herz schlägt schneller, die Atmung wird flacher und schneller, die Muskulatur spannt sich an, Pupillen werden weiter, das Fell kann sich aufstellen. Gleichzeitig werden „unwichtige“ Funktionen wie Verdauung und feine Motorik heruntergefahren – jetzt zählt vor allem: Flucht, Kampf oder Erstarren. Dass ängstliche Hunde hecheln, zittern, plötzlich schuppige Haut zeigen, häufiger urinieren oder zu Durchfall neigen, ist direkte Folge dieser körperlichen Alarmreaktion.
Parallel zur schnellen Alarmspur läuft eine zweite, langsamere Spur: Andere Hirnareale, vor allem Großhirnrinde und Hippocampus, bekommen dieselben Sinnesreize in besserer „Auflösung“. Dort wird genauer geprüft: „Was habe ich da wirklich gesehen oder gehört? Kenne ich das schon? Passt das in diesen Zusammenhang?“ Diese Bereiche vergleichen die aktuelle Situation mit bisherigen Erfahrungen und lernen dabei ständig dazu. Wird die Lage als harmlos bewertet, können sie die Amygdala bremsen – der Alarm fährt wieder herunter, der Parasympathikus (die „Bremse“ des Nervensystems) gewinnt die Oberhand, Herzschlag und Atmung beruhigen sich, die Verdauung läuft wieder an.
Hält die Bedrohung aber an oder gibt es immer neue Auslöser, wird zusätzlich eine langsamere hormonelle Stressachse aktiviert, an deren Ende das Hormon Kortisol steht. Kortisol sorgt dafür, dass der Körper über längere Zeit leistungsfähig bleibt: Energiereserven werden mobilisiert, Blutdruck und Blutzucker steigen, Entzündungsreaktionen werden vorübergehend gedämpft. Kurzfristig ist das sinnvoll, auf Dauer kann es jedoch Darm, Immunsystem und auch das Gehirn belasten.
Wird dieses Angstsystem beim Hund sehr häufig oder sehr lange aktiviert – etwa bei dauerhafter Unsicherheit im Alltag, fehlenden Rückzugsmöglichkeiten oder ungelösten Konflikten –, kann sich das Gehirn verändern. Die Amygdala reagiert dann immer sensibler, der „Alarm“ springt schneller an und geht langsamer wieder aus. Gleichzeitig fällt es den Bereichen, die für Einordnung und Beruhigung zuständig sind, schwerer, gegenzusteuern. Für den Alltag bedeutet das: Der Hund erschrickt häufiger, vermeidet mehr Situationen, wirkt dauerhaft angespannt, zeigt öfter Magen-Darm-Probleme oder entwickelt Verhaltensmuster, die auf den ersten Blick „eigenwillig“ wirken, physiologisch aber Ausdruck eines überlasteten Angst- und Stresssystems sind.
Wenn man diese Abläufe versteht, erkennt man was Angst wirklich ist: ein biologisch sinnvolles Schutzprogramm, das bei manchen Hunden zu stark, zu häufig oder im falschen Moment anspringt. Genau dort setzen dann sinnvolle Unterstützung, Training und eine angepasste Umgebung an.
Was ist mit Positivem Stress? Kann auch Eustress ungesund sein?
Spannend ist: Auch scheinbar „guter“ Stress – also der sogenannte Eustress, etwa bei sportlichen Aktivitäten, aufregenden Spielen oder jagdlich motivierten Beschäftigungen – nutzt im Körper im Grunde die gleichen Mechanismen wie Angst und Distress. Auch hier werden Sympathikus, Adrenalin, Noradrenalin und bei längerer Belastung die Kortisolachse aktiviert, um den Hund leistungsfähig zu machen. Kurzfristig ist das völlig in Ordnung und sogar wichtig: Der Körper wird gefordert, Muskeln, Herz-Kreislauf-System und Gehirn bekommen Training, viele Hunde wirken dabei hochmotiviert und „glücklich aufgedreht“.
Auch bei "positivem Stress" werden Sympathikus, Adrenalin, Noradrenalin und bei längerer Belastung die Kortisolachse aktiviert, um den Hund leistungsfähig zu machen.
Problematisch wird es dann, wenn dieser Eustress dauerhaft ist und echte Erholungsphasen fehlen. Bleibt der Organismus ständig im „An“-Modus – weil der Hund den ganzen Tag bespaßt, gefordert, aufgeregt oder innerlich in Erwartung der nächsten Action ist –, kommt das Nervensystem kaum noch in die tiefe Regeneration.
Parasympathische Prozesse, die für Ruhe, Verdauung, Gewebeaufbau und Immunsystem zuständig sind, bekommen zu wenig Raum. Die Stressachsen laufen chronisch auf einem zu hohen Grundniveau, die Kortisolspiegel sinken zwischen den Belastungsspitzen nicht mehr ausreichend ab. Langfristig kann das ähnliche Folgen haben wie „klassischer“ negativer Stress: ein empfindlicher Magen-Darm-Trakt, Infektanfälligkeit, Muskelverspannungen, Schlaf- und Erholungsstörungen, erhöhte Reizbarkeit oder eine geringe Frustrationstoleranz.
Für die Praxis heißt das: Nicht nur Angst und Überforderung, sondern auch „zu viel des Guten“ können das Stresssystem eines Hundes überlasten. Auf den ersten Blick wirkt ein solcher Hund vielleicht „immer fröhlich dabei“, „dauernd unter Strom“ oder „arbeitswillig ohne Ende“. Physiologisch betrachtet steckt dahinter aber oft ein Organismus, der kaum noch echte Pausen erlebt. Entscheidend ist deshalb nicht nur, ob ein Reiz positiv oder negativ erlebt wird, sondern ob auf Phasen der Aktivierung konsequent Phasen der wirklichen Entspannung folgen, in denen sich Körper und Nervensystem erholen können. Deshalb sind Ruhephasen, Ruhezonen und entspanntes Nichtstun lebensnotwendig für jeden Hund.




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