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Krankheitskeime im BARF-Fleisch

  • Autorenbild: Sandra Orkunt
    Sandra Orkunt
  • 24. Feb. 2023
  • 10 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 17. Juli

Welche Risiken birgt rohes Fleisch?

Die Keimbelastung von rohem Fleisch ist beim Barfen ein wichtiges Thema. Rohes Fleisch kann Mikroorganismen enthalten, die für Hunde und Menschen gesundheitlich relevant werden können. Das bedeutet nicht automatisch, dass jede Rohfütterung zu einer Infektion führt. Entscheidend sind unter anderem die Art und Menge der Erreger, der hygienische Umgang mit dem Fleisch sowie die gesundheitliche Verfassung des Hundes.

Dieser Beitrag soll Ihnen dabei helfen, besser zu verstehen, welche Krankheitserreger in rohem Fleisch vorkommen können, unter welchen Bedingungen sie problematisch werden und wie Sie das Infektionsrisiko durch geeignete Hygienemaßnahmen reduzieren können.


Hand mit blauem Handschuh hält eine Petrischale mit einer Bakterienkultur
Bakterien können als potenzielle Krankheitserreger in rohem BARF-Fleisch vorkommen.

Kann rohes Fleisch die Gesundheit Ihres Hundes gefährden?

Ja, rohes Fleisch kann Krankheitserreger enthalten und damit ein gesundheitliches Risiko darstellen – sowohl für den Hund als auch für Menschen, die das Futter verarbeiten oder mit dem Tier in engem Kontakt stehen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist beispielsweise darauf hin, dass sich Hunde und Katzen durch rohes Fleisch oder Schlachtabfälle mit Salmonellen infizieren können. Auch für Menschen kann eine indirekte Übertragung über Hände, Arbeitsflächen, Näpfe oder Ausscheidungen relevant sein.

Allerdings sind nicht alle Mikroorganismen automatisch Krankheitserreger. Viele Bakterien sind harmlos oder gehören sogar zur normalen Umwelt- und Darmflora. Als pathogen bezeichnet man Erreger, die grundsätzlich Krankheiten auslösen können. Ob es tatsächlich zu einer Erkrankung kommt, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab.

Dazu gehören beispielsweise:

  • die Art des Erregers,

  • die aufgenommene Keimmenge,

  • die Widerstandsfähigkeit des Hundes,

  • mögliche Vorerkrankungen,

  • das Alter des Tieres,

  • die Lagerung und Verarbeitung des Futters.


Rohes Fleisch ist grundsätzlich nicht keimfrei. Bereits beim Schlacht- und Zerlegeprozess können Fleisch und Innereien mit Mikroorganismen in Kontakt kommen. Je mehr potenziell krankmachende Erreger auf oder im Fleisch vorhanden sind, desto höher ist die sogenannte Keimlast.

Dabei bietet auch die Herkunft allein keine vollständige Sicherheit. Keime können sowohl in Fleisch aus dem Supermarkt als auch in Produkten vom Metzger, vom landwirtschaftlichen Direktvermarkter oder aus einem BARF-Shop vorkommen. Auch die Bezeichnung „Lebensmittelqualität“ bedeutet nicht, dass ein Produkt frei von Krankheitserregern ist. Sie sagt vielmehr etwas über die gesetzlichen Anforderungen an Herstellung, Kontrolle und Vermarktung aus.


Welche Krankheitskeime können im BARF-Fleisch vorkommen?

Bei rohem Fleisch und anderen ungegarten tierischen Lebensmitteln sind vor allem drei Gruppen von Erregern relevant:


Bakterien

Bakterien gehören zu den am häufigsten diskutierten Risiken bei rohem Heimtierfutter. Zu den möglichen Erregern zählen unter anderem:

  • Salmonellen,

  • Campylobacter,

  • bestimmte krankmachende Stämme von Escherichia coli,

  • Listerien,

  • Yersinien,

  • Clostridien.


Untersuchungen und behördliche Bewertungen zeigen, dass rohe fleischbasierte Futtermittel mit zoonotischen Bakterien belastet sein können. Diese Erreger können sowohl den Hund selbst als auch Menschen gefährden, die mit dem Futter, dem Napf oder den Ausscheidungen des Hundes in Kontakt kommen.


Clostridien

Clostridien sind eine große Gruppe von Bakterien, zu der sehr unterschiedliche Arten gehören. Einige davon können Giftstoffe bilden. Dazu zählen beispielsweise Enterotoxine, die den Darm schädigen können, oder Neurotoxine, die das Nervensystem beeinträchtigen.


Campylobacter

Campylobacter-Arten können Durchfallerkrankungen auslösen. Die Abkürzung spp. bedeutet, dass mehrere Arten innerhalb einer Gattung gemeint sind. Campylobacter kann unter anderem auf rohem Geflügelfleisch vorkommen und ist auch als Zoonoseerreger von Bedeutung.


Escherichia coli

Escherichia coli gehört grundsätzlich zur normalen Darmflora von Menschen und vielen Tieren. Bestimmte Stämme können jedoch schwere Erkrankungen verursachen.

Dazu gehören beispielsweise STEC und EHEC. Diese Bakterien kommen unter anderem im Darm von Wiederkäuern wie Rindern, Schafen und Ziegen vor. Die Tiere selbst zeigen häufig keine Krankheitsanzeichen, können die Erreger aber über den Kot ausscheiden. Beim Schlacht- und Verarbeitungsprozess kann es dadurch zu einer Verunreinigung des Fleisches kommen.


Listerien

Listerien sind stäbchenförmige Bakterien, die in der Umwelt weit verbreitet sind. Besonders bedeutsam ist Listeria monocytogenes. Der Erreger kann in rohen Lebensmitteln vorkommen und sich auch bei Kühlschranktemperaturen vermehren. Das macht ihn aus hygienischer Sicht besonders relevant.


Salmonellen

Salmonellen können unter anderem in rohem Fleisch, Geflügel, getrockneten Kauartikeln und anderen tierischen Produkten vorkommen. Hunde können nach einer Infektion erkranken, aber auch ohne erkennbare Symptome Erreger ausscheiden. Dadurch kann eine mögliche Belastung für Menschen im selben Haushalt entstehen.


Yersinien

Zur Gattung Yersinia gehören verschiedene Arten. Für Lebensmittelinfektionen ist insbesondere Yersinia enterocolitica relevant.


Nicht nur rohes Fleisch kann Keime enthalten

Auch andere Lebensmittel und Futtermittel können mit Mikroorganismen belastet sein. Dazu gehören beispielsweise:

  • Rohmilchprodukte,

  • rohe Eier,

  • Gemüse und Salate,

  • getrocknete Kauartikel,

  • Trinkwasser,

  • Trocken- und Fertigfuttermittel.

Gemüse und Salate können unter anderem durch Erde, Bewässerungswasser oder organische Düngung verunreinigt werden. Auf Eierschalen können beispielsweise Campylobacter oder Salmonellen vorkommen. Auch getrocknete tierische Kauartikel sind nicht automatisch keimfrei.

Das Risiko einer Kontamination ist daher kein ausschließliches BARF-Problem. Bei rohem Fleisch entfällt jedoch ein entscheidender Sicherheitsschritt: die ausreichende Erhitzung.

Welche Rolle spielen Temperatur und Lagerung?

Die Temperatur beeinflusst vor allem, wie schnell sich Bakterien vermehren. Viele krankmachende Keime wachsen besonders gut in einem mittleren Temperaturbereich. Das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt für viele Bakterien einen kritischen Bereich zwischen etwa 10 und 60 °C. Deshalb sollte rohes Fleisch möglichst durchgehend gekühlt und nur für kurze Zeit bei Raumtemperatur verarbeitet werden.

Für den Kühlschrank gilt: Je niedriger die Temperatur, desto langsamer vermehren sich viele Bakterien. Eine Kühlung macht das Fleisch jedoch nicht keimfrei. Einige Erreger, darunter Listeria monocytogenes und bestimmte Yersinien, können sich auch bei niedrigen Temperaturen noch vermehren.


Tötet Einfrieren Bakterien im BARF-Fleisch ab?

Nein, nicht zuverlässig. Tiefkühlen und Kühlen sind keine Desinfektionsverfahren. Sie hemmen vor allem die Vermehrung vieler Mikroorganismen.

Wichtig: Tiefkühlen und Kühlen sind keine Desinfektionsverfahren. Sie hemmen vor allem die Vermehrung vieler Mikroorganismen.

Merke: Eine Lagerung im Kühlschrank schränkt die Vermehrung von Bakterien nur ein, sie werden dort nicht unschädlich gemacht!

Einfrieren kann die Zahl bestimmter Mikroorganismen reduzieren, darf aber nicht als verlässliche Methode zur Beseitigung bakterieller Krankheitserreger angesehen werden. Salmonellen, Listerien und verschiedene andere Bakterien können auch nach längerer Tiefkühllagerung noch nachweisbar und vermehrungsfähig sein.


Was bedeutet das praktisch?

Gefrorenes BARF-Fleisch sollte nach dem Auftauen hygienisch genauso behandelt werden wie frisches rohes Fleisch.

Das heißt:

  • Tauwasser nicht mit anderen Lebensmitteln in Kontakt bringen.

  • Hände, Messer, Bretter und Arbeitsflächen anschließend gründlich reinigen.

  • Aufgetautes Fleisch möglichst zügig verfüttern oder verarbeiten.

  • Einmal vollständig aufgetautes Fleisch nicht unnötig lange lagern.

  • Die Kühlkette auch nach dem Auftauen einhalten.


Kann Einfrieren Parasiten unschädlich machen?

Bei Parasiten ist die Situation differenzierter als bei Bakterien.

Bestimmte Parasitenstadien können durch ausreichend langes Tiefgefrieren inaktiviert werden. Wie sicher das funktioniert, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab:

  • Art des Parasiten,

  • Temperatur,

  • Dauer des Einfrierens,

  • Größe und Dicke des Fleischstücks,

  • tatsächliche Temperatur im Inneren des Produkts.

Es gibt daher keine einzige pauschale Regel, nach der jedes Fleisch nach einer bestimmten Zahl von Tagen sicher frei von infektiösen Parasiten ist. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit beschreibt das Einfrieren zwar als mögliche Maßnahme gegen bestimmte lebensmittelübertragene Parasiten, macht die Wirksamkeit aber ausdrücklich von Erreger und Verfahren abhängig.


Parasiten im rohen Fleisch

Zu den Parasiten, die im Zusammenhang mit rohem Fleisch eine Rolle spielen können, gehören beispielsweise:


Bandwürmer

Bestimmte Bandwürmer nutzen verschiedene Tierarten als Zwischenwirte. Infektiöse Larvenstadien können sich in Geweben und Organen befinden. Je nach Bandwurmart kann die Aufnahme von rohem oder unzureichend behandeltem Fleisch zur Infektion des Hundes führen.


Spulwürmer

Die Übertragung von Spulwürmern erfolgt häufig über Wurmeier aus der Umwelt, über Beutetiere oder über bestimmte Zwischenwirte.


Trichinen

Trichinen sind sehr kleine Fadenwürmer. Ihre Larven können sich in der Muskulatur bestimmter Tiere befinden. Die Ansteckung erfolgt durch die Aufnahme von rohem oder unzureichend erhitztem Fleisch, das infektiöse Larven enthält.

Die Trichinenuntersuchung gehört bei bestimmten Schlachttieren und Wildarten zur amtlichen Fleischuntersuchung. Sie verringert das Risiko, bietet aber keinen allgemeinen Nachweis für alle anderen Parasiten oder Krankheitserreger.


Einzellige Parasiten

Auch Einzeller können über rohes Fleisch übertragen werden. Dazu gehören beispielsweise Toxoplasma gondii und bestimmte Sarkosporidien.

Toxoplasma gondii kann in Geweben verschiedener Zwischenwirte vorkommen. Ob ein konkretes Fleisch ein relevantes Risiko darstellt, hängt unter anderem von Tierart, Herkunft, Haltung, Verarbeitung und Lagerung ab.


Wie erkennt man belastetes Fleisch?

In der Regel gar nicht.

Viele Krankheitserreger verändern weder Geruch noch Aussehen oder Geschmack des Fleisches. Eine Geruchsprobe reicht deshalb nicht aus, um die mikrobiologische Sicherheit zu beurteilen. Das gilt sowohl für Bakterien als auch für Viren und viele Parasiten. Das BfR weist ebenfalls darauf hin, dass verschiedene Erreger mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind und selbst bei unauffälligem Geruch vorhanden sein können.

Die amtliche Fleischuntersuchung kann bestimmte sichtbare Veränderungen und ausgewählte Parasiten erfassen. Sie bedeutet jedoch nicht, dass das Fleisch frei von sämtlichen Bakterien, Viren oder Parasiten ist.


Viren im rohen Fleisch

Viren verhalten sich grundsätzlich anders als Bakterien. Sie können sich nicht selbstständig in Lebensmitteln vermehren. Das bedeutet aber nicht, dass sie durch Lagerung im Kühlschrank oder Gefrierschrank automatisch unschädlich werden.

Kälte kann Viren im Gegenteil stabilisieren. Je nach Virus können sie in gekühltem oder gefrorenem Material über längere Zeit infektiös bleiben. Für eine sichere Inaktivierung sind jeweils geeignete Erhitzungs- oder Verarbeitungsverfahren erforderlich. Dabei gibt es keine allgemeingültige Temperatur, die für jedes Virus gleichermaßen ausreicht.


Das Aujeszky-Virus

Das Virus der Aujeszkyschen Krankheit wird heute als Suides Herpesvirus 1 beziehungsweise Pseudorabiesvirus bezeichnet. Schweine und Wildschweine sind die natürlichen Wirte. Deutschland gilt seit 2003 in der Hausschweinepopulation als frei von der Aujeszkyschen Krankheit. In deutschen Schwarzwildbeständen kommt das Virus jedoch weiterhin vor.

Für Hunde verläuft eine Infektion in aller Regel tödlich. Deshalb darf rohes Fleisch von Wildschweinen nicht an Hunde verfüttert werden. Auch rohes Fleisch von Schweinen unbekannter Herkunft ist ungeeignet.


Wann führen Krankheitskeime im BARF-Fleisch tatsächlich zu einer Infektion?

Der Kontakt mit einem Krankheitserreger führt nicht zwangsläufig zu einer Erkrankung. Ob ein Hund nach der Aufnahme belasteten Fleisches Symptome entwickelt, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • der Art und den Eigenschaften des Erregers,

  • der aufgenommenen Keimmenge,

  • dem Alter und Allgemeinzustand des Hundes,

  • bestehenden Erkrankungen,

  • der Funktion des Immunsystems,

  • der Zusammensetzung und Stabilität der Darmflora.

Ein gesunder erwachsener Hund kann mit bestimmten mikrobiellen Belastungen möglicherweise besser umgehen als ein Welpe, ein sehr alter Hund oder ein Tier mit geschwächter Abwehr. Dennoch ist auch ein äußerlich gesunder Hund nicht automatisch vor einer Infektion geschützt.

Hinzu kommt: Hunde können einzelne Erreger aufnehmen und wieder ausscheiden, ohne selbst deutliche Krankheitsanzeichen zu zeigen. Dadurch können Keime über Kot, Speichel, Fell, Näpfe oder gemeinsam genutzte Flächen in die häusliche Umgebung gelangen. Das ist besonders relevant, wenn im Haushalt kleine Kinder, ältere Menschen, Schwangere oder Personen mit geschwächtem Immunsystem leben. Fachgesellschaften raten in solchen Haushalten von der Verfütterung roher tierischer Produkte ab.


Für welche Hunde ist rohes Fleisch (BARF) weniger geeignet?

Bei der Entscheidung für eine Rohfütterung sollte nicht nur gefragt werden, ob BARF grundsätzlich möglich ist. Ebenso wichtig ist die Frage, ob diese Fütterungsform zum konkreten Hund und zum Haushalt passt.

Besondere Vorsicht ist unter anderem sinnvoll bei:

  • immunschwache oder kranke Welpen

  • alten oder geschwächten Hunden,

  • Tieren mit Erkrankungen oder Behandlungen, die die Immunabwehr beeinträchtigen,

  • Hunden mit ausgeprägten Magen-Darm-Beschwerden,

  • Tieren, die Krankheitserreger möglicherweise nur unzureichend abwehren können.

Auch bei gesunden Hunden bleibt das Risiko einer Keimaufnahme bestehen. Die genannten Faktoren können jedoch beeinflussen, wie gut ein Tier damit zurechtkommt und wie schwer eine mögliche Erkrankung verläuft.

Leben besonders gefährdete Personen im Haushalt, sollte zusätzlich berücksichtigt werden, dass auch ein symptomloser Hund Krankheitserreger ausscheiden und in der Umgebung verteilen kann.


Krankheitskeime im BARF-Fleisch: So reduzieren Sie das Risiko

Die Rohfütterung lässt sich nicht keimfrei gestalten. Durch einen sorgfältigen Einkauf, eine durchgehende Kühlung und konsequente Küchenhygiene kann die Belastung jedoch begrenzt werden.


Fleisch sorgfältig auswählen

Beziehen Sie rohes Fleisch möglichst aus einer nachvollziehbaren und zuverlässigen Quelle. Ein seriöser Anbieter kann zwar keine Keimfreiheit garantieren, sollte aber hygienische Produktionsbedingungen, eine lückenlose Kühlkette und klare Angaben zu Herkunft und Lagerung sicherstellen.

Achten Sie auf:

  • unbeschädigte Verpackungen,

  • eine ausreichende Kühlung,

  • nachvollziehbare Produktinformationen,

  • einen zügigen Transport nach Hause,

  • eine Lagerung entsprechend den Herstellerangaben.

Die Bezeichnung „Lebensmittelqualität“ ist kein Beleg dafür, dass das Fleisch frei von Krankheitserregern ist. Sie ist dennoch nicht bedeutungslos, weil für Lebensmittel und Futtermittel unterschiedliche rechtliche Anforderungen gelten können.


Die Kühlkette einhalten

Rohes Fleisch sollte nach dem Einkauf oder der Lieferung möglichst schnell gekühlt oder tiefgefroren werden. Beim Transport sind Kühltaschen oder geeignete Kühlboxen sinnvoll.

Im Kühlschrank sollte das Fleisch so gelagert werden, dass austretende Flüssigkeit keine anderen Lebensmittel verunreinigen kann. Empfehlenswert ist ein geschlossener, auslaufsicherer Behälter im unteren, kühlen Bereich des Kühlschranks.


Fleisch im Kühlschrank auftauen

Tauen Sie BARF-Fleisch nicht über längere Zeit bei Raumtemperatur auf. Im Kühlschrank steigt die Temperatur langsamer an, wodurch sich viele Bakterien weniger schnell vermehren.

Das Fleisch sollte dabei in einem ausreichend großen, geschlossenen Behälter liegen. Auftauwasser kann Krankheitserreger enthalten und darf weder mit anderen Lebensmitteln noch mit Arbeitsflächen oder Küchenutensilien in Kontakt kommen.


Auftauwasser sicher entsorgen

Gießen Sie Auftauwasser vorsichtig ab und reinigen Sie anschließend den Behälter sowie alle betroffenen Flächen. Vermeiden Sie Spritzer, da Keime dadurch auf Spüle, Armaturen, Geschirr oder umliegende Lebensmittel gelangen können.


Rohes Fleisch nicht unnötig abwaschen

Das Abwaschen roher Fleischstücke unter fließendem Wasser ist keine zuverlässige Methode zur Keimreduzierung. Durch Spritzwasser können Bakterien vielmehr in der Küche verteilt werden.


Fleisch zügig verarbeiten

Bereiten Sie nur die Menge vor, die zeitnah benötigt wird. Lassen Sie rohes Fleisch nicht unnötig lange bei Raumtemperatur stehen. Besonders zerkleinertes Fleisch besitzt eine große Oberfläche, auf der sich Mikroorganismen leichter verteilen und unter günstigen Bedingungen vermehren können.


Küchenutensilien gründlich reinigen

Verwenden Sie für rohes Fleisch möglichst separate:

  • Schneidebretter,

  • Messer,

  • Behälter,

  • Löffel und Portionierhilfen.

Reinigen Sie diese nach jeder Verwendung gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel oder – sofern geeignet – in der Spülmaschine. Auch Arbeitsflächen, Spüle, Griffe und Armaturen sollten berücksichtigt werden, wenn sie während der Zubereitung berührt wurden.


Hände sorgfältig waschen

Waschen Sie Ihre Hände vor und nach der Verarbeitung des Futters gründlich mit Wasser und Seife. Denken Sie dabei auch an Bereiche zwischen den Fingern, die Fingerspitzen und die Daumen.

Bereiten Sie währenddessen keine Lebensmittel für Menschen zu. So lässt sich eine Kreuzkontamination leichter vermeiden.


Spültücher und Schwämme regelmäßig wechseln

Feuchte Spültücher und Schwämme bieten Mikroorganismen günstige Bedingungen. Verwenden Sie möglichst gut waschbare Tücher und wechseln Sie diese häufig. Einmalpapier kann bei der Beseitigung von Auftauwasser oder rohen Fleischresten sinnvoll sein.


Den Kühlschrank sauber halten

Kontrollieren Sie regelmäßig, ob Flüssigkeit ausgelaufen ist oder Fleischreste zurückgeblieben sind. Reinigen Sie betroffene Fächer und Behälter zeitnah.

Eine niedrige Kühlschranktemperatur bremst die Vermehrung vieler Bakterien, ersetzt aber keine Reinigung und tötet vorhandene Krankheitserreger nicht sicher ab.


Den Futternapf nach jeder Mahlzeit reinigen

Reste von rohem Fleisch sollten nicht über längere Zeit im Napf stehen bleiben. Entfernen Sie nicht gefressenes Futter zeitnah und reinigen Sie den Napf nach jeder Mahlzeit gründlich.

Spülmaschinengeeignete Näpfe aus glatten, gut zu reinigenden Materialien sind aus hygienischer Sicht praktisch. Auch die Unterlage und der Bereich rund um den Futterplatz sollten regelmäßig gesäubert werden.


Kontakt mit Gesicht und Händen begrenzen

Nach dem Fressen können sich Futterreste und Mikroorganismen im Bereich von Maul und Fell befinden. Besonders in Haushalten mit gefährdeten Personen sollte vermieden werden, dass der Hund unmittelbar nach der Mahlzeit Hände oder Gesicht ableckt.


Verpackungen und Abfälle sicher entsorgen

Leere Verpackungen, Einmalhandschuhe und mit Fleischsaft verunreinigtes Papier sollten direkt in einem geschlossenen Abfallbehälter entsorgt werden. Reinigen Sie anschließend alle Flächen, auf denen die Verpackung gelegen hat.


Was Sie aus diesem Beitrag mitnehmen können

Krankheitskeime im BARF-Fleisch sind ein reales, aber differenziert zu betrachtendes Thema. Entscheidend sind nicht nur die Herkunft und Frische des Fleisches, sondern der gesamte Weg vom Einkauf über die Lagerung und Verarbeitung bis zur Reinigung des Napfes.

Bei gesunden Hunden in einem Haushalt ohne besonders gefährdete Personen kann Rohfütterung unter sorgfältigen hygienischen Bedingungen möglich sein. Sie bleibt jedoch eine Fütterungsform, bei der der sonst übliche Sicherheitsschritt des Erhitzens bewusst entfällt. Deshalb sollten ihre Vorteile, Anforderungen und Risiken immer gemeinsam betrachtet werden.


Passt BARF zu Ihrem Hund und Ihrem Alltag?

Ob Rohfütterung für Ihren Hund geeignet ist, lässt sich nicht allein anhand einer allgemeinen BARF-Anleitung entscheiden. Alter, Erkrankungen, Verdauung, Nährstoffbedarf, Haushaltssituation und die praktische Umsetzung spielen dabei zusammen.

In meiner Ernährungsberatung unterstütze ich Sie dabei, eine bedarfsdeckende Fütterung zu entwickeln, die zu Ihrem Hund und zu Ihrem Alltag passt – roh, gekocht oder auf Basis eines geeigneten Fertigfutters.

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