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PLE – Protein-Verlust-Enteropathie beim Hund

Autorenbild: Sandra Orkunt
Sandra Orkunt
29. Mai 2023
9 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 3 Stunden

Das Eiweißverlustsyndrom PLE - eine seltene, aber schwere Erkrankung von Hunden

Die Protein-Verlust-Enteropathie (PVE) oder auch engl. PLE "Protein Losing Enteropathy" des Hundes ist eine ernste Erkrankung. In diesem Blogbeitrag werden wir uns detailliert mit den Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten beschäftigen. Wir werden auch einen Blick auf Präventionsmaßnahmen und die Rolle der Ernährung werfen.

Bei der PVE handelt es sich um eine Erkrankung des Darmtrakts, bei der Proteine aus dem Körper des Hundes verloren gehen. Die Symptome können von Durchfall und Erbrechen bis hin zu Gewichtsverlust und Dehydration sowie Ödemen reichen. Die Lebenserwartung von Hunden mit PLE ist leider oft vermindert. Muss das sein oder was kann man dagegen aktiv unternehmen? Die Fütterung ist bei der Behandlung und Begleitung des Hundes außerordentlich wichtig.

Kleiner Husky mit PLE am Futternapf
Bei schweren Erkrankungen sieht man oftmals nur noch Grau und ist voller Sorge, wie es mit seinem geliebten Hund weitergeht...

Was bedeutet eine Protein-Verlust-Enteropathie beim Hund?

Protein-Verlust-Enteropathie (PVE) oder PLE (engl. protein-losing enteropathy) ist keine einzelne Krankheit, sondern Folge verschiedener Prozesse wie Schleimhautschädigung, Entzündung, Infektion, Neoplasie oder gestörter Lymphfunktion; chronische Enteropathie und intestinale Lymphangiektasie sind zentrale Ursachen.

PLE kann jeden Hund betreffen, unabhängig von Rasse oder Alter. Es gibt jedoch bestimmte Hunderassen wie Soft Coated Wheaten Terrier, den Basenji und den Norwegischen Lundehund, die aufgrund ihrer genetischen Veranlagung anfälliger für eine PVE sind. Bei vielen Hunden wird die Krankheit erst recht spät diagnostiziert.


Ursachen von Protein-Verlust-Enteropathie

Es gibt verschiedene Faktoren, die zur Entstehung einer PVE beitragen können. Dazu gehören unter anderem:

  • Infektionen des Darms mit Bakterien oder Viren

  • parasitäre Infektionen wie eine Giardiose

  • Haken- und Peitschenwürmer

  • Leberinsuffizienz

  • Tumore

  • Lymphom

  • Herzinsuffizienz

  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Lebensmitteln oder Inhaltsstoffen im Futter

  • Futtermittelallergie

  • Verminderte Verdauungsleistung durch EPI - dadurch Darmüberlastung/Dysbiose

  • Genetische Disposition

  • Autoimmunerkrankung (gegen körpereigene Proteine / Darmschleimhaut / Mikrobiom)

  • Chronische Darmentzündung

Die Diagnose erfolgt im Ausschlussverfahren. Das heißt, es müssen nach und nach alle Faktoren überprüft und ausgeschlossen werden. Tumore und Geschwüre können nur endoskopisch sicher nachgewiesen werden.


Welche Symptome gibt es bei Hunden, die an Protein-Verlust-Enteropathie leiden?

Hunde, die an Protein-Verlust-Enteropathie leiden, können eine Vielzahl von Symptomen aufweisen. Ein häufiges Anzeichen ist Durchfall, der oft chronisch wird und trotz Behandlung nicht besser wird. Die Hunde verlieren Gewicht, erbrechen häufig und können an Appetitlosigkeit leiden. Ein weiteres Anzeichen ist das Auftreten von Ödemen, insbesondere im Kopf- und Halsbereich, Bauch und den Beinen. Darüber hinaus können Hunde, die an Protein-Verlust-Enteropathie leiden, lethargisch und schwach sein und sich allgemein unwohl fühlen. Kein Wunder, denn eine PVE, die aufgrund einer Darmentzündung entsteht, verursacht u. U. auch starke Schmerzen.

Es ist wichtig, die Symptome frühzeitig zu erkennen und einen Tierarzt aufzusuchen, um eine genaue Diagnose zu erhalten und eine geeignete Behandlung zu beginnen. Eine schnelle Diagnose kann dazu beitragen, das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen und dem Hund ein längeres Leben zu ermöglichen.


Wie wird eine PLE beim Hund diagnostiziert?

Um Protein-Verlust-Enteropathie beim Hund zu diagnostizieren, gibt es verschiedene Untersuchungsmethoden. Zunächst wird eine gründliche klinische Untersuchung durchgeführt, um den Zustand des Hundes zu beurteilen und mögliche Ursachen auszuschließen. Anschließend erfolgt eine Blutuntersuchung, bei der besonderes Augenmerk unter anderem auf den Gesamtproteingehalt im Blut sowie die Konzentration von Albumin und Globulin gelegt werden sollte.


Warum sind ausgerechnet die beiden Proteine Albumin und Globulin von Bedeutung?

Albumin und Globulin sind Proteine, die im Blutplasma von Hunden vorkommen und wichtig für die Aufrechterhaltung des osmotischen Drucks im Blutkreislauf sowie für die Regulation des Immunsystems sind. Im Falle einer PLE können sowohl Albumin als auch Globulin in erhöhter Menge aus dem Körper über den Darm verloren gehen. Im Blutbild sind die Werte dann deutlich erniedrigt.

Im Falle einer PLE können sowohl Albumin als auch Globulin in erhöhter Menge aus dem Körper über den Darm verloren gehen.

Albumin ist das am häufigsten vorkommende Protein im Blut und hat die Funktion, Flüssigkeit im Blutkreislauf zurückzuhalten und damit zur Aufrechterhaltung des Blutvolumens und des osmotischen Drucks beizutragen. Ein niedriger Albuminspiegel im Blut kann bei Hunden zu Ödemen, also Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe, führen, was häufig bei Hunden mit PLE beobachtet wird.

Globuline sind Proteine, die das Immunsystem unterstützen, indem sie Antikörper produzieren und Infektionen bekämpfen. Ein niedriger Globulinspiegel kann das Immunsystem des Hundes beeinträchtigen und ihn anfälliger für Infektionen machen.


Wenn bei einem Hund PLE diagnostiziert wird, ist es wichtig, den Albumin- und Globulinspiegel im Blut zu überwachen, um sicherzustellen, dass sie nicht zu stark vermindert sind.

Eine niedrige Konzentration dieser Proteine im Blutbild kann demnach auf eine Protein-Verlust-Enteropathie hinweisen.

Proteine können nicht nur über den Darm verloren gehen, sondern auch übermässig über die Nieren ausgeschieden werden. Um die genaue Ursache zu identifizieren, muss demnach auch eine Untersuchung der Nierenwerte und des Urins erfolgen.

Weiterhin muss eine Kotuntersuchung durchgeführt werden, um das Vorhandensein von Parasiten oder Bakterien auszuschließen, die ebenfalls Durchfälle und Schleimhautschädigungen verursachen können.

In einigen Fällen kann eine Biopsie des Dünndarms erforderlich sein, um das Ausmaß der Schädigung der Darmwand zu bestimmen und andere Erkrankungen wie Tumore auszuschließen. Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig, um die bestmögliche Behandlung für den Hund einzuleiten und Komplikationen zu vermeiden.


Welche Rolle spielt eine entzündliche Darmerkrankung bei der Entwicklung einer PLE?

Eine chronische Darmentzündung kann eine PLE begünstigen. Wenn die Darmschleimhaut über längere Zeit entzündet ist, verliert sie einen Teil ihrer normalen Schutz- und Aufnahmefunktion. Die Folge kann sein, dass nicht nur die Verdauung durch eine verminderte Nährstoffaufnahme gestört ist, sondern auch körpereigene Eiweiße über den Darm verloren gehen. Besonders wichtig ist dabei Albumin, weil ein deutlicher Albuminmangel zu Ödemen, Bauchwasser oder allgemeiner Schwäche führen kann.

Trotzdem entsteht eine PLE nicht automatisch durch eine IBD (Inflammatory Bowel Disease). Sie kann verschiedene Ursachen haben. Neben entzündlichen Darmerkrankungen spielen beim Hund vor allem Veränderungen der Darmlymphgefäße, also eine intestinale Lymphangiektasie, eine wichtige Rolle.

Hunde mit PLE können zusätzlich eine sogenannte intestinale Lymphangiektasie entwickeln oder bereits als Grunderkrankung mitbringen. Dabei sind die Lymphgefäße in der Darmschleimhaut erweitert und in ihrer Funktion gestört. Steigt der Druck in diesen Gefäßen, kann proteinreiche Lymphe in das Darmlumen austreten. Mit dieser Lymphe gehen nicht nur Eiweiße, sondern auch Lymphozyten, Fettbestandteile und weitere Nährstoffe verloren. Sinkt der Albumingehalt im Blut stark ab, können Ödeme oder Aszites entstehen. Deshalb ist die Fütterung von Fett bei Hunden mit PLE und Lymphangiektasie ein heikles Thema: Einerseits braucht der Hund Fett als Nährstoff, andererseits kann vor allem ein hoher Anteil langkettiger Fette das ohnehin belastete Darmlymphsystem zusätzlich beanspruchen.

Ebenso müssen Infektionen, Tumoren oder schwere Schleimhautschäden sorgfältig ausgeschlossen werden.

Deshalb ist bei Verdacht auf PLE eine genaue Einordnung wichtig: Liegt vor allem eine Entzündung vor? Ist das Lymphsystem des Darms beteiligt? Gibt es Hinweise auf andere Ursachen? Erst daraus ergibt sich, welche Fütterung und welche tierärztliche Behandlung sinnvoll sind.


Welche Behandlungsmethoden gibt es für Hunde mit PLE?

Sobald der Verdacht auf eine Protein-Verlust-Enteropathie besteht oder die Diagnose gestellt wurde, muss tierärztlich sorgfältig abgeklärt und meist zügig gehandelt werden. Entscheidend ist, die zugrunde liegende Ursache zu finden und gezielt zu behandeln: Dazu gehören je nach Befund zum Beispiel Parasitenbefall, Infektionen, entzündliche Darmerkrankungen, eine intestinale Lymphangiektasie, Tumorerkrankungen, Nierenerkrankungen oder auch Herzerkrankungen als Differenzialdiagnosen. In schweren Fällen kann eine unterstützende Infusionstherapie notwendig werden; bei ausgeprägtem Albuminmangel kann auch die Gabe von Albumin diskutiert werden. Je nach Ursache kommen außerdem entzündungshemmende oder immunsuppressive Medikamente zum Einsatz. Die Ernährung ist ein zentraler begleitender Bestandteil der Behandlung, ersetzt aber nicht die tierärztliche Abklärung und Therapie der Grunderkrankung.


Die passende Diätetik bei PLE

Die Ernährung spielt bei einer Protein-Verlust-Enteropathie eine äußerst wichtige begleitende Rolle. Ziel ist es, den Hund mit ausreichend hochwertigem, gut verdaulichem Protein zu versorgen und gleichzeitig den Darm so weit wie möglich zu entlasten. Besonders bei einer PLE mit intestinaler Lymphangiektasie ist der Fettgehalt der Ration entscheidend: Langkettige Fette aus der Nahrung werden im Darm zu Chylomikronen verpackt und über die Darmlymphgefäße abtransportiert. Ist dieses Lymphsystem erweitert oder geschädigt, kann eine fettreiche Fütterung den lymphatischen Druck erhöhen und den Proteinverlust über den Darm verstärken. Eine konsequent fettarme bis ultra-fettarme Diät kann deshalb helfen, das Darmlymphsystem zu entlasten und den Proteinverlust zu reduzieren. Gleichzeitig muss die Ration ausreichend Energie, hochverdauliches Protein sowie alle notwendigen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente liefern. Das ist bei einer stark fettlimitierten Ernährung nicht immer einfach, da insbesondere fettlösliche Vitamine und essentielle Fettsäuren schnell zu kurz kommen können. Auch eine sehr proteinreiche Fütterung sollte nicht unkritisch erfolgen, da Eiweißabbauprodukte wie Harnstoff und Ammoniak den Stoffwechsel zusätzlich belasten können.

Die Diätetik bei PLE gehört deshalb sorgfältig geplant und regelmäßig über Blutwerte und klinischen Verlauf kontrolliert. Viele handelsübliche „Light“- oder „Low-Fat“-Futter sind für ausgeprägte Fälle nicht automatisch fettarm genug; entscheidend ist immer die genaue Zusammensetzung der Gesamtration.


Zusammenstellung der Futterrationen

Die passende Ernährung eines Hundes mit diagnostizierter Protein-Losing-Enteropathie (PLE) ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung und Grundvoraussetzung für eine Genesung.

Bei PLE und Lymphangiektasie werden spezielle Diäten empfohlen, die leicht verdauliche Proteine enthalten, aber gleichzeitig sehr fettarm sind, um sicherzustellen, dass der Hund genügend Protein aus der Nahrung aufnimmt, um den Proteinverlust auszugleichen.


Leicht verdauliche Proteine liefern:

  • fettarmes Muskelfleisch vom Rind

  • fettarmes Hühnerfleisch und Pute (jeweils ohne Haut)

  • fettarme Fischsorten

  • hydrolysierte Proteine

  • fett- und laktosearme Milchprodukte

  • Umstellung auf bislang unbekannte Proteinquellen (Insektenprotein bspw.)

  • Eiweißisolate

  • Eier


Der Fettgehalt sollte mittels Berechnung im low - ultra-low-Fettbereich liegen und die

Rationen sehr individuell abgestimmt werden. Diese Diät muss konsequent über mehrere Wochen durchgeführt werden.


Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D in der Diät bei einer PLE

Omega-3-Fettsäuren als Entzündungshemmer

Omega-3-Fettsäuren, wie sie in Algenöl vorkommen, können bei der Behandlung von PLE eingesetzt werden. Omega-3-Fettsäuren sind wichtige Nährstoffe, die helfen, Entzündungen im Darm zu reduzieren und das Immunsystem zu regulieren.

Einige Studien haben gezeigt, dass die Supplementierung mit Omega-3-Fettsäuren wie DHA (Docosahexaensäure) und EPA (Eicosapentaensäure) bei Hunden mit PLE sehr vorteilhaft sein kann. DHA und EPA sind besonders wirksam bei der Verringerung von Entzündungen im Darm und bei der Unterstützung des Immunsystems. Sie können auch helfen, den Darm zu beruhigen und die Verdauungsfunktion zu verbessern.

Algenöl ist eine hervorragende Quelle für Omega-3-Fettsäuren und ist eine gute Option für Hunde mit PLE, die aufgrund ihrer Erkrankung keine allzu fettreichen Lebensmittel erhalten sollten. Es ist auch eine geeignete Option für Hunde, die allergisch auf Fischprodukte reagieren.

Es ist jedoch wichtig, die Dosierung von Algenöl und anderen Nahrungsergänzungsmitteln bei einer PLE mit einem Tierarzt oder Ernährungsberater abzustimmen. Eine Überdosierung von Omega-3-Fettsäuren oder anderen Nahrungsergänzungsmitteln kann negative Auswirkungen haben und zu gesundheitlichen Problemen führen.

Das Immunsystem mit Vitamin D unterstützen

Vitamin D hat eine wichtige Rolle bei der Behandlung von PLE bei Hunden. Es ist ein fettlösliches Vitamin, das für eine optimale Knochen- und Mineralstoffwechselgesundheit unerlässlich ist. Vitamin D ist auch wichtig bei der Regulierung von Entzündungsreaktionen, der Erhaltung eines gesunden Immunsystems und der Aufrechterhaltung der Integrität der Darmwand.

Hunde mit PLE leiden häufig unter einem erhöhten Verlust von Vitamin D aufgrund von Problemen mit der Aufnahme von Nährstoffen. Wenn das Tier nicht genug Vitamin D aufnimmt, kann es zu einer Störung des Mineralstoffwechsels bis hin zur Hämorrhagie kommen.

Um sicherzustellen, dass ein Hund mit PLE genügend Vitamin D erhält, kann es notwendig sein, dieses Vitamin über eine spezielle Diät oder Nahrungsergänzungsmittel zu verabreichen. Eine ausgewogene fettarme Diät kann den Bedarf des Hundes an Vitamin D teilweise decken, jedoch sind möglicherweise Ergänzungen erforderlich, insbesondere wenn der Hund unter Mangelerscheinungen leidet.

Es ist jedoch wichtig, die Dosierung und Art der Vitamin-D-Supplementierung mit einem Tierarzt oder einem Ernährungsberater für Tiere zu besprechen, da eine zu hohe Dosierung zu einer Hypervitaminose führen kann. Tierärzte können Bluttests durchführen, um den Vitamin-D-Spiegel zu messen.


Ernährungsumstellung

Sind alle anderen Auslöser der PLE identifiziert, eliminiert oder unter Behandlung muss eine Ernährungsumstellung die Gesundung des Darmsystem unterstützen. Hier kommt es auf eine gründliche Anamnese an, die genaue Beobachtung hinsichtlich Unverträglichkeiten (Führen eines Futtertagebuchs mit Eintragungen zu genauen Futtermenge, Befindlichkeit, Stressoren etc.) und vor allem auf einen langen Atem, da die Behandlung nicht Wochen sondern Monate in Anspruch nehmen wird. Langsames aber zielgerichtetes und diszipliniertees Vorgehen der Besitzer ist dabei mit ausschlaggebend für den Behandlungserfolg.

Dranbleiben und Durchhalten ist wichtig, denn ein geschädigter Darm benötigt zur Gesundung Zeit.

Ein zu schnelles Hinzufügen neuer Futterkopmoinenten oder gar radikale Umstellung sind unbedingt zu vermeiden! Eine kontinuirliche Überwachung der Blutwerte muss jedoch zwingend erfolgen.


Zusätzlich kann über eine Fellmineralanalyse der Versorgungszustand des Tieres langfristig beobachtet werden (chemische Analyse der tatsächlich aufgenommen Mineralien und Spurenelemente über das Fell, Analyseabstände halbjährlich).


Zusammenfassung PLE bei Hunden

Plasmaproteine gehen täglich durch den Niedergang der Zottenspitzen (Mausergewebe) verloren. Um den Verlust auszugleichen werden diese Eiweiße normalerweise resorbiert. Dieser Prozess kann durch eine sogenannte PLE oder Lymphangiektasie gestört sein:

Der Proteinverlust beschleunigt sich durch eine gestörte Schleimhautbarriere und eine veränderte intestinale Drainage der Lymphgefäße führt zum Rückfluss proteinreicher Lymphe in das Darmlumen. Außerdem gehen Eiweiße durch Blutungen verloren, wenn die Darmschleimhaut massiv geschädigt ist. In beiden Fällen entwickelt sich eine sogenannte Hypoproteinämie. Eine intestinale Lymphangiektasie kann als primäre Störung des Lymphsystems oder sekundär zu einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung auftreten. Schwere entzündliche Infiltrate und Lipogranulome können den Lymphabfluss behindern. Normalerweise transportieren die intestinalen Lymphgefäße aufgenommene Fette von den Enterozyten über den Ductus thoracicus in den venösen Kreislauf. Wenn der lympho-venöse Fluss beeinträchtigt ist, kommt es zu einer Aufblähung. Überdehnte Lymphgefäße reißen auf und geben Darmlymphe (die Proteine, Lymphozyten, Fett und Cholesterin enthält) in das Lumen ab. Bei einigen Patienten führen die Lymphdefekte zu Abdominalergüssen und subkutanen Chylusansammlungen.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass PLE eine ernste Erkrankung ist, die tierärztlich abgeklärt und konsequent begleitet werden muss. Die Ernährung ist dabei kein nebensächlicher Zusatz, sondern ein wichtiger Teil der Stabilisierung: Sie muss den Proteinverlust berücksichtigen, das Darmlymphsystem entlasten und gleichzeitig eine ausreichende Versorgung mit Energie, Vitaminen, Mineralstoffen und essenziellen Fettsäuren sicherstellen.


Wenn bei Ihrem Hund eine PLE diagnostiziert wurde oder der Verdacht darauf besteht, unterstütze ich Sie dabei, die vorhandenen Befunde und die aktuelle Fütterung einzuordnen. Gemeinsam prüfen wir, welche Anforderungen die Erkrankung an die Ration stellt, wo mögliche Risiken liegen und welche nächsten Schritte in der Fütterung sinnvoll und alltagstauglich sind.


napfnatura – nachvollziehbar füttern

Ernährungsberatung für Hunde

Sandra Orkunt


Ich begleite bei napfnatura Hunde mit gesundheitlichen Problemen und chronischen Erkrankungen. Im Mittelpunkt stehen Ernährung und die Einordnung komplexer Fütterungssituationen.



1 Kommentar

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HeiKa
03. Aug.
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Ich wünschte mein TA hätte die Erkrankung so erklärt - herzlichen Dank!

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