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  • Sandra

Die Knoblauchsrauke – Alliaria petiolata

Aktualisiert: 18. Juni 2022

Knoblauchdüfte in den Napf!


Der Trivialname der Alliaria, Knoblauchskraut, Lauchkraut, Knoblauchhederich, weist auf den knoblauchartigen Geruch hin, den die Pflanze beim Zerreiben ihrer Blätter verströmt.

Sie wächst überall in Europa und war früher eine genutzte Heilpflanze und auch als Küchenkraut im Einsatz.

Im Frühsommer sprießt sie nur so in deiner Umgebung und sie kann durchaus in den Napf deines Hundes wandern! Wieso und warum dies bislang nur wenige tun, liest du hier.


Familie: Kreuzblütengewächse (Brassicaceae)

Verwendete Teile: alle Teile, hauptsächlich jedoch die Blätter, Blüten und Samen

Vorkommen: An lichten Stellen in Parks, Gärten, Wegrändern, Stickstoffanzeiger (kommt häufig zusammen mit der Brennnessel am gleichen Standort vor)

Hauptanwendungsgebiete: traditionell als schleimlösendes, auswurfförderndes Mittel bei Asthma, Husten und Bronchialbeschwerden, zur Blutreinigung, wurmtreibend und wundsäubernd.


Knoblauchsrauke im April
Knoblauchsrauke in meinem Garten im April

Die Knoblauchsrauke ist trotz ihres Aromas, das im übrigen recht schnell verfliegt, nicht mit dem Knoblauch oder anderen Zwiebel-, bzw. Lauchgewächsen verwandt und kann sehr gut vom Frühling bis zum Herbst die Rationen unserer Hunde bereichern, da sie im Gegensatz zu Knoblauch sehr verträglich und absolut ungiftig ist.


Blühende Alliaria mit Samenansatz
Blühende Alliaria mit Samenansatz, aus denen im Herbst Schoten mit pfeffrigem Geschmack entstehen

Inhaltsstoffe und Heilwirkung der Allaria

Die Knoblauchrauke enthält u. a. Saponine, Knoblauchöl, ätherisches Öl, Senfölglykoside, blutdruckregulierende Glykoside, Vitamin A und C sowie Mineralstoffe.


Saponine

Diese chemischen Defensivstoffe der Pflanze sind verantwortlich für die auswurffördernde Wirkung der Pflanze. Sie verändern oder zerstören die Oberflächeneigenschaften von Membranen, sind oft bitter. So wirkt die Knoblauchrauke entzündungshemmend, stoffwechselanregend und harntreibend.

Saponine zeigen aber auch eine hämolytische Wirkung, d. h. sie lösen die roten Blutkörperchen auf, wenn sie in zu hohen Dosierungen verabreicht werden, weshalb man auch scheinbar harmlose Kräuter nie überdosieren sollte.


Senfölgykoside

Dies sind Scharfstoffe, die die Verdauungssaftproduktion anregen. Sie wirken auch magenstärkend und dienen als Karminativum (blähungswidrig, ähnliche Arzneidrogen mit ätherischen Ölen sind Anis, Fenchel, Kümmel, Koriander, Pfefferminzblätter, Kamillenblüten etc.). Senfölglycoside wirken stark antibiotisch.


Die Knoblauchsrauke erkennen und ernten

Die Pflanze erscheint zeitig im Jahr und bildet schon im März/April erste Blütenansätze. Je nach Standort sind die Blätter rundlich (dunklerer Standort) oder mehr oder weniger stark gezackt. Sie besitzt eine lange Pfahlwurzel und kann bis zu einem Meter hoch werden. Die herzförmig, rundlichen Blätter sitzen wechselständig an dem leicht vierkantigen Stiel. Dieser kann im Grundbereich ganz leicht behaart sein. Beim Zerreiben und Zerreißen der Blätter entsteht der bekannte, jedoch schwache Knoblauchgeruch.


Ab in den Napf!

Alle Teile der Knoblauchsrauke sollten nur frisch verwendet werden, da durch Trocknen die wertvollen Inhaltsstoffe verloren gehen. Eins, zwei frische Blätter im Garten pflücken und einfach mit der Schere klein schneiden und über das Futter geben – das war es schon! Wie alle Kräuter lässt sich auch die Alliaria einfrieren. Gut funktioniert dies in kleinen Eiswürfelförmchen oder man bereitet eine Art Pesto aus dem Kraut mit einigen zerkleinerten Nüssen und einem guten Pflanzenöl. Am besten gibt man Blätter, Blüten und zarte Stängel jedoch frisch den ganzen Sommer über immer mal wieder in den Napf!


Grünes pesto auf einem Löffel
Aus vielen Kräutern und Wildpflanzen läßt sich ein Hunde-Pesto herstellen


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