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Gänsefingerkraut für Hunde – Wirkung und Anwendung

  • Autorenbild: Sandra Orkunt
    Sandra Orkunt
  • vor 3 Tagen
  • 8 Min. Lesezeit

Argentina anserina (L.) Rydb. – vormals Potentilla anserina L.


Silberkraut für unruhige Hundebäuche

Das Gänsefingerkraut gehört zu den Heilpflanzen, die ich bei leichtem Durchfall und hörbar unruhigem Bauch tatsächlich gern verwende. Es wächst häufig direkt an Wegen, auf Wiesen und an Stellen, die regelmäßig betreten werden. Seine sonnengelben Blüten sind leicht zu entdecken – das silbrige Leuchten seiner Blattunterseiten zeigt sich dagegen oft erst, wenn Wind durch die niedrigen Pflanzen fährt.

Botanisch heißt das Gänsefingerkraut heute Argentina anserina. Vielen Pflanzenkundigen ist es noch unter seinem früheren Namen Potentilla anserina vertraut. Der alte Gattungsname passt ausgesprochen gut zu der kleinen, widerstandsfähigen Pflanze: Potentilla lässt sich sinngemäß als „die kleine Kräftige“ verstehen. Anser ist das lateinische Wort für Gans und verweist auf einen ihrer typischen Wuchsorte. Auf nährstoffreichen, verdichteten und häufig betretenen Böden fühlt sie sich besonders wohl – früher fand man sie deshalb oft auf Dorfplätzen, Wegrändern und Gänseweiden.

In der Pflanzenheilkunde wird das Kraut traditionell bei krampfartigen Beschwerden, leichten Durchfällen sowie entzündeten Schleimhäuten von Mund und Rachen verwendet. Für Hunde ist vor allem die Verbindung aus Gerbstoffen und traditionell beschriebener krampflösender Wirkung interessant: Das Gänsefingerkraut kann dort begleiten, wo der Darm nicht schwer erkrankt, aber gereizt und unruhig geworden ist.

Natürlich gehört nicht jeder Durchfall mit Kräutertee behandelt. Ein Hund mit starkem oder anhaltendem Durchfall, Blut im Kot, Fieber, wiederholtem Erbrechen, Schmerzen oder deutlicher Schwäche muss tierärztlich untersucht werden. Bei einem ansonsten munteren erwachsenen Hund mit einer leichten, vorübergehenden Verdauungsstörung kann das Gänsefingerkraut jedoch eine schöne und praktische Pflanze für die Hausapotheke sein.


Gänsefingerkraut erkennen und sammeln

Das Gänsefingerkraut gehört wie Rose, Apfel, Erdbeere und Hagebutte zur Familie der Rosengewächse. Es ist eine mehrjährige, niedrig wachsende Pflanze und bildet lange, kriechende Ausläufer. An deren Knoten entstehen neue Wurzeln und Blattrosetten. Auf diese Weise kann es sich auf geeigneten Flächen rasch ausbreiten und dichte Bestände bilden.

Entgegen seinem Namen besitzt es keine handförmig gefingerten Blätter. Seine länglichen Blätter sind gefiedert und bestehen aus zahlreichen paarweise angeordneten, gezähnten Teilblättchen. Besonders auffällig ist ihre dicht behaarte Unterseite. Sie schimmert weißlich bis silbern und hat der Pflanze den englischen Namen Silverweed, also Silberkraut, eingebracht.

Von Mai bis weit in den Sommer hinein erscheinen die einzeln stehenden, leuchtend gelben Blüten. Sie besitzen fünf Kronblätter und erinnern an kleine Erdbeerblüten – eine Ähnlichkeit, die ihre Zugehörigkeit zu den Rosengewächsen erkennen lässt.

Gesammelt wird das oberirdische Kraut, also vor allem Blätter und Blüten. Der günstigste Zeitpunkt liegt kurz vor oder während der Hauptblüte. Das Gänsefingerkraut kann frisch verwendet oder an einem luftigen, schattigen Ort getrocknet werden. Weil es gern auf betretenen Wegen, Weiden und nährstoffreichen Flächen wächst, sollte man beim Sammeln besonders auf Verunreinigungen durch Hundekot, Weidetiere, Straßenverkehr oder Pflanzenschutzmittel achten.


Freigestelltes Gänse-Fingerkraut mit 3 Blättern und einer Blüte

Gänsefingerkraut für Hunde: Gerbstoffe und krampflösende Tradition

Das Gänsefingerkraut gehört zu den gerbstoffreichen Pflanzen der heimischen Wiesen. Im getrockneten Kraut finden sich je nach Herkunft und Untersuchung etwa fünf bis zehn Prozent Gerbstoffe. Es handelt sich überwiegend um hydrolysierbare Gerbstoffe, insbesondere Ellagitannine. Daneben enthält die Pflanze Flavonoide, Phenolcarbonsäuren und weitere pflanzliche Begleitstoffe.

Gerbstoffe besitzen die Fähigkeit, sich an Eiweiße zu binden. Auf Haut und Schleimhäuten entsteht dadurch eine dünne, verdichtete Schutzschicht. Die Oberfläche zieht sich etwas zusammen, Sekretion und Flüssigkeitsverlust können abnehmen und gereiztes Gewebe wird gegenüber weiteren Reizen weniger empfindlich. Diese zusammenziehende Wirkung wird als adstringierend bezeichnet.

Im Darm kann dieser Effekt bei leichtem, unkompliziertem Durchfall hilfreich sein. Die Gerbstoffe wirken nicht wie ein Pfropfen, der den Darm einfach verschließt. Sie beeinflussen vielmehr die oberste Schleimhautschicht und können dazu beitragen, dass weniger Flüssigkeit in das Darmlumen abgegeben wird. Gleichzeitig finden Bakterien auf einer veränderten Schleimhautoberfläche ungünstigere Bedingungen vor.

Gerbstoffe zeigen in Laboruntersuchungen außerdem Wechselwirkungen mit verschiedenen Mikroorganismen. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass ein Gänsefingerkrauttee beim Hund eine bakterielle oder virale Darminfektion behandelt. Seine Stärke liegt vor allem in der begleitenden Anwendung bei einer gereizten Schleimhaut und leichtem Durchfall.


Das traditionelle Krampfkraut

Neben der adstringierenden Wirkung wird das Gänsefingerkraut seit Langem als Krampfkraut bezeichnet. In der europäischen Volksheilkunde nutzte man es bei krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden, Menstruationsschmerzen und kolikartigen Bauchschmerzen. Sebastian Kneipp empfahl es bei Bauchkrämpfen von Frauen und Kindern.

Diese traditionelle Anwendung ist auch für Hunde interessant. Nicht jeder weiche Kot geht mit Bauchkrämpfen einher, doch bei manchen Hunden hört man ein deutliches Rumoren und Kollern. Sie wirken unruhig, wechseln häufig den Liegeplatz, strecken sich oder möchten ungewöhnlich oft hinaus. In solchen Situationen kann das Gänsefingerkraut Gerbstoffwirkung und krampflösende Tradition miteinander verbinden.

Die krampflösende Wirkung lässt sich nicht allein mit dem Gerbstoffgehalt erklären. Wahrscheinlich tragen auch Flavonoide und weitere Inhaltsstoffe zum Gesamtbild bei. Klinische Untersuchungen speziell an Hunden fehlen, die Verwendung stützt sich daher vor allem auf die traditionelle Phytotherapie, pharmakologische Hinweise und praktische Erfahrungen.


Gänsefingerkraut in Milch

In älteren Kräuterüberlieferungen findet sich immer wieder die Zubereitung von Gänsefingerkraut in Milch. Häufig heißt es, bereits die Germanen hätten das Kraut in Ziegenmilch gekocht. Historisch lässt sich diese konkrete Zuschreibung nicht ohne Weiteres absichern – die Zubereitung selbst ist jedoch seit Langem überliefert.

Ihre Logik liegt weniger im Fett der Milch als in ihren Eiweißen. Gerbstoffe binden sich an Proteine; dadurch kann die Milch einen Teil ihrer stark zusammenziehenden Wirkung abmildern. Eine solche Zubereitung wurde vermutlich vor allem dann geschätzt, wenn ein kräftiger Gerbstoffaufguss den Magen reizte.

Für Hunde würde ich daraus allerdings kein Standardrezept bei Durchfall machen. Ziegenmilch enthält ebenso wie Kuhmilch Laktose und kann einen empfindlichen Darm zusätzlich belasten. Die alte Zubereitung erzählt dennoch etwas Interessantes über den praktischen Umgang mit Heilpflanzen: Menschen wussten lange vor der chemischen Analyse, dass ein Kraut je nach Zubereitungsart unterschiedlich stark und unterschiedlich verträglich sein kann.


Gänsefingerkraut für Hunde zubereiten und dosieren

Für die Anwendung wird das oberirdische Kraut verwendet, also Blätter, Blüten und die weichen Stängel. Es kann frisch verarbeitet oder während der Blüte gesammelt und anschließend luftig im Schatten getrocknet werden.

Bei leichtem Durchfall und einem unruhigen, krampfenden Bauch eignet sich vor allem ein Aufguss. Das heiße Wasser löst die Gerbstoffe und viele weitere wasserlösliche Pflanzenstoffe aus dem Kraut. Alternativ kann das getrocknete Gänsefingerkraut fein zerkleinert oder gemörsert unter das Futter gegeben werden.

Gänsefingerkrauttee für Hunde

Für einen einfachen Aufguss wird die für den Hund bestimmte Tagesmenge des getrockneten Krautes mit etwa 50 bis 100 Millilitern heißem Wasser übergossen. Den Tee 10 bis 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und anschließend absieben.

Nach dem Abkühlen kann der Aufguss über mehrere kleine Portionen verteilt unter das Futter gemischt oder separat angeboten werden. Der Hund muss dabei nicht die gesamte verwendete Wassermenge aufnehmen. Entscheidend ist die Menge des Krautes, aus der der Aufguss hergestellt wurde.

Als Orientierung für getrocknetes Gänsefingerkraut gelten:

  • kleine Hunde bis etwa 10 Kilogramm: 0,5 bis 1 Gramm täglich

  • mittelgroße Hunde von etwa 10 bis 25 Kilogramm: 1 bis 2 Gramm täglich

  • große Hunde ab etwa 25 Kilogramm: 2 bis 3 Gramm täglich

Bei empfindlichen Hunden beginne ich lieber am unteren Ende der Menge. Wird das Kraut gut vertragen, kann die Tagesmenge bei Bedarf langsam erhöht werden. Die Dosierung bezieht sich auf das getrocknete Kraut – nicht auf das Gewicht des fertigen Tees.


Getrocknetes Kraut im Futter

Das fein gemörserte Kraut kann auch direkt unter eine feuchte Mahlzeit gemischt werden. Diese Form ist unkompliziert, schmeckt durch die Gerbstoffe jedoch deutlich herb. Manche Hunde nehmen einen Aufguss deshalb bereitwilliger an.

Bei akutem, leichtem Durchfall wird das Gänsefingerkraut nur für einige Tage eingesetzt. Bleibt eine erkennbare Besserung innerhalb von ein bis zwei Tagen aus, sollte nicht einfach länger oder höher dosiert werden. Eine Anwendung über ein bis zwei Wochen ist nur in begründeten Fällen sinnvoll, wenn die Ursache der Beschwerden bekannt ist.


Kombination mit Kamille und Fenchel

Bei einem gereizten und gleichzeitig unruhigen Verdauungstrakt lässt sich Gänsefingerkraut gut mit Kamillenblüten kombinieren. Kamille ergänzt die adstringierende Wirkung durch ihre traditionelle Anwendung bei gereizten Schleimhäuten und krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden.

Fenchel kann hinzukommen, wenn Blähungen und deutliches Bauchgrummeln im Vordergrund stehen. Eine einfache Mischung kann zu gleichen Teilen aus Gänsefingerkraut und Kamille bestehen; bei Bedarf wird ein kleinerer Anteil leicht angestoßener Fenchelsamen ergänzt. Die gesamte Kräutermenge bleibt dabei innerhalb der für den Hund vorgesehenen Tagesmenge.


Anwendung im Maul

Ein abgekühlter Aufguss kann auch äußerlich bei kleinen oberflächlichen Reizungen der Maulschleimhaut oder des Zahnfleisches verwendet werden. Dazu wird er vorsichtig mit einer Kompresse aufgetupft – vorausgesetzt, der Hund lässt sich dort stressfrei behandeln.

Tiefere Verletzungen, starke Rötungen, Eiter, unangenehmer Maulgeruch, lockere Zähne oder wiederkehrende Blutungen gehören tierärztlich beziehungsweise tierzahnärztlich abgeklärt. Gerade im Maul ist eine vermeintlich kleine Wunde manchmal nur der sichtbare Teil eines Zahnproblems.


Wann Gänsefingerkraut nicht ausreicht

Gänsefingerkraut eignet sich für einen erwachsenen Hund mit einer leichten, vorübergehenden Verdauungsstörung, der ansonsten aufmerksam ist, trinkt und sich weitgehend normal verhält. Es ist keine Behandlung für schwere oder ungeklärte Durchfälle.

Tierärztlich abgeklärt werden sollten insbesondere:

  • wiederholtes Erbrechen oder erfolgloses Würgen,

  • Blut oder größere Mengen Schleim im Kot,

  • schwarzer, teerartiger Kot,

  • Fieber, deutliche Schmerzen oder ein gespannter Bauch,

  • starke Schwäche oder Austrocknung,

  • Verdacht auf einen Fremdkörper oder eine Vergiftung,

  • sowie Durchfall, der sich innerhalb von 24 bis 48 Stunden nicht deutlich bessert.

Welpen, sehr alte Hunde und Tiere mit schweren Grunderkrankungen verlieren bei Durchfall schneller Flüssigkeit und sollten frühzeitig vorgestellt werden.


Gerbstoffe können auch zu viel werden

In passender Menge schützen Gerbstoffe gereizte Schleimhäute. Zu hoch dosiert oder zu lange eingesetzt können sie dagegen den Magen reizen, Übelkeit auslösen oder zu festem Kot und Verstopfung führen.

Da Gerbstoffe Proteine und andere Stoffe binden können, sollte Gänsefingerkraut nicht gleichzeitig mit Medikamenten oder Mineralstoffpräparaten gegeben werden. Ein Abstand von mindestens zwei Stunden ist sinnvoll.

Während der Trächtigkeit würde ich das Kraut nicht ohne tierärztliche oder phytotherapeutische Begleitung verwenden. Eine wehenfördernde Wirkung ist nicht zuverlässig belegt; zur Anwendung in der Trächtigkeit liegen jedoch auch keine ausreichenden Sicherheitsdaten vor.


isolierte Ansicht des Krauts, mt Stengel, Wurzelknoten und Blüten
Schon die Germanen sollen das kraftvolle Gänsefingerkraut genutzt haben.

Silberkraut, Venus und die Kunst des Loslassens

Heilpflanzen wurden nicht immer nur nach messbaren Inhaltsstoffen betrachtet. In der Signaturenlehre versuchte man, aus Form, Farbe, Wuchsweise und Standort einer Pflanze Hinweise auf ihr Wesen und ihre Verwendung abzulesen. Diese Pflanzensprache ist keine Pharmakologie im heutigen Sinn. Sie erzählt aber davon, wie aufmerksam Menschen Pflanzen beobachteten und wie sie deren Erscheinung mit körperlichen und seelischen Vorgängen verbanden.

Beim Gänsefingerkraut fällt zunächst die ruhige, beinahe rhythmische Ordnung der Blätter auf. Sie sind nicht fingerförmig, wie der Name vermuten lässt, sondern aus vielen paarweise angeordneten Teilblättchen zusammengesetzt. In der Signaturenlehre wurde diese regelmäßige Gliederung mit Merkur, Bewegung und rhythmischen Abläufen in Verbindung gebracht.

Über den gefiederten Blättern stehen die leuchtend gelben, fünfzähligen Blüten. Die Zahl Fünf, die weiche Form der Blätter und die ausgleichende, entspannende Verwendung des Krautes wurden der venusischen Signatur zugeordnet. Zur Venus gehört in der traditionellen Planeten- und Metalllehre das Kupfer. Daraus entstand das Bild einer Pflanze, die Verhärtetes löst, Verkrampftes besänftigt und wieder in einen ruhigeren Rhythmus bringt.

Ob das Gänsefingerkraut tatsächlich besonders viel Kupfer aus dem Boden anreichert, lässt sich daraus nicht ableiten. Die Verbindung zwischen Venus und Kupfer gehört zur symbolischen Ordnung der Signaturenlehre – nicht zur Erklärung seiner nachweisbaren Inhaltsstoffe.

Interessant ist dennoch, wie gut sich die alte Pflanzendeutung und die überlieferte Anwendung berühren: Das niedrige Kraut breitet sich mit langen Ausläufern aus, bleibt dabei beweglich und passt sich selbst stark betretenen Standorten an. Gleichzeitig wurde es überall dort verwendet, wo etwas krampft, festhält oder seinen gleichmäßigen Ablauf verliert.


Die Unterseiten eines Blatts vom Gänse-Fingerkraut
Die gefiederten Blätter des Gänsefingerkrauts besitzen silbrig behaarte Unterseiten.

Warum Gänsefingerkraut auch "Silverweed" heißt

Im englischen Sprachraum trägt das Gänsefingerkraut den schönen Namen Silverweed, Silberkraut. Sobald Wind die Blätter bewegt, wird sichtbar, woher er stammt: Ihre dicht behaarten Unterseiten leuchten silbrig weiß und heben sich deutlich vom Grün der Oberseite ab.

Der Überlieferung nach sollen Elfen die weichen Blattunterseiten genutzt haben, um ihre nackten Rücken daran zu reiben. Ob die Geschichte alt oder erst später rund um den Namen entstanden ist, lässt sich kaum feststellen. Zum Gänsefingerkraut passt sie jedenfalls wunderbar. Wer einmal mit den Fingern über die weiche, silbrige Unterseite gestrichen hat, versteht sofort, warum gerade diese Pflanze die Fantasie angeregt hat.

Auch im Volksglauben stand das Kraut für Entspannung und Loslassen. Als Kranz im Haar getragen, sollte es festgehaltene Gedanken lösen, Gelassenheit schenken und dabei helfen, sich nicht immer wieder an denselben Sorgen festzuklammern.


Gänsefingerkraut, blühend
Wunderschön leuchten die gelben Blüten über den gefiederten Blättern des Krauts

Vielleicht darf deshalb auch ein leicht aufgeregter Hund einmal einen kleinen Zweig Gänsefingerkraut am Halsband tragen. Nicht, weil die Pflanze dort eine pharmakologische Wirkung entfaltet, sondern als freundliche Erinnerung für den Menschen am anderen Ende der Leine: den Griff etwas lockern, nicht jede Begegnung schon im Voraus mit Anspannung erwarten und den Hund wieder ein wenig freier beobachten. Oft verändert sich damit auch etwas zwischen Mensch und Hund – denn unsere Anspannung bleibt an der Leine selten unbemerkt.



Quellen und Literatur

Brendieck-Worm, Cäcilia; Melzig, Matthias F.: Phytotherapie in der Tiermedizin. Thieme, Stuttgart 2021.

Nadig, A.: Heilpflanzen für Hunde. 2018.

Reichling, Jürgen; Frater-Schröder, Margit; Saller, Reinhard u. a.: Heilpflanzenkunde für die Veterinärpraxis. Springer, Berlin/Heidelberg 2016.

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