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Hagebutten für Hunde – Wirkung und Einsatz

Autorenbild: Sandra Orkunt
Sandra Orkunt
20. Aug.
11 Min. Lesezeit

Wildrosenpower für Gesundheit und Wohlbefinden

Im Herbst 2023 habe ich begonnen, Hagebutten in die Fütterung meines Hundes einzubeziehen. Seitdem wandern immer wieder einige Früchte mit nach Hause, wenn Lano und ich beim Spaziergang an einer üppig behangenen Wildrose vorbeikommen. Frisch und weich, leicht angetrocknet oder später als selbst hergestelltes Pulver bringen sie ein kleines Stück Herbst in seinen Napf.

Meist sammle ich die Früchte der Hundsrose, Rosa canina. Zumindest sprachlich scheint diese Rose also geradezu für Hunde gemacht zu sein – auch wenn ihr botanischer Name vermutlich auf eine ganz andere Geschichte zurückgeht. Der Freude an dieser besonderen Wildfrucht tut das keinen Abbruch.

Hagebutten gehören zu den heimischen Pflanzen, die beinahe jeder kennt und an denen doch viele achtlos vorbeigehen. Ihre roten Früchte leuchten bis weit in den Winter hinein aus Hecken und Gebüschen. Sie schmecken säuerlich-fruchtig, manchmal überraschend süß, und enthalten neben Vitamin C zahlreiche weitere Pflanzenstoffe. In der traditionellen Pflanzenheilkunde werden sie als stärkende Nahrung, bei Erkältungsbeschwerden, zur Unterstützung der Harnwege und bei rheumatischen Beschwerden verwendet.

Auch in der Fütterung von Hunden haben Hagebutten einen festen Platz gefunden. Besonders bekannt ist Hagebuttenpulver als Ergänzung für ältere Hunde und Tiere mit Gelenkbeschwerden. Daneben lassen sich die Früchte als Mus, Tee oder kleine saisonale Beigabe verwenden. Entscheidend ist allerdings, welchen Teil der Hagebutte wir nutzen und wie er verarbeitet wurde: Frisches Fruchtfleisch, getrocknete Schalen, Samen und standardisierte Pulver bringen jeweils etwas andere Eigenschaften mit.

In diesem Beitrag schauen wir uns deshalb die Hagebutte als ganze Pflanze an: wo sie wächst, was in ihren Früchten steckt und wie sie traditionell und heute beim Hund eingesetzt wird. Natürlich geht es auch ums Sammeln und Verarbeiten – und um die Frage, welche Zubereitung sich für welchen Zweck eignet.


Eine Wildrose im herbstlichen Gegenlicht
Wilde Schönheit: Rosa canina

Wilde Schönheit: Die Hundsrose

Wildrosen gehören zur großen Familie der Rosengewächse. Sie wachsen an Wald- und Feldrändern, auf Böschungen, an Wegrainen und in alten Hecken, häufig zusammen mit Schlehe, Weißdorn, Holunder oder Hasel. Solche Hecken sind weit mehr als zufällig zusammengewachsene Sträucher. Sie bieten Vögeln und kleinen Säugetieren Schutz, Nahrung und sichere Brutplätze. Im Herbst werden sie zu einer reich gedeckten Landschaft aus Beeren, Nüssen und Wildfrüchten.

Allein in Deutschland kommen zahlreiche Wildrosenarten vor. Zu den bekanntesten gehören die Hundsrose (Rosa canina), die Weinrose (Rosa rubiginosa), die Filzrose (Rosa tomentosa) und die Bibernellrose (Rosa spinosissima). Auch die ursprünglich aus Ostasien stammende Kartoffelrose (Rosa rugosa) ist vielerorts verwildert anzutreffen.

Je nach Art und Standort blühen Wildrosen etwa von Mai bis Juli. Ihre offenen, ungefüllten Blüten sind für zahlreiche Insekten gut zugänglich. Nach der Bestäubung entwickelt sich der fleischige Blütenboden weiter und umschließt schließlich die kleinen Nüsschen im Inneren. Was wir als Hagebutte bezeichnen, ist botanisch daher eine Scheinfrucht – eine außerordentlich hübsche noch dazu.

Wildrosen können niedrige, dichte Gebüsche bilden oder mehrere Meter hoch werden. Ihre Äste wachsen oft in weiten Bögen ineinander und tragen Stacheln, keine Dornen. Der Unterschied lässt sich unterwegs leicht zeigen: Stacheln sitzen dem Pflanzengewebe auf und lassen sich vergleichsweise leicht abbrechen; Dornen sind fest mit dem Holz verbunden.

Die Hagebutten selbst sind erstaunlich vielfältig. Manche sind klein, rund und fast schwarz, andere länglich, leuchtend rot oder beinahe so groß wie kleine Äpfel. Ihre Form und Farbe können bei der Bestimmung der Rosenart helfen. Je nach Standort und Witterung reifen sie ab September. Viele bleiben bis in den Winter am Strauch und werden nach den ersten kalten Nächten weich und süßer.


Hagebutten für Hunde: wertvolle Inhaltsstoffe aus Fruchtfleisch und Kernen

Die Hagebutte gehört zu den gehaltvollsten heimischen Wildfrüchten. Besonders bekannt ist sie für ihren hohen Vitamin-C-Gehalt, doch ihre Wirkung lässt sich nicht auf einen einzelnen Stoff reduzieren. Im Fruchtfleisch, in der Schale und in den kleinen Nüsschen – meist einfach als Kerne bezeichnet – steckt ein ganzes Spektrum unterschiedlicher Pflanzenstoffe.

Das rote bis orangefarbene Fruchtfleisch enthält neben Vitamin C verschiedene Carotinoide, darunter Beta-Carotin und Lycopin. Hinzu kommen Flavonoide, weitere Polyphenole, Fruchtsäuren, Pektine und Gerbstoffe sowie kleinere Mengen verschiedener Mineralstoffe. Zusammengenommen prägen sie den säuerlich-fruchtigen Geschmack, die intensive Farbe und die antioxidativen Eigenschaften der Hagebutte.


Blüten

Flavonoide, Gerbstoffe und geringe Mengen ätherischer Bestandteile

Tee, Rosenwasser, Hydrolat oder als duftende Beigabe

Fruchtfleisch und Schale

Vitamin C, Carotinoide, Flavonoide, weitere Polyphenole, Pektine, Gerbstoffe und Fruchtsäuren

frisch, als Mus, getrocknet, als Pulver oder Aufguss

Kerne bzw. Nüsschen

fettes Öl mit Linol- und Alpha-Linolensäure sowie weitere fettlösliche Pflanzenstoffe

Bestandteil von Ganzfruchtpulvern, Ausgangsstoff für Hagebuttenkernöl

Ganze Hagebutte

Kombination der Inhaltsstoffe aus Schale, Fruchtfleisch und Kernen

schonend getrocknetes Ganzfruchtpulver

Wie viel davon tatsächlich in einer Frucht steckt, hängt von der Rosenart, dem Standort, dem Reifegrad und der Verarbeitung ab. Frisch geerntete Hagebutten können außerordentlich vitaminreich sein. Vitamin C reagiert jedoch empfindlich auf Sauerstoff, Wärme und lange Lagerung. Ein frisch zubereitetes Hagebuttenmus bringt deshalb eine andere Zusammensetzung mit als ein lange gelagertes Pulver, ein aufgekochter Tee oder ein Hundekeks.

Frische Hagebutten, getrocknete Früchte und Hagebuttenpulver  auf einem weißen Hintergrund
Frische Hagebutten, getrocknete Früchte und Hagebuttenpulver

Hagebutten für Hunde als stärkende Wildfrucht

In der traditionellen Pflanzenheilkunde steht die Hagebutte weniger für eine gezielte Behandlung einzelner Beschwerden als für Kräftigung, Versorgung und Regeneration. Sie wurde besonders in den kalten Monaten gegessen, als frisches Obst und Gemüse knapp waren. Mus, Suppen, Sirup und Tee halfen dabei, die wertvollen Herbstfrüchte bis weit in den Winter hinein zu bewahren.

Auch bei Hunden werden Hagebutten traditionell vor allem begleitend eingesetzt:

  • in Zeiten erhöhter körperlicher Belastung,

  • während der Rekonvaleszenz,

  • bei älteren Hunden,

  • zur Begleitung des Fellwechsels,

  • in der kalten und feuchten Jahreszeit,

  • als Ergänzung bei Gelenkbeschwerden,

  • sowie als saisonale Bereicherung einer abwechslungsreichen Fütterung.

Nicht jede dieser Anwendungen lässt sich auf einen bestimmten Wirkstoff oder eine klinische Studie zurückführen. Sie gehört zum Erfahrungswissen der Pflanzenheilkunde, in dem Hagebutten seit Langem als aufbauende und stärkende Nahrung geschätzt werden. Gerade darin liegt ein Teil ihres besonderen Reizes: Die Hagebutte bewegt sich zwischen Lebensmittel und Heilpflanze. Sie kann den Napf bereichern, ohne dass der Hund dafür krank sein muss.


Vitamin C – auch für Hunde interessant?

Mit kaum einem anderen Inhaltsstoff wird die Hagebutte so eng verbunden wie mit Vitamin C. Frische Früchte können je nach Art, Standort und Reifegrad mehrere Hundert Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm enthalten. Der häufig zitierte Vergleich mit Zitronen ist deshalb grundsätzlich nachvollziehbar – auch wenn die tatsächlichen Werte erheblich schwanken können.

Anders als der Mensch, das Meerschweinchen und einige weitere Tierarten kann der Hund Vitamin C normalerweise selbst bilden. In seiner Leber entsteht es aus Glucose über mehrere Stoffwechselschritte. Menschen fehlt das dafür notwendige Enzym L-Gulonolactonoxidase, beim Hund ist es dagegen funktionsfähig. Vitamin C gehört für ihn deshalb nicht zu den essenziellen Nährstoffen, die zwingend täglich mit der Nahrung aufgenommen werden müssen.

Bedeutungslos ist Vitamin C für den Hund dennoch keineswegs. Es wirkt als Antioxidans, ist an verschiedenen Reaktionen des Energiestoffwechsels beteiligt und wird für die Bildung von Kollagen benötigt. Kollagen ist ein wesentlicher Bestandteil von Haut, Bindegewebe, Knorpel, Knochen, Blutgefäßen und Zahnbein. Außerdem unterstützt Vitamin C die Aufnahme von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln und trägt zur normalen Funktion des Immunsystems bei.

Bei Krankheit, Entzündung, intensiver körperlicher Belastung oder anhaltendem Stress kann sich der Stoffwechsel verändern. In der Naturheilkunde werden vitaminreiche Pflanzen wie die Hagebutte deshalb gern in solchen Phasen eingesetzt. Ob ein gesunder Hund dadurch messbar leistungsfähiger oder widerstandsfähiger wird, lässt sich nicht pauschal beantworten. Als Bestandteil einer vielfältigen Ernährung kann frisches Hagebuttenfruchtfleisch aber durchaus seinen Platz haben.


Frisch, getrocknet oder gekocht?

Für den Vitamin-C-Gehalt spielt die Verarbeitung eine große Rolle. Frisches Fruchtfleisch oder schonend und bei niedriger Temperatur getrocknete Hagebutten enthalten gewöhnlich mehr Vitamin C als lange gelagerte oder stark erhitzte Produkte. Je feiner ein Pulver gemahlen ist, desto größer ist seine Kontaktfläche mit Licht und Sauerstoff – und desto schneller können empfindliche Inhaltsstoffe verloren gehen.

Das macht Hagebuttentee oder gekochtes Mus nicht wertlos. Beim Erhitzen gehen zwar Teile des Vitamin C verloren, andere Bestandteile wie Pektine, Gerbstoffe, Carotinoide und Polyphenole bleiben jedoch zumindest teilweise erhalten. Jede Zubereitung bringt deshalb ihren eigenen Charakter mit:

  • Frisches Fruchtfleisch steht besonders für den unmittelbaren Genuss der Wildfrucht.

  • Schonend getrocknetes Pulver lässt sich gut lagern und dosieren.

  • Mus ist schmackhaft und einfach unter das Futter zu mischen.

  • Ein warmer Aufguss kann gerade in der kalten Jahreszeit eine angenehme Ergänzung sein.

So bleibt die Hagebutte auch dann interessant, wenn nicht jedes Milligramm Vitamin C erhalten bleibt. Eine Pflanze ist schließlich mehr als die Summe eines einzelnen Vitamins.


Hagebutten für Hunde bei Arthrose und Gelenkbeschwerden

Besonders bekannt geworden sind Hagebutten als Ergänzungsfuttermittel für ältere Hunde und Tiere mit Arthrose. Viele Halter berichten, dass ihre Hunde nach einigen Wochen wieder beweglicher wirken, leichter aufstehen oder mehr Freude an längeren Spaziergängen zeigen. Solche Beobachtungen passen durchaus zu den Wirkungen, die für verschiedene Inhaltsstoffe der Hagebutte beschrieben werden.

Im Mittelpunkt steht häufig ein Galaktolipid mit dem etwas sperrigen Namen GOPO. Galaktolipide sind fettähnliche Verbindungen, die in Pflanzen unter anderem Bestandteile von Zellmembranen bilden. In Laboruntersuchungen konnte GOPO die Wanderung bestimmter Entzündungszellen beeinflussen. Darüber hinaus werden Polyphenole, Carotinoide und Triterpensäuren als mögliche Mitspieler diskutiert. Die Wirkung der Hagebutte lässt sich daher wahrscheinlich auch hier nicht auf einen einzigen Stoff reduzieren.

Untersucht wurden vor allem besondere Hagebuttenpulver aus ausgewählten Unterarten von Rosa canina. Sie enthielten sowohl die getrockneten Schalen als auch die natürlichen Samenanteile und wurden in einem kontrollierten Verfahren hergestellt. In mehreren Humanstudien berichteten Menschen mit Arthrose nach mehrwöchiger Einnahme über weniger Schmerzen und Steifigkeit; teilweise nahm auch der Bedarf an zusätzlichen Schmerzmitteln ab. Eine Metaanalyse kam ebenfalls zu dem Ergebnis, dass standardisiertes Hagebuttenpulver Arthroseschmerzen in gewissem Umfang lindern kann.

Auch bei Hunden wurde ein solches Präparat in einer randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Untersuchung geprüft. Berichtet wurden Verbesserungen der Arbeitsfreude, des Wohlbefindens und verschiedener Entzündungsparameter. Die Ergebnisse wurden allerdings nur als Kongressbeitrag veröffentlicht und sind deshalb weniger ausführlich nachvollziehbar als eine vollständige klinische Studie. Sie liefern einen interessanten Hinweis, aber noch kein abschließendes Bild.


Fruchtpulver ist nicht gleich Gelenkpräparat

Für die praktische Anwendung ist ein Unterschied wichtig: Selbst gemahlenes Hagebuttenpulver ist ein wertvoller pflanzlicher Futterzusatz, entspricht aber nicht automatisch den standardisierten Pulvern aus den Arthrosestudien. Rosenart, Erntezeitpunkt, Verhältnis von Fruchtfleisch und Kernen, Trocknungstemperatur, Lagerung und Vermahlung beeinflussen die Zusammensetzung erheblich.

Das bedeutet nicht, dass selbst hergestelltes Pulver für die Gelenke wertlos wäre. Es bringt weiterhin eine Vielzahl antioxidativer und pflanzlicher Begleitstoffe mit und wird in der Naturheilkunde seit Langem bei steifen, älteren oder körperlich stark beanspruchten Tieren verwendet. Wer Hagebutten jedoch gezielt bei deutlichen Arthrosebeschwerden einsetzen möchte, sollte ein Pulver wählen, das aus Schalen und Kernen besteht und möglichst schonend verarbeitet wurde. Bei Produkten, die ausdrücklich mit einem standardisierten Galaktolipidgehalt werben, lohnt sich ein genauer Blick auf Herstellung und Deklaration.


Keine schnelle Schmerztablette aus der Hecke

Hagebutten wirken nicht wie ein unmittelbar schmerzlinderndes Medikament. Ihre Anwendung ist langfristig gedacht. Veränderungen zeigen sich – sofern der Hund darauf anspricht – eher nach einigen Wochen als nach wenigen Tagen. Gerade bei beginnender Steifheit oder als Bestandteil eines umfassenden Gelenkkonzepts können sie eine gut verträgliche pflanzliche Begleitung sein.

Bei stärkeren Schmerzen ersetzen Hagebutten jedoch keine angemessene Schmerzbehandlung. Bewegung, Muskelaufbau, Körpergewicht, Physiotherapie, die Zusammensetzung der Fütterung und gegebenenfalls Medikamente greifen bei Arthrose ineinander. Das Hagebuttenpulver ist dabei kein Wundermittel, aber auch nicht bloß eine hübsche rote Dekoration im Futternapf. Es ist eine traditionsreiche Wildfrucht mit interessanten Inhaltsstoffen und einer durchaus plausiblen Rolle in der begleitenden Gelenkpflege.


Hagebutten für Hunde: Zubereitung und Dosierung

Hagebutten lassen sich auf sehr unterschiedliche Weise verwenden. Frisches Fruchtfleisch, getrocknete Schalen, Ganzfruchtpulver und Hagebuttenkernöl stammen zwar von derselben Pflanze, sind aber nicht gleich zusammengesetzt. Welche Form sinnvoll ist, hängt deshalb auch davon ab, wofür die Hagebutte eingesetzt werden soll.


Frische Hagebutten

Für ein frisches Mus werden reife, möglichst weiche Hagebutten gesammelt. Die Früchte sollten abseits stark befahrener Straßen wachsen und frei von Schimmel, starken Verschmutzungen und Pflanzenschutzmitteln sein.

  1. Hagebutten waschen und längs aufschneiden.

  2. Nüsschen und Härchen mit einem kleinen Löffel sorgfältig entfernen.

  3. Das Fruchtfleisch mit wenig Wasser fein pürieren.

  4. In ein sauberes Schraubglas füllen oder portionsweise einfrieren.

Ein Zusatz von Honig ist nicht notwendig. Wer den Geschmack abrunden möchte, kann eine kleine Menge verwenden. Für übergewichtige Hunde oder Hunde mit Diabetes ist Honig allerdings nicht geeignet.

Als Orientierung können kleine Hunde etwa einen halben bis einen Teelöffel, mittelgroße Hunde ein bis zwei Teelöffel und große Hunde bis zu einem Esslöffel Mus erhalten. Es muss nicht täglich gefüttert werden. Ein paar kleine Portionen in der Hagebuttenzeit genügen, um den Herbst mit in den Napf zu nehmen.


Hagebuttenmus im Glas, ein Löffel mit Mus und frische Hagebutten
Fein püriert ergeben Hagebutten ein feines Mus auch für Hunde

Getrocknete Hagebuttenschalen

Für Hagebuttenschalen werden Fruchtfleisch und äußere Schale ohne die Nüsschen getrocknet. Sie enthalten vor allem Vitamin C, Carotinoide, Polyphenole, Pektine, Fruchtsäuren und Gerbstoffe. Getrocknete Schalen können als Pulver unter das Futter gegeben oder für einen Aufguss verwendet werden.

Ein reines Schalenpulver ist eine gute Möglichkeit, die eigentliche Wildfrucht zu nutzen. Für den gezielten Einsatz bei Gelenkbeschwerden wird jedoch häufig ein Pulver bevorzugt, das auch die natürlichen Kernanteile enthält.


Hagebuttenpulver selbst herstellen

Für selbst gemachtes Pulver werden die Früchte nach der Ernte geöffnet und sorgfältig getrocknet. Wer die harten Nüsschen mitverarbeiten möchte, benötigt eine dafür geeignete leistungsfähige Mühle. Mit einem normalen Küchenmixer bleiben sie häufig zu grob.

  1. Hagebutten waschen, aufschneiden und beschädigte Früchte aussortieren.

  2. Nüsschen und Härchen aus den Früchten herauslösen.

  3. Für ein Ganzfruchtpulver die Nüsschen von den anhaftenden Härchen befreien und getrennt vom Fruchtfleisch trocknen. Für ein reines Schalenpulver werden sie nicht weiterverwendet.

  4. Schalen und gegebenenfalls Nüsschen luftig und bei möglichst niedriger Temperatur vollständig durchtrocknen lassen.

  5. Die getrockneten Pflanzenteile mit einer geeigneten Mühle möglichst fein mahlen.

  6. Das Pulver dunkel, trocken und luftdicht aufbewahren.

Da Vitamin C während der Lagerung zunehmend abgebaut wird, ist es sinnvoller, kleinere Mengen herzustellen als einen großen Jahresvorrat anzulegen.

Für gewöhnliches Hagebuttenpulver kann mit einer kleinen Messerspitze beziehungsweise etwa einem Viertel Teelöffel begonnen werden. Wird es gut vertragen, lässt sich die Menge langsam erhöhen. Als alltagstaugliche Orientierung reichen häufig etwa ein halber Teelöffel für kleine, ein Teelöffel für mittelgroße und ein bis zwei Teelöffel für große Hunde.

Soll das Pulver gezielt bei Arthrose oder anderen Gelenkbeschwerden eingesetzt werden, richtet sich die Menge nach dem jeweiligen Produkt. Die Zusammensetzung standardisierter Präparate kann sich deutlich von gewöhnlichem Hagebuttenpulver unterscheiden, sodass eine pauschale Grammangabe für alle Produkte wenig sinnvoll wäre.


Standardisiertes Hagebuttenpulver

Ein standardisiertes Präparat wird so hergestellt, dass bestimmte Eigenschaften oder Inhaltsstoffgehalte möglichst gleichbleibend sind. Solche Produkte wurden auch in den Untersuchungen zu Arthrose verwendet. Sie sind deshalb vor allem dann interessant, wenn Hagebutten gezielt und über einen längeren Zeitraum zur Gelenkunterstützung eingesetzt werden sollen.

Das bedeutet nicht, dass gewöhnliches oder selbst hergestelltes Hagebuttenpulver minderwertig ist. Es ist lediglich ein anderes Produkt: eher eine vielseitige Wildfruchtergänzung als ein auf eine bestimmte Anwendung abgestimmtes Präparat.


Hagebuttenkernöl

Hagebuttenkernöl wird aus den kleinen Nüsschen gepresst. Es enthält vor allem ungesättigte Fettsäuren, darunter Linol- und Alpha-Linolensäure, sowie fettlösliche Begleitstoffe. Bekannt ist das Öl insbesondere aus der Hautpflege.

Mit einem Hagebuttenpulver ist es nicht vergleichbar. Vitamin C, Pektine und viele Polyphenole aus dem Fruchtfleisch gehen nicht in nennenswerten Mengen in das Öl über. Auch als Ersatz für ein Pulver zur Gelenkunterstützung sollte es deshalb nicht

betrachtet werden.


Hagebuttentee und Aufguss

Für einen einfachen Aufguss wird ein Teelöffel getrocknete, zerkleinerte Hagebuttenschalen mit etwa 200 Millilitern heißem Wasser übergossen. Nach 10 bis 15 Minuten wird der Aufguss abgesiebt und abgekühlt.

Je nach Größe und Vorliebe des Hundes können ein bis mehrere Esslöffel über das Futter gegeben werden. Der Aufguss ist keine notwendige „Durchspülungskur“, sondern vor allem eine aromatische Möglichkeit, zusätzliche Flüssigkeit und wasserlösliche Pflanzenstoffe anzubieten.

Bei Erkrankungen der Nieren, des Herzens oder der Harnwege sollte eine gezielte Flüssigkeits- oder Durchspülungstherapie grundsätzlich mit dem behandelnden Tierarzt abgestimmt werden.

Hagebuttenfrüchte neben Hagebuttenpulver
Hagebuttenpulver: am besten aus Schale UND Kernen hergestellt

Frau mit kleinem schwarz-weißem Hund auf dem Sofa, Winterliche Stimmung, Tee
Tee aus Hagebuttenkernen dürfen alle genießen!

Ein Stück Herbst im Futternapf

Hagebutten müssen weder zur Wunderfrucht erklärt noch auf ihren Vitamin-C-Gehalt reduziert werden. Sie verbinden vieles, was die Pflanzenheilkunde so besonders macht: Sie wachsen unmittelbar vor unserer Haustür, begleiten Menschen und Tiere seit Jahrhunderten und lassen sich mit wenigen Handgriffen in die Fütterung integrieren.

Für den einen Hund sind sie eine kleine fruchtige Abwechslung nach dem Herbstspaziergang, für den anderen ein fester Bestandteil der begleitenden Gelenkpflege. Frisches Mus, getrocknete Schalen und Ganzfruchtpulver haben dabei jeweils ihren eigenen Wert.

Auch Lano bekommt nicht jeden Tag eine exakt abgewogene Hagebuttenration. Manchmal bringen wir einfach ein paar reife Früchte vom Spaziergang mit nach Hause. Sie werden aufgeschnitten, von Nüsschen und Härchen befreit und wandern frisch in den Napf. Für mich liegt genau darin die schönste Anwendung der Hagebutte: den Jahreszeiten wieder etwas aufmerksamer zu folgen und gemeinsam mit dem Hund zu entdecken, was am Wegesrand wächst.


Quellen und Literatur

Cäcilia Brendieck-Worm, Matthias F. Melzig: Phytotherapie in der Tiermedizin. Thieme, 2021.

Gisela Bolbecher, Natalie Dillitzer: Ganzheitliche Ernährung für Hund und Katze. Thieme, 2020.

Kaj Winther, K. Apel, G. Thamsborg: A powder made from seeds and shells of a rose-hip subspecies (Rosa canina) reduces symptoms of knee and hip osteoarthritis: a randomized, double-blind, placebo-controlled clinical trial. Scandinavian Journal of Rheumatology, 2005.

Kaj Winther et al.: A herbal remedy derived from subspecies of Rosa canina improves the immune response, working capacity and well-being of dogs? A parallel, placebo-controlled, double-blind, randomized study. Osteoarthritis and Cartilage, 2010.

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