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Auricularia für Hunde – Wirkung, Anwendung und Erfahrungen mit dem Judasohr

  • Autorenbild: Sandra Orkunt
    Sandra Orkunt
  • 11. Okt. 2021
  • 19 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 22. Juli

Auricularia polytricha, auch Judasohr oder Mu-Err genannt, gehört zu den bekanntesten Vitalpilzen der Mykotherapie. Besonders häufig wird er mit der Mikrozirkulation, den Blutgefäßen, Haut und Schleimhäuten in Verbindung gebracht.


Der Vitalpilz für Durchblutung, Gefäße und Schleimhäute

Kaum ein Vitalpilz trägt so viele bildhafte Namen wie der Auricularia. Seine weichen, gallertartigen Fruchtkörper erinnern an Ohren, Muscheln oder kleine, am Holz sitzende Quallen. In der asiatischen Küche ist er seit Langem als Speisepilz bekannt. In der traditionellen Heilkunde und modernen Mykotherapie wird er vor allem mit der Durchblutung, den Blutgefäßen und der Pflege der Schleimhäute in Verbindung gebracht.

Auch beim Hund wird Auricularia eingesetzt. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere die Mikrozirkulation, die Fließeigenschaften des Blutes, entzündliche Veränderungen der Haut und Schleimhäute sowie eine begleitende Unterstützung bei bestimmten Gefäß- und Durchblutungsstörungen.

Sein möglicher Einfluss auf die Blutgerinnung macht den Auricularia jedoch zugleich zu einem Pilz, der nicht unkritisch oder vorsorglich verabreicht werden sollte. Bei Hunden mit Blutungsneigung, vor Operationen oder bei gleichzeitiger Einnahme gerinnungshemmender Medikamente muss sein Einsatz besonders sorgfältig geprüft werden.


Viele Namen für den Auricularia

Auricularia polytricha ist unter zahlreichen weiteren Namen bekannt:

  • Mu-Err oder Baumohr

  • Ohrlappenpilz

  • Wolkenohrpilz

  • Judasohr

  • Chinesische Morchel

  • Baumqualle

  • Holunderschwamm

  • Aragekikurage

Der japanische Name „Aragekikurage“ lässt sich sinngemäß als „rauhaarige Baumqualle“ übersetzen. Er beschreibt das Aussehen des Pilzes erstaunlich treffend: Die Fruchtkörper besitzen eine weiche, elastische Struktur, ihre Oberfläche kann fein behaart wirken und nach dem Einweichen erinnern sie tatsächlich ein wenig an eine kleine Qualle.

Der deutsche Name „Judasohr“ geht auf eine alte christliche Legende zurück. Nach dieser Überlieferung soll sich Judas Iskariot nach dem Verrat an Jesus an einem Holunderbaum erhängt haben. Die ohrförmigen Pilze, die besonders häufig an altem Holunderholz erscheinen, wurden deshalb mit ihm in Verbindung gebracht.

Auch der botanische Name nimmt auf die ungewöhnliche Form Bezug: Das lateinische Wort auricula bedeutet „kleines Ohr“.


Auricularia polytricha – der Judas-Ohr Pilz an einem mit Moos bewachsenen alten Holunderstamm
Der Auricularia hat eine weiche Struktur und wächst an Bäumen.

Auricularia polytricha oder Judasohr?

Die vielen Namen können etwas verwirrend sein, denn sie bezeichnen nicht immer exakt dieselbe Pilzart. Das in Europa heimische Judasohr wird botanisch als Auricularia auricula-judae bezeichnet. Unter den Handelsnamen Mu-Err, Baumohr oder Wolkenohr werden dagegen verschiedene nahe verwandte Auricularia-Arten angeboten.

Die Bezeichnung Auricularia polytricha ist im Handel und in der Mykotherapie weiterhin weit verbreitet. Die moderne Pilztaxonomie unterscheidet die Arten der Gattung inzwischen jedoch genauer als frühere Bestimmungsbücher und Fachtexte.

Für die praktische Anwendung beim Hund ist deshalb weniger der volkstümliche Name entscheidend als die genaue Deklaration des verwendeten Präparates. Erkennbar sein sollten insbesondere:

  • die verwendete Auricularia-Art,

  • der eingesetzte Pilzteil,

  • die Verarbeitung als Pulver oder Extrakt,

  • und möglichst auch die Herkunft des Rohstoffs.


Vorkommen und Biologie der Ohrlappenpilze

Auricularia-Arten gehören zu den Ständerpilzen und wachsen auf abgestorbenem oder geschwächtem Holz. Je nach Art, Klima und Region besiedeln sie unterschiedliche Laubgehölze.

Das in Europa heimische Judasohr, Auricularia auricula-judae, ist besonders häufig an altem oder bereits geschädigtem Holunder zu finden. Wer einmal nach einem Regentag durch einen alten Holunderbestand spaziert, entdeckt die weichen, braunen Fruchtkörper oft in kleinen Gruppen direkt am abgestorbenen Holz. Daher stammt auch die frühere Bezeichnung Holunderschwamm. Der Pilz kann jedoch ebenso auf anderen Laubbäumen wachsen, darunter Buche, Birke, Ulme und Walnuss.

Die in Ostasien als Mu-Err oder Wolkenohren verwendeten Arten werden heute in großem Umfang als Speisepilze kultiviert. Sie wachsen ebenfalls auf Holz oder auf speziell zusammengesetzten Substraten aus pflanzlichem Material.

Kaum ein anderer Großpilz übersteht Trockenphasen so eindrucksvoll wie Auricularia. Wochenlang kann der Fruchtkörper scheinbar leblos am Holz hängen. Nach einem kräftigen Regenschauer saugt er sich innerhalb kurzer Zeit wieder mit Wasser voll und wirkt, als wäre nichts gewesen. Diese bemerkenswerte Fähigkeit erklärt, weshalb getrocknete Mu-Err-Pilze nach dem Einweichen ein Vielfaches ihres ursprünglichen Volumens erreichen.


Aussehen und Größe des Auricularia

Die Fruchtkörper erinnern an eine Ohrmuschel, einen Becher oder eine kleine, seitlich am Holz sitzende Schale. Je nach Art, Alter und Feuchtigkeit reicht ihre Farbe von rötlichem Braun über Dunkelbraun bis zu Olivgrau.

Typisch für Auricularia-Arten sind:

  • lappen-, muschel- oder ohrenförmige Fruchtkörper,

  • eine weiche, elastische und gallertartige Konsistenz,

  • eine häufig feinfilzige oder leicht behaarte Oberseite,

  • eine meist hellere und teilweise geaderte Unterseite,

  • sowie die Fähigkeit, auszutrocknen und nach dem Einweichen erneut stark aufzuquellen.

Die Fruchtkörper werden meist einige Zentimeter groß und bleiben vergleichsweise dünn. Größe, Behaarung und Oberflächenstruktur unterscheiden sich jedoch zwischen den einzelnen Arten.


Feuchte, frische 
Auricularia polytricha Pilze
Die gallertartigen Fruchtkörper der Auricularia-Arten erinnern häufig an eine Ohrmuschel.

Verwendung in der Küche

Auricularia ist nicht nur ein Vitalpilz, sondern auch ein traditioneller Speisepilz. Besonders in China, Japan und anderen Regionen Ostasiens gehört er seit Jahrhunderten zur Küche. Unter den Namen Mu-Err, Baumohr oder chinesische Morchel findet man ihn häufig in Suppen, Gemüsegerichten, Wokgerichten und Soßen.

Sein Geschmack ist eher mild und unaufdringlich. Geschätzt wird vor allem seine besondere Konsistenz: Auch nach dem Kochen bleibt der Pilz leicht knackig und elastisch. Getrocknete Fruchtkörper nehmen beim Einweichen große Mengen Wasser auf und gewinnen dabei deutlich an Volumen.

Der hohe Anteil schwer verdaulicher Kohlenhydrate und pilztypischer Ballaststoffe trägt zum Quellvermögen bei. In der Ernährung können diese Bestandteile als Substrat für Darmbakterien dienen. Wie gut der Pilz vertragen wird, hängt jedoch von der Zubereitung, der Menge und der individuellen Verdauung ab.

Auch Hunde dürfen kleine Mengen eines eindeutig bestimmten, vollständig durchgegarten Auricularia grundsätzlich als Lebensmittel erhalten. Die gelegentliche Fütterung eines Speisepilzes ist jedoch nicht mit einer gezielten mykotherapeutischen Anwendung gleichzusetzen. Für diese werden in der Regel standardisierte Pilzpulver oder Extrakte verwendet.


Inhaltsstoffe des Auricularia

Die Zusammensetzung des Auricularia hängt von der Pilzart, dem Anbau, dem verwendeten Substrat, dem Erntezeitpunkt und der Verarbeitung ab. Angaben zu einzelnen Nährstoffen können deshalb zwischen verschiedenen Untersuchungen und Produkten deutlich schwanken.

Besondere Aufmerksamkeit erhalten die komplexen Polysaccharide des Pilzes. Daneben enthält Auricularia Ballaststoffe, Eiweiß, geringe Mengen Fett, Mineralstoffe, B-Vitamine und Ergosterol als Vorstufe von Vitamin D₂.


Auricularia getrocknet in einer braunen Holzschale
Getrocknete Judasohren werden auch als "black fungus" bezeichnet.

Inhaltsstoffe des Judasohr-Pilzes


Stoffgruppe

Vorkommen und Bedeutung

Polysaccharide

Zu den besonders intensiv untersuchten Bestandteilen gehören verschiedene komplexe Mehrfachzucker. Struktur und Gehalt unterscheiden sich je nach Pilzart und Extraktionsverfahren.

Ballaststoffe

Tragen zum starken Quellvermögen bei und können als Substrat für das Darmmikrobiom dienen.

Eiweiß

Enthält verschiedene Aminosäuren; der genaue Proteingehalt hängt stark vom Produkt und Wassergehalt ab.

Fette

Insgesamt nur in geringen Mengen enthalten, darunter auch ungesättigte Fettsäuren.

Adenosin und verwandte Verbindungen

Werden unter anderem im Zusammenhang mit möglichen Einflüssen auf Blutplättchen und Gefäßfunktionen untersucht.

Mineralstoffe und Spurenelemente

Je nach Herkunft unter anderem Kalium, Phosphor, Magnesium, Eisen und Zink.

B-Vitamine

Nachweisbar sind insbesondere verschiedene Vitamine der B-Gruppe. Die tatsächlichen Mengen variieren jedoch deutlich.

Ergosterol

Pilztypische Vorstufe von Vitamin D₂, die unter UV-Licht teilweise in Vitamin D₂ umgewandelt werden kann.

Die reine Auflistung von Inhaltsstoffen erklärt noch nicht automatisch die Wirkung eines Vitalpilzpräparates. Entscheidend sind außerdem die chemische Struktur, die aufgenommene Menge, die Verarbeitung und die Frage, wie gut die jeweiligen Verbindungen im Organismus verfügbar sind.

Bei Pilzextrakten werden bestimmte wasser- oder alkohollösliche Bestandteile konzentriert. Pilzpulver enthält dagegen den vermahlenen Pilz einschließlich seiner gesamten, überwiegend schwer aufschließbaren Zellstruktur. Beide Formen sind deshalb nicht unmittelbar miteinander vergleichbar.


Auricularia in der Traditionellen Chinesischen Medizin

Der Auricularia gehört in China seit Jahrhunderten zugleich zur Küche und zur traditionellen Heilkunde. Diese Verbindung ist typisch für viele dort verwendete Pilze und Pflanzen: Ein Lebensmittel kann nähren, stärken und zugleich gezielt eingesetzt werden, wenn seine Eigenschaften zur jeweiligen Konstitution passen.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin gilt Mu-Err als mild, süß und thermisch neutral. Ihm werden insbesondere folgende Eigenschaften zugeordnet:

  • Er nährt das Blut.

  • Er bewegt das Blut und wirkt einer Blutstagnation entgegen.

  • Er befeuchtet das Yin und trockene Schleimhäute.

  • Er unterstützt bei Trockenheit im Bereich von Magen und Darm.

  • Er wird traditionell mit einer Förderung der Durchblutung verbunden.

Diese Einordnung erklärt, weshalb Auricularia in der naturheilkundlichen Praxis unter anderem bei trockenen Schleimhäuten, trockenem Husten, Verstopfung und einer verminderten Mikrozirkulation berücksichtigt wird.

Auch beim Hund kann diese traditionelle Betrachtungsweise eine zusätzliche Orientierung geben. Sie ersetzt jedoch keine Diagnose, sondern ergänzt die Einordnung des gesamten Tieres: Ein trockener Husten kann beispielsweise ganz unterschiedliche Ursachen haben und verlangt ebenso eine tierärztliche Abklärung wie Durchblutungsstörungen, Blutungen oder wiederkehrende Entzündungen.


Das Judasohr in der europäischen Volksheilkunde

Nicht nur in Asien wurde der ungewöhnliche Pilz heilkundlich genutzt. Auch in der europäischen Volksmedizin spielte das an Holunder wachsende Judasohr zeitweise eine Rolle.

Alte Kräuterbücher berichten von Zubereitungen bei Beschwerden im Mund- und Rachenraum. Dazu wurden die Pilze beispielsweise in Milch gekocht, in Bier eingelegt oder mit Essig angesetzt. Die so gewonnene Flüssigkeit wurde langsam getrunken oder zum Gurgeln verwendet.

Auch bei gereizten oder entzündeten Augen wurde das Judasohr erwähnt. Seine weiche, feuchtigkeitsspeichernde Beschaffenheit scheint die Vorstellung einer kühlenden und befeuchtenden Wirkung zusätzlich geprägt zu haben.

Solche Anwendungen gehören heute vor allem zur Kultur- und Medizingeschichte. Sie zeigen jedoch, dass der Bezug des Pilzes zu Schleimhäuten, Augen und Feuchtigkeit nicht erst in der modernen Mykotherapie entstanden ist.


Welche Wirkung wird dem Auricularia zugeschrieben?

In der Mykotherapie gilt der Auricularia vor allem als Pilz für Blutgefäße, Mikrozirkulation und Schleimhäute. Im Zentrum stehen dabei nicht nur einzelne Inhaltsstoffe, sondern das Zusammenspiel verschiedener Polysaccharide, Glycoproteine, phenolischer Verbindungen und weiterer pilztypischer Substanzen.

Besonders häufig werden folgende Wirkbereiche genannt:

  • Einfluss auf die Blutplättchen und die Blutgerinnung,

  • Unterstützung der Mikrozirkulation,

  • Regulation des Fettstoffwechsels,

  • antioxidative Eigenschaften,

  • entzündungsregulierende Wirkungen,

  • Unterstützung von Haut und Schleimhäuten,

  • sowie eine begleitende Wirkung auf Stoffwechsel und Immunsystem.

Die wissenschaftliche Forschung untersucht diese Eigenschaften überwiegend anhand einzelner Extrakte und isolierter Inhaltsstoffe. Die Ergebnisse erklären teilweise, weshalb der Pilz traditionell in bestimmten Bereichen eingesetzt wird. Sie lassen sich jedoch nicht immer unmittelbar auf jedes Pilzpräparat übertragen, da Pulver, Heißwasserextrakte und isolierte Polysaccharide unterschiedlich zusammengesetzt sind.


Wirkung des Vitalpilzes auf Blutplättchen und Blutgerinnung

Der Auricularia ist vor allem für seinen möglichen Einfluss auf die Blutgerinnung bekannt. Häufig wird vereinfachend von einer „blutverdünnenden“ Wirkung gesprochen. Tatsächlich können unterschiedliche Vorgänge betroffen sein.

Untersuchungen mit Auricularia-Extrakten und bestimmten Polysacchariden zeigen unter anderem:

  • eine Hemmung der Zusammenlagerung von Blutplättchen,

  • eine Beeinflussung verschiedener Gerinnungswege,

  • eine Verlängerung der Gerinnungszeit,

  • und mögliche antithrombotische Eigenschaften.

Bereits ältere Untersuchungen zeigten, dass Heißwasserextrakte aus Mu-Err die durch ADP ausgelöste Zusammenlagerung menschlicher und tierischer Blutplättchen hemmen konnten. Zunächst wurde dafür unter anderem das enthaltene Adenosin verantwortlich gemacht. Spätere Beobachtungen deuteten jedoch darauf hin, dass weitere Bestandteile an dieser Wirkung beteiligt sein müssen.

Auch bestimmte Polysaccharidfraktionen wurden im Zusammenhang mit der Hemmung von Thrombin und der Blutgerinnung untersucht. Dabei zeigte sich, dass die Wirkung stark von der Struktur und Aufbereitung der jeweiligen Polysaccharide abhängt.

Für die Anwendung beim Hund ist diese Eigenschaft von besonderer Bedeutung: Sie erklärt sowohl den naturheilkundlichen Einsatz bei bestimmten Durchblutungsstörungen als auch die notwendige Vorsicht bei Blutungsneigung, vor Operationen und in Verbindung mit gerinnungshemmenden Medikamenten.


Auricularia und Mikrozirkulation

Unter Mikrozirkulation versteht man die Durchblutung der kleinsten Blutgefäße. Sie versorgt Haut, Schleimhäute, Nerven und andere Gewebe mit Sauerstoff und Nährstoffen und ist zugleich am Abtransport von Stoffwechselprodukten beteiligt.

In der Erfahrungsheilkunde wird Auricularia insbesondere dann berücksichtigt, wenn eine eingeschränkte Versorgung kleinster Gefäße vermutet wird. Beim Hund kann dieser Gedanke beispielsweise im Zusammenhang mit folgenden Situationen eine Rolle spielen:

  • verlangsamter Regeneration von Haut und Gewebe,

  • bestimmten neurologischen Beschwerden,

  • altersbedingten Durchblutungsstörungen,

  • kalten oder schlecht durchbluteten Körperregionen,

  • sowie Erkrankungen, bei denen die Versorgung kleiner Gefäße beeinträchtigt sein kann.

Dabei darf eine mögliche Durchblutungsstörung nicht allein anhand äußerer Zeichen vermutet und mit einem Pilz behandelt werden. Neurologische Ausfälle, Lähmungen, Wundheilungsstörungen oder Veränderungen an Augen und Schleimhäuten benötigen zunächst eine klare medizinische Einordnung.


Wirkung auf den Fettstoffwechsel

Auch der mögliche Einfluss des Auricularia auf den Fettstoffwechsel wird seit Längerem untersucht. In experimentellen Studien wurden unter anderem Veränderungen von Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin und Triglyceriden beobachtet.

Als mögliche Einflussfaktoren gelten verschiedene Polysaccharide, phenolische Verbindungen und die ballaststoffreiche Struktur des Pilzes. Ballaststoffe können im Darm an der Verarbeitung und Ausscheidung von Gallensäuren und Fetten beteiligt sein. Darüber hinaus werden Wechselwirkungen mit dem Darmmikrobiom diskutiert.

In der naturheilkundlichen Anwendung wird Auricularia deshalb auch bei Störungen des Fettstoffwechsels und im Rahmen einer allgemeinen Gefäßunterstützung berücksichtigt. Beim Hund sind erhöhte Blutfettwerte jedoch keine eigenständige Diagnose. Sie können unter anderem mit der Fütterung, hormonellen Erkrankungen, Medikamenten oder Störungen von Leber und Bauchspeicheldrüse zusammenhängen und sollten entsprechend abgeklärt werden.


Auricularia Judasohr für Hunde

In der Mykotherapie wird Auricularia beim Hund vor allem dann eingesetzt, wenn die Mikrozirkulation, die Versorgung von Haut und Schleimhäuten oder entzündliche Prozesse im Vordergrund stehen. Auch bei altersbedingten Veränderungen, bestimmten Gefäßerkrankungen und begleitend bei neurologischen Beschwerden kann der Pilz berücksichtigt werden.

Dabei wird Auricularia nicht allein nach einer einzelnen Diagnose ausgewählt. Entscheidend ist, ob sein Wirkprofil zur Erkrankung, zur Konstitution des Hundes und zu den bereits eingesetzten Medikamenten passt. Besonders wichtig ist die Abklärung möglicher Blutungsrisiken, da der Pilz die Funktion der Blutplättchen und die Gerinnung beeinflussen kann.

Die Anwendung des Auricularia Judasohr für Hunde stützt sich auf Erkenntnisse aus der traditionellen Heilkunde, naturheilkundliches Erfahrungswissen und experimentelle Untersuchungen zu einzelnen Auricularia-Extrakten und Polysacchariden. Sie erfolgt in der Regel begleitend und ersetzt weder die tierärztliche Diagnostik noch eine notwendige medizinische Behandlung.


Judasohren für Haut und Fell des Hundes

Die Haut gehört zu den Organen, die besonders stark von einer guten Durchblutung abhängen. Wird sie schlechter versorgt, leidet nicht nur die Wundheilung – auch Fellqualität, Schleimhäute und die natürliche Hautbarriere können darunter leiden.

In der naturheilkundlichen Praxis wird Auricularia deshalb unter anderem begleitend eingesetzt bei:

  • entzündlichen Hautveränderungen,

  • wiederkehrenden Hot Spots,

  • verzögerter Wundheilung,

  • schlecht durchbluteten Hautbereichen,

  • trockener, gereizter Haut,

  • sowie bestimmten Formen von Fellverlust.

Experimentelle Untersuchungen geben diesem traditionellen Einsatz eine interessante biologische Grundlage. Ein polysaccharidreicher Extrakt aus Auricularia auricula-judae förderte in Zellversuchen die Vermehrung und Wanderung von Keratinozyten und Fibroblasten. Außerdem wurde eine erhöhte Kollagenbildung beobachtet. In einem Wundmodell bei Mäusen schloss sich die behandelte Haut schneller als in der Kontrollgruppe.

Diese Ergebnisse beziehen sich auf einen bestimmten Extrakt und eine experimentelle Anwendung. Sie zeigen nicht, dass jedes oral verabreichte Auricularia-Produkt beim Hund Wunden heilt. Sie machen jedoch nachvollziehbar, weshalb der Pilz in der Mykotherapie traditionell mit Hautregeneration und Gewebeversorgung verbunden wird.

Offene, nässende oder infizierte Hautstellen müssen unabhängig davon fachgerecht versorgt werden.


Auricularia bei Haarausfall (Alopezie)

Der Pilz wird in der Mykotherapie häufig im Zusammenhang mit Haut, Mikrozirkulation und Haarwachstum genannt.

Haarausfall – Alopezie – beim Hund kann sehr unterschiedliche Ursachen haben, beispielsweise:

  • Allergien und chronische Hautentzündungen,

  • Parasiten oder Hautinfektionen,

  • hormonelle Erkrankungen,

  • Nährstoffmängel,

  • mechanische Belastung durch Lecken oder Kratzen (eine sogenannte psychogene Alopezie)

  • Durchblutungsstörungen,

  • Medikamente,

  • oder rassetypische Formen der Alopezie.

Auricularia kommt vor allem dann als begleitender Vitalpilz infrage, wenn der Fellverlust mit entzündlichen Hautveränderungen, einer beeinträchtigten Gewebeversorgung oder trockener Haut verbunden ist. In der traditionellen Betrachtung werden seine blutbewegenden und zugleich befeuchtenden Eigenschaften miteinander kombiniert: Das Gewebe soll besser versorgt werden, ohne trockene Haut und Schleimhäute zusätzlich zu belasten.

Ob sich das Fell verbessert, hängt jedoch in erster Linie davon ab, ob die Ursache des Haarverlustes erkannt und behandelt werden kann. Bei hormonell bedingter Alopezie, einer Infektion oder einem ausgeprägten Nährstoffmangel reicht ein Vitalpilz allein nicht aus, kann aber wunderbar begleitend eingesetzt werden.


Auricularia für Schleimhäute und trockenen Husten

In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird Auricularia eine befeuchtende Wirkung zugeschrieben. Er soll das Yin nähren und bei Trockenheit von Schleimhäuten, Magen und Darm unterstützen.

Auch in der europäischen Volksheilkunde wurde das Judasohr bei Beschwerden im Mund- und Rachenraum verwendet. Die gallertartige, wasserbindende Struktur des Pilzes dürfte zu dieser Verbindung mit Feuchtigkeit und Schleimhautpflege beigetragen haben.

Beim Hund wird Auricularia in der Erfahrungsheilkunde unter anderem begleitend berücksichtigt bei:

  • trockenen oder gereizten Schleimhäuten,

  • wiederkehrenden Entzündungen im Mund- und Rachenraum,

  • trockenem Reizhusten,

  • Schleimhautreizungen der Atemwege,

  • sowie trockener, zu Verstopfung neigender Verdauung.

Ein trockener Husten ist allerdings keine eigenständige Diagnose. Er kann beispielsweise durch Erkrankungen des Herzens, der Luftröhre, der Bronchien oder des Kehlkopfes verursacht werden. Auch Fremdkörper, Infektionen und Raumforderungen kommen als Ursache infrage. Vor einer naturheilkundlichen Begleitung muss deshalb geklärt werden, woher die Beschwerden stammen.


Auricularia für die Augen

Der Bezug des Judasohrs zu den Augen findet sich bereits in historischen Überlieferungen. In früheren europäischen Kräuterbüchern wurden Zubereitungen aus dem Pilz bei gereizten Augen und Beschwerden der Schleimhäute erwähnt.

In der heutigen Mykotherapie wird Auricularia bei Augenproblemen vor allem wegen seiner Verbindung zur Mikrozirkulation und zur Befeuchtung der Schleimhäute berücksichtigt. Beim Hund kann dieser Ansatz beispielsweise begleitend interessant sein bei:

  • trockenen oder wiederholt gereizten Augen,

  • altersbedingten Veränderungen,

  • einer beeinträchtigten Versorgung kleinster Gefäße,

  • sowie bestimmten entzündlichen Prozessen.

Augenerkrankungen sollten jedoch stets tierärztlich diagnostiziert werden. Rötung, vermehrter Tränenfluss, eitriger Ausfluss, Lichtempfindlichkeit, Zusammenkneifen der Lider, Trübungen oder plötzliche Sehstörungen können auf schmerzhafte und zeitkritische Erkrankungen hinweisen.

Pilzpulver, selbst hergestellte Auszüge oder Speisepilzzubereitungen dürfen nicht direkt in das Auge gegeben werden. Eine mykotherapeutische Anwendung erfolgt innerlich mit einem geeigneten und eindeutig deklarierten Präparat.


Auricularia bei neurologischen Beschwerden und Erkrankungen der Wirbelsäule

Auricularia wird in der Tiermykotherapie gelegentlich begleitend bei Lähmungserscheinungen und neurologischen Beschwerden eingesetzt, insbesondere wenn eine beeinträchtigte Durchblutung und Versorgung des Nervengewebes vermutet wird.

Dieser Ansatz kann beispielsweise im Rahmen eines umfassenden Therapiekonzeptes bei Erkrankungen der Wirbelsäule, nach Bandscheibenvorfällen oder bei länger bestehenden Bewegungseinschränkungen berücksichtigt werden. Die Verbesserung der Mikrozirkulation soll dabei die Versorgung des betroffenen Gewebes und die Regeneration unterstützen.

Auricularia behebt jedoch weder eine mechanische Kompression des Rückenmarks noch einen akuten Bandscheibenvorfall. Plötzlich auftretende Lähmungen, Schwäche, starke Schmerzen, Koordinationsstörungen oder der Verlust der Kontrolle über Harn und Kot sind Notfälle und müssen unverzüglich tierärztlich untersucht werden.

Nach der Diagnose kann der Pilz ergänzend neben Schmerztherapie, Physiotherapie, kontrolliertem Bewegungstraining und weiteren Maßnahmen eingesetzt werden, sofern keine Gegenanzeigen bestehen.


Mögliche Einsatzbereiche beim Hund im Überblick

Einsatzbereich

Warum Auricularia berücksichtigt wird

Haut und Wundheilung

Mikrozirkulation, entzündungsregulierende Eigenschaften und mögliche Unterstützung der Geweberegeneration, wiederkehrende Hot Spots

Fellverlust

Begleitend, wenn Hautentzündung, Trockenheit oder eine beeinträchtigte Gewebeversorgung beteiligt sind

Schleimhäute

Traditionell befeuchtende und schleimhautpflegende Zuordnung

Trockener Husten

Erfahrungsheilkundlicher Einsatz bei trockenen, gereizten Atemwegen nach Abklärung der Ursache

Augen

Traditioneller Bezug zu Schleimhäuten und kleinsten Blutgefäßen, trockene Augen des Hundes

Neurologische Beschwerden

Begleitende Unterstützung der Mikrozirkulation und Gewebeversorgung

Rekonvaleszenz

Unterstützung von Durchblutung und Regeneration als Teil eines umfassenden Behandlungskonzeptes


Auricularia für Verdauung und Darm

Durch seine gallertartige Struktur und sein starkes Quellvermögen besitzt Auricularia einen besonderen Bezug zum Verdauungstrakt. In der traditionellen Heilkunde wird er vor allem bei Trockenheit im Bereich von Magen und Darm sowie bei einer Neigung zu festem Kot und Verstopfung eingesetzt.

Beim Hund kann Auricularia begleitend interessant sein, wenn die Verdauung träge ist und gleichzeitig zu wenig Feuchtigkeit oder eine geringe Menge geeigneter Ballaststoffe aufgenommen wird. Die pilztypischen Polysaccharide und weiteren Faserstoffe können Wasser binden, das Kotvolumen erhöhen und den Darmbakterien als Substrat dienen.

Eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ist dabei unverzichtbar. Ballaststoffreiche Pilzpulver können ihre quellende Wirkung nur sinnvoll entfalten, wenn dem Hund genügend Wasser zur Verfügung steht. Bei sehr trockenem Kot sollte das Pulver deshalb nicht einfach zusätzlich über eine trockene Mahlzeit gegeben werden.

Auricularia eignet sich nicht zur Selbstbehandlung eines akuten Darmverschlusses oder einer plötzlich auftretenden schweren Verstopfung. Erbrechen, starke Bauchschmerzen, ein gespannter Bauch, erfolgloser Kotabsatz oder eine deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustandes müssen tierärztlich abgeklärt werden.


Polysaccharide und Darmmikrobiom

Die Polysaccharide des Auricularia werden auch wegen ihrer möglichen Wirkung auf das Darmmikrobiom untersucht. In experimentellen Studien beeinflussten sie die Zusammensetzung der Darmbakterien, die Bildung kurzkettiger Fettsäuren und verschiedene Stoffwechselprozesse.

Für die naturheilkundliche Anwendung ist dieser Zusammenhang besonders interessant: Der Pilz wirkt nicht nur über einzelne aufgenommene Inhaltsstoffe. Ein Teil seiner Wirkung kann bereits im Darm entstehen, indem mikrobielle Stoffwechselprozesse und die Versorgung der Darmschleimhaut beeinflusst werden.

Beim Hund liegen hierzu bislang nur wenige spezifische Untersuchungen vor. Dennoch lässt sich der Auricularia aufgrund seiner Faserstoffe und Polysaccharide sinnvoll als Bestandteil eines umfassenden Konzeptes für Darm und Schleimhäute betrachten. Entscheidend sind die individuelle Verträglichkeit, eine langsame Einführung und die übrige Fütterung.


Auricularia für Blase und Harnwege

In der Tiermykotherapie wird Auricularia gelegentlich begleitend bei Blasenentzündungen und anderen Beschwerden der Harnwege eingesetzt. Im Vordergrund stehen dabei seine traditionelle Beziehung zu den Schleimhäuten, entzündungsregulierende Eigenschaften und die Unterstützung kleinster Blutgefäße.

Der Auricularia ist jedoch kein klassischer „Nierenpilz“ und auch kein stark harntreibendes Mittel. Seine Rolle liegt eher in der Pflege gereizter Schleimhäute und der begleitenden Unterstützung des Gewebes.

Beim Hund kann er beispielsweise in Betracht gezogen werden bei:

  • wiederkehrenden Reizungen der Blasenschleimhaut,

  • chronischen Entzündungsprozessen der Harnwege,

  • Schleimhauttrockenheit,

  • sowie begleitend bei einer eingeschränkten Mikrozirkulation.

Beschwerden der Harnwege sollten vor der Anwendung abgeklärt werden. Eine Blasenentzündung kann durch Bakterien, Kristalle, Harnsteine, anatomische Veränderungen, Tumoren oder andere Erkrankungen verursacht werden. Auch eine scheinbar passende naturheilkundliche Begleitung muss sich deshalb an der tatsächlichen Ursache orientieren.

Bei Blut im Urin ist zusätzlich zu bedenken, dass Auricularia die Blutplättchen und Gerinnung beeinflussen kann. Er sollte in dieser Situation nicht allein aufgrund der Diagnose „Blasenentzündung“ verabreicht werden, ohne die Ursache der Blutung und das individuelle Blutungsrisiko zu kennen.


Auricularia und das Immunsystem

Die Polysaccharide von Vitalpilzen können mit Rezeptoren des angeborenen Immunsystems interagieren. Auch für Auricularia wurden Einflüsse auf Makrophagen, dendritische Zellen, Botenstoffe und weitere Bestandteile der Immunantwort beschrieben.

Je nach Ausgangslage, Pilzbestandteil und Dosierung können unterschiedliche Bereiche der Immunantwort beeinflusst werden.

In der naturheilkundlichen Begleitung von Hunden wird Auricularia unter anderem berücksichtigt:

  • während der Rekonvaleszenz,

  • bei wiederkehrenden Entzündungen,

  • bei einer erhöhten Infektanfälligkeit,

  • sowie als Teil eines umfassenden Konzeptes für Haut und Schleimhäute.

Bei Autoimmunerkrankungen ist die Situation komplexer. Auricularia ist weder pauschal verboten noch automatisch der passende Pilz. Entscheidend sind die konkrete Erkrankung, ihre Aktivität, die betroffenen Organe und eine mögliche Behandlung mit Kortison, Ciclosporin oder anderen immunsuppressiven Medikamenten. Lassen Sie sich in solchen Anwendungfällen immer mykotherapeutisch beraten.


Auricularia bei Tumorerkrankungen

Auch mögliche antitumorale Wirkungen von Auricularia-Polysacchariden werden wissenschaftlich untersucht. In Labor- und Tiermodellen wurden unter anderem Einflüsse auf Immunantworten, oxidativen Stress, Zellvermehrung und den programmierten Zelltod beschrieben.

Daraus hat sich in der Mykotherapie der begleitende Einsatz bei Tumorerkrankungen entwickelt. Beim Hund kann Auricularia insbesondere dann interessant sein, wenn neben der Tumorerkrankung auch die Mikrozirkulation, Gefäßversorgung, Haut oder Schleimhäute eine Rolle spielen.

Die Aussage, der Pilz „erschwere die Metastasierung“, ist jedoch zu eindeutig. Eine mögliche Beeinflussung experimentell untersuchter Tumorprozesse ist nicht gleichbedeutend mit einem klinisch nachgewiesenen Schutz vor Metastasen beim Hund.

Auricularia kann Teil einer individuellen Begleitung sein, ersetzt aber weder die Diagnostik noch Operation, Chemotherapie, Bestrahlung oder andere notwendige onkologische Maßnahmen. Bei Tumoren mit Blutungsneigung, vor Eingriffen und bei gleichzeitiger Gabe gerinnungshemmender Medikamente muss sein Einfluss auf die Blutgerinnung besonders berücksichtigt werden.


Bei welchen Beschwerden wird Auricularia beim Hund eingesetzt?

Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten naturheilkundlichen Einsatzbereiche zusammen. Sie ist nicht als allgemeine Empfehlung für jeden Hund mit einer der genannten Erkrankungen zu verstehen.

Bereich

Möglicher Bezug des Auricularia

Durchblutung und Gefäße

Unterstützung der Mikrozirkulation und mögliche Beeinflussung der Blutplättchen

Haut und Fell

Begleitend bei entzündlicher, trockener oder schlecht versorgter Haut

Wundheilung

Unterstützung von Gewebeversorgung und Regeneration

Schleimhäute

Traditionell befeuchtende und schleimhautpflegende Zuordnung

Augen

Bezug zu Schleimhäuten und kleinsten Blutgefäßen

Atemwege

Erfahrungsheilkundlich bei trockenem Reizhusten und gereizten Schleimhäuten

Verdauung

Quellvermögen, Ballaststoffe und traditioneller Einsatz bei trockenem, festem Kot

Harnwege

Begleitende Schleimhautpflege nach Abklärung der Ursache

Immunsystem

Immunmodulierende Eigenschaften der Pilzpolysaccharide

Neurologische Beschwerden

Begleitende Unterstützung der Mikrozirkulation und Gewebeversorgung

Tumorerkrankungen

Ergänzende mykotherapeutische Anwendung nach individueller Prüfung


Kombination des Judasohrs mit anderen Vitalpilzen

Auricularia kann einzeln eingesetzt oder mit anderen Vitalpilzen kombiniert werden. In der naturheilkundlichen Praxis richtet sich die Auswahl nicht allein nach einer Diagnose, sondern nach den Beschwerden, der Konstitution des Hundes und den gewünschten Schwerpunkten der Begleitung.

Mehrere Pilze gleichzeitig zu geben, ist nicht automatisch wirkungsvoller. Eine Kombination sollte nachvollziehbar aufgebaut sein und möglichst wenige, zueinander passende Pilze enthalten.


Pilz-Kombination

Möglicher Schwerpunkt beim Hund

Auricularia + Reishi

Durchblutung und Mikrozirkulation in Verbindung mit entzündlichen oder degenerativen Erkrankungen, beispielsweise des Bewegungsapparates

Auricularia + Polyporus

Haut, Fell, Lymphfluss und Flüssigkeitshaushalt, insbesondere bei Schwellungen oder einer beeinträchtigten Gewebeversorgung

Auricularia + Hericium

Schleimhäute von Magen und Darm, empfindliche Verdauung und trockene oder gereizte Schleimhäute

Auricularia + Shiitake

Gefäßgesundheit und Fettstoffwechsel

Auricularia +Coriolus

Immunbegleitung bei wiederkehrenden Infektionen oder während der Rekonvaleszenz



Auch bei Kombinationen muss die mögliche Wirkung auf die Blutgerinnung berücksichtigt werden. Besonders Reishi wird ebenfalls mit Einflüssen auf Blutplättchen und Gerinnung in Verbindung gebracht. Die gemeinsame Anwendung sollte deshalb bei Hunden mit Blutungsneigung, vor Operationen oder unter gerinnungshemmenden Medikamenten sorgfältig geprüft werden.

Eine Anämie ist keine allgemeine Indikation für eine bestimmte Vitalpilzkombination. Zunächst muss geklärt werden, ob Blutverlust, Eisenmangel, eine chronische Entzündung, eine Nieren- oder Knochenmarkerkrankung, eine Hämolyse oder eine andere Ursache vorliegt. Erst danach lässt sich beurteilen, ob eine mykotherapeutische Begleitung sinnvoll ist.


Auricularia als Pilzpulver oder Extrakt

Für Hunde wird Auricularia überwiegend als Pilzpulver oder Extrakt angeboten. Beide Darreichungsformen stammen vom Pilz, unterscheiden sich jedoch in ihrer Zusammensetzung und ihrem Einsatzschwerpunkt.


Pilzpulver

Pilzpulver besteht aus dem getrockneten und fein vermahlenen Pilz. Es enthält die Gesamtheit der pilztypischen Bestandteile einschließlich der Ballaststoffe und schwer löslichen Zellstrukturen.

Das Pulver kann besonders interessant sein, wenn neben der mykotherapeutischen Anwendung auch der Darm, das Quellvermögen und die Versorgung des Darmmikrobioms berücksichtigt werden sollen. Aufgrund seines höheren Anteils an Faserstoffen wird es jedoch nicht von jedem Hund gleichermaßen gut vertragen.


Pilzextrakt

Bei der Herstellung eines Extraktes werden bestimmte Inhaltsstoffe aus dem Pilz herausgelöst und konzentriert. Da beim Auricularia insbesondere wasserlösliche Polysaccharide im Mittelpunkt stehen, werden häufig Heißwasserextrakte verwendet.

Ein Extrakt enthält im Verhältnis zur eingesetzten Menge weniger unverdauliche Pilzfasern und eine höhere Konzentration bestimmter löslicher Inhaltsstoffe. Er wird deshalb häufig gewählt, wenn ein gezielter mykotherapeutischer Einsatz im Vordergrund steht oder größere Mengen Pilzpulver den Verdauungstrakt belasten würden.


Kombination aus Pulver und Extrakt

In manchen Situationen können Pilzpulver und Extrakt miteinander kombiniert werden. Dadurch lassen sich die ballaststoffreichen Bestandteile des gesamten Pilzes mit den konzentrierteren Inhaltsstoffen eines Extraktes verbinden.

Ob Pulver, Extrakt oder eine Kombination besser passt, hängt vom Therapieziel, von der Verdauung des Hundes und vom konkreten Produkt ab. Die Mengen verschiedener Präparate lassen sich nicht unmittelbar miteinander vergleichen.


Woran erkennt man ein geeignetes Auricularia-Präparat?

Ein hochwertiges Produkt sollte möglichst transparent deklariert sein. Wichtig sind insbesondere:

  • die genaue Pilzart,

  • die Verwendung von Fruchtkörper, Myzel oder einer Mischung,

  • die Darreichungsform als Pulver oder Extrakt,

  • das Extraktionsverfahren,

  • das Verhältnis von Ausgangsmaterial zu Extrakt,

  • Angaben zu den enthaltenen Polysacchariden,

  • die Herkunft und Verarbeitung des Pilzes,

  • sowie Untersuchungen auf mikrobiologische Belastungen und Schadstoffe.

Eine hohe Prozentangabe für Polysaccharide allein sagt noch wenig über die Qualität aus. Auch Stärke und andere Kohlenhydrate können analytisch als Polysaccharide erfasst werden. Aussagekräftiger ist eine nachvollziehbare Deklaration des gesamten Produktes.

Bei Extrakten sollte außerdem erkennbar sein, ob Trägerstoffe wie Maltodextrin zugesetzt wurden. Solche Zusätze sind nicht grundsätzlich problematisch, sollten jedoch transparent angegeben sein.


Dosierung und Dauer der Anwendung beim Hund

Für Auricularia gibt es keine für alle Hunde und alle Produkte gültige Standarddosierung. Die passende Menge hängt unter anderem ab von:

  • Körpergewicht und Alter des Hundes,

  • Art und Konzentration des Präparates,

  • Pulver oder Extrakt,

  • Anlass und Ziel der Anwendung,

  • Begleiterkrankungen,

  • Medikamenten,

  • sowie der individuellen Verträglichkeit.

Ein konzentrierter Extrakt kann nicht grammgenau wie ein einfaches Pilzpulver dosiert werden. Auch Produkte mit unterschiedlichen Extraktverhältnissen sind nicht direkt miteinander vergleichbar.

Auricularia wird meist gemeinsam mit dem Futter gegeben. Bei empfindlichen Hunden empfiehlt es sich, mit einer kleinen Menge zu beginnen und diese schrittweise zu steigern. So lässt sich beobachten, ob sich Kotkonsistenz, Appetit oder Verdauung verändern.

Die Anwendung erfolgt häufig über mehrere Wochen, manchmal Monate. Anschließend sollte geprüft werden, ob das ursprüngliche Ziel erreicht wurde, ob der Pilz weiterhin benötigt wird und ob sich die gesundheitliche Situation oder die Medikation verändert hat. Eine dauerhafte Gabe ohne erneute Einordnung ist nicht in jedem Fall sinnvoll.


Kann das Judasohr frisch an Hunde verfüttert werden?

Auricularia ist ein traditioneller Speisepilz. Eine kleine Menge eines eindeutig bestimmten und vollständig erhitzten Judasohrs kann gelegentlich auch Bestandteil einer Hundemahlzeit sein, sofern der Hund Pilze gut verträgt.

Rohe Pilze sind für Hunde schwer verdaulich und sollten nicht verfüttert werden. Auch große Mengen sind aufgrund der schwer aufschließbaren Pilzfasern nicht sinnvoll.

Selbst gesammelte Judasohren sollten nur verwendet werden, wenn die Art sicher bestimmt und das Holz nicht mit Schadstoffen belastet ist. Verschimmelte, verdorbene oder an stark befahrenen Straßen und belasteten Standorten gewachsene Pilze gehören nicht in den Futternapf.

Die gelegentliche Fütterung als Lebensmittel ist außerdem nicht mit einer gezielten mykotherapeutischen Anwendung gleichzusetzen. Frische Pilze besitzen keine standardisierte Konzentration an Inhaltsstoffen und ermöglichen keine zuverlässige Dosierung.


Gegenanzeigen und Wechselwirkungen

Der Auricularia gilt als gut verträglicher Speisepilz. Seine möglichen Einflüsse auf Blutplättchen und Blutgerinnung verlangen dennoch besondere Aufmerksamkeit.


Vorsicht bei Blutungsneigung

Auricularia sollte nicht ohne fachliche Rücksprache eingesetzt werden bei:

  • Thrombozytopenie,

  • angeborenen oder erworbenen Gerinnungsstörungen,

  • ungeklärten spontanen Blutungen,

  • wiederholtem Nasen- oder Zahnfleischbluten,

  • Blut im Kot oder Erbrechen von Blut,

  • blutenden Tumoren,

  • akuten Magen-Darm-Geschwüren,

  • sowie größeren offenen oder schlecht stillbaren Wunden.

Auch Blut im Urin sollte zunächst diagnostisch abgeklärt werden. Es kann durch eine Blasenentzündung, Harnsteine, Verletzungen, Tumoren oder eine Störung der Blutgerinnung verursacht werden.


Vor Operationen und Eingriffen

Vor einer geplanten Operation, Zahnbehandlung mit möglicher Blutung oder einem anderen invasiven Eingriff sollte Auricularia rechtzeitig abgesetzt werden. Welcher Abstand erforderlich ist, hängt vom Präparat, von der Dosierung, von der Dauer der Anwendung und von weiteren Medikamenten ab und sollte mit der behandelnden Tierarztpraxis abgestimmt werden.

Nach einem Eingriff sollte der Pilz erst wieder eingesetzt werden, wenn die Blutstillung und Wundheilung unauffällig verlaufen und aus tierärztlicher Sicht nichts dagegenspricht.


Wechselwirkungen mit Medikamenten

Besondere Vorsicht ist bei Medikamenten geboten, welche die Blutgerinnung oder die Funktion der Blutplättchen beeinflussen. Auch manche Schmerzmittel können das Risiko von Magen-Darm-Blutungen erhöhen. Deshalb sollte die gesamte Medikation des Hundes berücksichtigt werden und nicht nur das vermeintlich wichtigste Medikament.

Werden mehrere Vitalpilze, Heilpflanzen oder Nahrungsergänzungen mit möglichem Einfluss auf die Gerinnung kombiniert, können sich ihre Wirkungen verstärken.


Trächtigkeit und Säugezeit

Während der Trächtigkeit und Säugezeit sollte Auricularia nicht ohne zwingenden Grund eingesetzt werden. Zum einen fehlen ausreichende Untersuchungen zur Sicherheit bei Hunden, zum anderen ist eine gerinnungsbeeinflussende Wirkung rund um Geburt und mögliche operative Eingriffe unerwünscht.


Mögliche Unverträglichkeiten

Bei empfindlichen Hunden können insbesondere Pilzpulver vorübergehend zu weicherem Kot, Blähungen, Bauchgeräuschen oder einer veränderten Kotmenge führen. Häufig hilft es, die Menge langsamer zu steigern oder auf ein passendes Extrakt umzusteigen.

Bei Anzeichen einer allergischen Reaktion, starkem Juckreiz, Schwellungen, Erbrechen oder Atemproblemen muss die Gabe beendet und der Hund tierärztlich untersucht werden.

Neu auftretende blaue Flecken, ungewöhnlich lange Blutungen, Nasenbluten, Blut im Urin oder Kot sowie eine auffällige Blässe der Schleimhäute sind ebenfalls Gründe, das Präparat abzusetzen und die Ursache zeitnah abklären zu lassen.


Auricularia für Hunde – sinnvoll eingesetzt statt pauschal empfohlen

Auricularia gehört zu den spannendsten Vitalpilzen der Mykotherapie. Seine traditionelle Verwendung, die moderne Forschung und die Erfahrungen aus der naturheilkundlichen Praxis ergänzen sich in vielen Bereichen. Gleichzeitig zeigt der Pilz sehr gut, wie wichtig eine individuelle Betrachtung ist.

Nicht jeder Hund mit einer Hauterkrankung, einer Durchblutungsstörung oder einer Blasenentzündung profitiert automatisch von Auricularia. Ebenso wenig ist der Pilz aufgrund seiner möglichen Wirkung auf Blutplättchen und Gefäße für jeden Hund gleichermaßen geeignet.

Entscheidend ist deshalb nicht die Frage, ob ein Vitalpilz grundsätzlich sinnvoll ist, sondern welcher Pilz zur jeweiligen Erkrankung, zur gesamten Fütterung, zu den Medikamenten und zum einzelnen Hund passt.

Gerade bei chronischen Erkrankungen kann die Mykotherapie eine wertvolle Ergänzung sein – vorausgesetzt, sie wird in ein schlüssiges Gesamtkonzept eingebunden und ersetzt weder eine sorgfältige Diagnostik noch notwendige tierärztliche Behandlungen.


Unterstützung bei der Auswahl geeigneter Vitalpilze

Ob Auricularia tatsächlich der passende Vitalpilz für Ihren Hund ist, lässt sich nicht allein anhand einer Diagnose beurteilen. Häufig spielen Begleiterkrankungen, Medikamente, die Fütterung und die individuellen Beschwerden eine ebenso wichtige Rolle.

Im Rahmen meiner Ernährungsberatung für erkrankte Hunde berücksichtige ich bei Bedarf auch den sinnvollen Einsatz von Vitalpilzen und Heilpflanzen. Ziel ist kein möglichst großer „Ergänzungsplan“, sondern eine möglichst einfache und nachvollziehbare Unterstützung, die zu Ihrem Hund und seiner gesundheitlichen Situation passt.


Wichtiger Hinweis

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Die Anwendung von Vitalpilzen sollte insbesondere bei chronischen Erkrankungen, Blutungsneigung, geplanten Operationen oder während einer medikamentösen Therapie individuell beurteilt werden.


Studiennachweis & Quellen:

Nianzhe Y., Mao X.: „Icons of Medicinal Fungi from China“; CRC Press; 1989; Hobbs, C.: “Medicinal Mushrooms”; Botanica Press, 1995; Prof. Dr. med. Ivo Bianchi: “Moderne Mykotherapie”; Hinckel Druck, 2008; https://www.mykotroph.de/tiere-auricularia-polytricha/ ; https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/bluterkrankungen/blutpl%C3%A4ttchenerkrankungen/%C3%BCberblick-%C3%BCber-die-thrombozytopenie; Anwendungsgebiete: Mycovet, Schulung für Veterinärmediziner, Tierheilpraktiker/Therapeuten und Therapeutenanwender


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