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Diagnose: Hausstaubmilbenallergie beim Hund

  • Autorenbild: Sandra Orkunt
    Sandra Orkunt
  • 18. Aug. 2024
  • 3 Min. Lesezeit

Die Diagnose „Hausstaubmilbenallergie“ kann für Hunde und ihre Besitzer eine echte Herausforderung darstellen. Leidet Ihr Hund darunter, ist es wichtig, die häusliche Umgebung so zu gestalten, dass sich Hausstaubmilben möglichst wenig vermehren können und die Belastung durch Allergene reduziert wird. In diesem Artikel erhalten Sie praktische Tipps, wie Sie eine allergenärmere Umgebung für Ihren Hund schaffen können.


Hausstaubmilbe unter dem Mikroskop
Hausstaubmilbe unter dem Mikroskop

Die Übeltäterin: die Hausstaubmilbe

Hausstaubmilben sind mikroskopisch kleine Spinnentiere, die in vielen Haushalten vorkommen. Sie gehören zur Familie der Milben und zur Klasse der Spinnentiere (Arachnida), zu der auch Spinnen und Skorpione zählen. Mit einer Größe von etwa 0,2 bis 0,3 Millimetern sind sie für das bloße Auge kaum sichtbar.


Lebensraum und Ernährung

Hausstaubmilben fühlen sich besonders in warmen und feuchten Umgebungen wohl. Sie leben bevorzugt in Betten, Kissen, Teppichen und Polstermöbeln – überall dort, wo sich Staub ansammelt. Ihre Hauptnahrungsquelle sind abgestorbene Hautschuppen von Menschen und Tieren, die täglich in unseren Wohnräumen anfallen. Wasser benötigen Hausstaubmilben nicht direkt, da sie die Feuchtigkeit aus ihrer Umgebung aufnehmen. Optimale Lebensbedingungen finden sie bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50 bis 75 % und Temperaturen zwischen 20 und 30 °C.


Vermehrung

Hausstaubmilben vermehren sich sehr schnell. Eine weibliche Milbe legt innerhalb eines Monats etwa 50 bis 100 Eier. Bereits nach wenigen Tagen schlüpfen die Larven, die sich innerhalb von zwei bis drei Wochen zu erwachsenen Milben entwickeln. Dadurch kann sich selbst eine kleine Population innerhalb kurzer Zeit stark vermehren, wenn die Umweltbedingungen günstig sind.


Allergene und Gesundheitsrisiken

Hausstaubmilben produzieren Allergene, die bei empfindlichen Menschen und Hunden allergische Reaktionen auslösen können. Diese Allergene stammen sowohl von den Milben selbst als auch von ihren Ausscheidungen und abgestorbenen Körperbestandteilen. Um die Belastung möglichst gering zu halten, sollten geeignete Maßnahmen zur Reduzierung der Hausstaubmilben in den Wohnräumen getroffen werden.


Die Hauptquellen der Allergene bei einer Hausstaubmilbenallergie

In vielen Haushalten stellen die Schlaf- und Liegeplätze des Hundes die größten Reservoirs für Hausstaubmilben dar. Hier finden sie ideale Bedingungen: Wärme, Feuchtigkeit und ausreichend Nahrung. Deshalb lohnt es sich besonders, in diesen Bereichen gezielt Maßnahmen zu ergreifen.


Hundebett als möglicher Aufenthaltsort von Hausstaubmilben
Hundebetten sind Brutstätten der Hausstaubmilben

Die richtigen Textilien bei einer Hausstaubmilbenallergie beim Hund

Beim Kauf eines neuen Hundebettes sollte darauf geachtet werden, dass es kein Rosshaar enthält, da dieses Allergene binden kann. Auch Schaumstoffmatten leiten Feuchtigkeit häufig nur unzureichend ab und können dadurch Schimmelbildung begünstigen. Empfehlenswert sind stattdessen allergikerfreundliche und gut waschbare Materialien.

Eine besonders wirksame Möglichkeit zur Verringerung der Allergenbelastung sind sogenannte Encasing-Bezüge. Diese milbendichten Schutzbezüge können passgenau für Hundebetten angefertigt werden. Sie erschweren es den Hausstaubmilben, sich im Liegebereich Ihres Hundes anzusiedeln.

Auch Plüsch- und Stoffspielzeug kann Allergene ansammeln. Waschen Sie diese regelmäßig, um die Milbenpopulation möglichst gering zu halten. Allein das Absaugen reicht häufig nicht aus. Ein Durchgang im Wäschetrockner kann zusätzlich hilfreich sein. Nicht waschbare Stoffartikel sollten möglichst nicht mehr verwendet werden.


Hygiene bei einer Hausstaubmilbenallergie

Reinigen Sie alle Textilien, mit denen Ihr Hund regelmäßig in Kontakt kommt, in festen Abständen. Decken und Bezüge sollten möglichst bei Temperaturen über 60 °C gewaschen werden, da dadurch Hausstaubmilben zuverlässig abgetötet werden. Heißes Waschen ist deutlich wirkungsvoller als eine chemische Reinigung. Hochwertige und waschbare Materialien erleichtern die regelmäßige Pflege erheblich.


Umgebung und Raumluft

Hunde mit einer Hausstaubmilbenallergie sollten möglichst nicht im Schlafzimmer oder im Bett schlafen, da dort die Allergenbelastung häufig am höchsten ist.

Wischbare Bodenbeläge oder kleine, leicht waschbare Teppiche erleichtern die Reinigung und können dazu beitragen, die Staubbelastung zu reduzieren.

Herkömmliche Staubsauger geben einen Teil der angesaugten Luft häufig wieder an die Raumluft ab. Bringen Sie Ihren Hund deshalb möglichst während des Staubsaugens ins Freie oder in einen anderen Raum. Dampfreiniger können zusätzlich helfen, allerdings hält ihre Wirkung meist nur begrenzte Zeit an. Deshalb sollten sie regelmäßig eingesetzt werden.

Eine niedrige Luftfeuchtigkeit erschwert die Vermehrung von Hausstaubmilben erheblich. Luftbefeuchter und viele Zimmerpflanzen können diesen Effekt hingegen begünstigen und sind daher eher ungünstig. Achten Sie außerdem darauf, dass sich Ihr Hund möglichst nicht dauerhaft in feuchten Räumen wie Bad oder Waschküche aufhält.


Dampfreiniger zur Reduzierung von Hausstaubmilben auf Textilien
Mit heißem Dampf Hausstaubmilben reduzieren

Sprays gegen Milben

Einige Hersteller bieten spezielle Umgebungssprays für Tierhalter an. Diese Produkte dienen zur Abwehr von Milben und weiteren Insekten und basieren häufig auf ätherischen Ölen. Sie können auf Hundebetten, Matratzen, Teppichen und anderen Textilien angewendet werden. Ein Beispiel ist das Ungeziefer-EX Spray von Aniforte.



Fazit

Mit einigen gezielten Anpassungen und regelmäßiger Hygiene lässt sich die Belastung durch Hausstaubmilben im häuslichen Umfeld häufig deutlich reduzieren. Oft sind es bereits kleine Veränderungen im Alltag, die dazu beitragen können, das Wohlbefinden eines allergischen Hundes zu verbessern.


Leidet Ihr Hund unter einer Hausstaubmilbenallergie oder bestehen zusätzlich weitere gesundheitliche Herausforderungen? Im Rahmen meiner Ernährungsberatung unterstütze ich Sie dabei, die individuelle Situation Ihres Hundes besser zu verstehen und daraus passende, nachvollziehbare Fütterungsentscheidungen abzuleiten.



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