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Atherome beim Hund: Kann die Fütterung etwas dagegen bewirken?

Autorenbild: Sandra Orkunt
Sandra Orkunt
18. Okt.
9 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 19. Okt.

Wenn ein Hund immer wieder unter Atheromen, sogenannten Grützbeuteln der Haut leidet, liegt die Frage nach dem Futter nahe. Fehlt ihm ein Nährstoff? Ist das Futter zu fett? Oder könnte vielleicht eine andere Fütterung verhindern, dass neue Knoten entstehen?

Eine besondere „Atherom-Diät“ gibt es leider nicht – dies gleich vorweg! Eine Futterumstellung lässt bestehende Zysten normalerweise leider auch nicht verschwinden. Trotzdem kann die Ernährung einen sinnvollen Beitrag leisten, wenn die Haut insgesamt Unterstützung braucht (wie beispielsweise in der Zeit des Fellwechsels). Es lohnt sich daher, genauer zwischen der Zyste selbst und dem Zustand der übrigen Haut zu unterscheiden.


Ein kurzhaariger Hund mit mehreren, freigeschorenen Atheromen (Grützbeuteln)
Atherome beim Hund sind belastend, da man sie häufig nur operativ endgültig los wird.

Was steckt in einem Atherom?

Der Inhalt der Zyste ist eine weiße bis gelbliche, krümelige oder breiige Masse, die oft unangenehm riecht: sie besteht aus Keratin, Talg oder einer Mischung aus beidem.

Tiermedizinisch wird unterschieden zwischen:

  • Follikelzysten, deren Inhalt vor allem aus Keratin besteht, also Hornmaterial.

  • Talgdrüsenzysten, die mit Talg gefüllt sind.

Die Begriffe werden nicht immer einheitlich verwendet. Auch die übliche Erklärung von einer „verstopften Talgdrüse“ etwas zu einfach. Eine Zyste kann sich nach dem Entleeren nämlich wieder füllen und zwar solange, wie die Zystenwand als Entstehungsort des Keratins erhalten bleibt. Dort kommt es immer weiter zum Abschilfern von Keratin oder zur Abgabe von Talg ins Innere. Genau aus diesem Grund werden Atherome oft operative entfernt, in dem die gesamte Zyste entnommen wird.

Das ist natürlich besonders belastend, wenn der Hund zu vielen Zysten neigt und sich diese häufig entzünden. Niemand möchte seinem Hund eine regelmässige operative Entfernung zumuten. Ob Beobachten genügt oder eine Behandlung sinnvoll ist, hängt unter anderem davon ab, ob die Stelle wächst, sich entzündet, aufbricht oder den Hund stört. Ein neuer Hautknoten sollte immer auch zunächst tierärztlich eingeordnet werden.


Für die Fütterung ist entscheidend, dass sich eine solche Zyste nicht durch ein zusätzliches Mineralpulver, ein anderes Öl im Futter oder eine Kräutermischung einfach auflösen lässt. Die Ernährung kann aber die Voraussetzungen verbessern, unter denen die übrige Haut ihre Aufgaben erfüllt.


Grützbeutel bei Hunden: Spielen Rasse und Fellstruktur eine Rolle?

Manche Hunde neigen aufgrund ihrer Veranlagung, also genetisch bedingt, stärker zur Bildung von Hautzysten. Zu den häufiger genannten Rassen gehören Pudel, Schnauzer und Spaniels; auch bei Boxern, Shih Tzus und Basset Hounds werden follikuläre Zysten / Atherome gehäuft beschrieben. Sie können jedoch bei jeder Rasse und bei Mischlingen sowie bei Hunden jeden Alters auftreten.

Die sichtbare Fellstruktur wie lockig, glatt, gewellt, kurz oder lang allein erklärt die Neigung dagegen nicht und so ist die Aussage „Die Locken des Pudels verstopfen die Haarbälge“ zu einfach. Eine rassebedingte Neigung zur Bildung der Grützbeutel kann auch bei guter Fütterung und sorgfältiger Hautpflege bestehen bleiben.

Gegen die Genetik ist nur schwer anzukommen, aber die Hautfunktion können wir trotzdem gut unterstützen. Schauen wir gleich einmal, wie genau!


Fellpflege ist für alle Hunde wichtig.
An mangelnder Fellpflege liegt es nicht, dass ein Hund Atherome bildet. Oft spielt die Genetik eine Rolle.

Was bedeutet Unterstützung des Hautstoffwechsels eigentlich?

Die Haut ist ein sehr großes Organ, dass sich ständig erneuert und gleichzeitig verhindern muss, dass zu viel Feuchtigkeit nach außen verloren geht oder Keime oder Allergene in den Organismus eindringen. Dazu braucht die Haut gut ausgebildete Hautzellen und eine passende Zusammensetzung der Fette zwischen den Hornzellen – anders ausgedrückt eine gesunde, stabile Hautbarriere.

Ist dieser Schutz beeinträchtigt, kann die Haut insgesamt trockener, empfindlicher und reizbarer werden. Kratzen und Lecken belasten sie dann zusätzlich. Eine abgestimmte Fütterung liefert die passenden Baustoffe für die Erneuerung der Hautzellen und kann bei entzündlichen Problemen auch die Bildung bestimmter Botenstoffe beeinflussen. Darin liegen die begleitenden Ansatzpunkte, wenn man die Ernährung bei Hautproblemen mit einbeziehen möchte.

Wenn neben Atheromen auch stumpfes Fell, Schuppen, Juckreiz oder Verdauungsbeschwerden auffallen, lohnt sich deshalb eine Rationsprüfung besonders. Ein Hund mit gesunder Haut und einer ausgewogenen Fütterung braucht wegen eines einzelnen Atheroms jedoch meist keinen grundlegenden Futterwechsel.


Im Folgenden habe ich einige interessante Futtermittel bzw. Inhaltsstoffe bezüglich ihres möglichen Einflusses auf den Hautstoffwechsel von Hunden einmal genauer unter die Lupe genommen:


  • Entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren

  • die lebensnotwendige Linolsäure

  • das Spurenelement Zink

  • das B-Vitamin B7 (Biotin) und

  • die Vitamine A und E


Der Beitrag enthält einige unbezahlte Produktnennungen. Die Auswahl erfolgt unabhängig; ich erhalte für die Nennung und Verlinkung keine Vergütung oder sonstige Gegenleistung.


Omega 3 aus Algenöl: Einfluss auf Entzündungsprozesse

Die langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA werden in Zellmembranen eingebaut. Aus ihnen entstehen außerdem Stoffe, die an der Regulation und dem Abklingen von Entzündungsreaktionen beteiligt sind. Damit verändern sie einen Teil der Bedingungen, unter denen entzündliche Hautreaktionen ablaufen.

Bei einem Hund mit zusätzlichem Juckreiz oder entzündlicher Haut kann eine passende Versorgung deshalb interessant sein. Untersuchungen bei atopischen Hunden zeigen einen begleitenden Nutzen bestimmter Fettsäurepräparate. Veränderungen entwickeln sich über Wochen; eine solche Ergänzung ist kein Mittel für die schnelle Behandlung einer akut entzündeten Stelle.

Lachs- und Algenöl sind mögliche Quellen und liefern die langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA. EPA beeinflusst die Bildung entzündungsbezogener Botenstoffe und ist deshalb bei entzündlichen Hautproblemen besonders interessant. DHA ist ein wichtiger Bestandteil der Zellmembranen und unterstützt deren Funktion. Aus beiden Fettsäuren kann der Körper außerdem Stoffe bilden, die am geregelten Abklingen von Entzündungen beteiligt sind.

Ich bevorzuge Algenöl, weil es diese Fettsäuren direkt aus ihrer ursprünglichen Quelle liefert: Mikroalgen und vorallem auch aus Tierschutzgründen. In der kommerziellen Lachszucht bestehen erhebliche Missstände: Erkrankungen, Parasitenbefall und Verletzungen durch Entlausungsbehandlungen verursachen großes Tierleid. Berichte des norwegischen Veterinärinstituts dokumentieren diese Probleme und hohe Verluste in den Zuchtbeständen. Für mich ist das ein wichtiger Grund, eine Omega-3-Quelle zu wählen, die ohne Fischzucht auskommt.

Auch die Vorstellung vom automatisch „reinen Naturprodukt“ Lachsöl greift heutzutage zu kurz. Fettlösliche Dioxine und PCB können in Fischöle gelangen. Wie gering die Belastung eines fertigen Produkts ist, hängt unter anderem vom Ausgangsmaterial, der Reinigung und den Qualitätskontrollen ab. Die Aufschrift „100 % Lachsöl“ beschreibt die Zusammensetzung, garantiert aber keine Schadstofffreiheit.


Ich achte auf nachvollziehbare Analysen und eine transparente Herstellung – auch bei Algenöl. Manche liefern überwiegend DHA; für die begleitende Unterstützung entzündlicher Haut sollte aber vorallem auch die EPA-Versorgung berücksichtigt werden. Die Angabe „Omega 3“ allein reicht deshalb zur Beurteilung nicht aus. Die passende Menge richtet sich nach der gesamten Ration und danach, wie gut der Hund zusätzliche Fette verträgt.

Algenöle sind teurer als Lachs-/Fischöle – allerdings braucht man auch sehr wenig davon.


Algenöle für Hunde bieten beispielsweise BARF Kultur, REAVET, AniForte oder foten an.

Achtung: Viele Algenöl-Präparate, die die menschliche Ernährung ergänzen sollen, sind für Hunde nicht geeignet! Bei der Auswahl lohnt sich ein Blick auf den konkreten EPA- und DHA-Gehalt sowie auf weitere zugesetzte Öle oder Vitamine.

Linolsäure: Damit die Haut Feuchtigkeit halten kann

Linolsäure gehört zu den Omega-6-Fettsäuren und wird für bestimmte Hautlipide benötigt. Diese Fette tragen dazu bei, die Zwischenräume der Hornzellen abzudichten. So verliert die Haut weniger Wasser und kann ihre Schutzfunktion besser erfüllen.

Das ist besonders bei trockener, schuppiger Haut ein wichtiger Zusammenhang.

In einer Hundestudie verbesserte eine Ergänzung mit Zink und Linolsäure unter anderem Fellmerkmale; unter Zink allein oder in Kombination nahm auch der Wasserverlust über die Haut ab. Das macht die Versorgung für die Hautgesundheit interessant, ohne daraus eine Wirkung auf die Zystenbildung ableiten zu können.


Ein gutes, hochwertiges Sonnenblumenöl oder Distelöl ist eine hervorragende Linolsäure-Quelle. Leider sind diese Öle bei Hundehaltern oft unbeliebt. Warum? Weil sie in der menschlichen Ernährung als eher nicht empfehlenswert gelten, da wir insgesamt zu viel Omega-6-Fettsäuren durch Fertignahrung zu uns nehmen.

Omega-6 ist jedoch keineswegs grundsätzlich ungünstig, nur weil häufig die entzündungsregulierenden Eigenschaften von Omega-3 im Vordergrund stehen. Beide Fettsäuregruppen haben unterschiedliche Aufgaben und müssen im richtigen Verhältnis zueinander in der Nahrung und so auch im Hundefutter vorhanden sein.

Merken kann man sich: Bei allen pflanzlichen Ölen ist eine abwechselnde Gabe zu empfehlen, um die Vorzüge der unterschiedlichen Fettsäuren und wertvollen Fettbegleitstoffe nutzen zu können.


Hochwertige Pflanzenöle dürfen unsere Nahrung und das Futter unserer Hunde also gerne regelmässig ergänzen. Es lohnt sich, dabei in Frische und Qualität zu investieren und falls man nicht alles gleich verbraucht (Flaschen nie zu lange offen stehen lassen, schnell verbrauchen!) kann man Öle ohne Qualitätsverlust gut einfrieren.

Schauen Sie doch einmal bei lokalen Manufakturen oder Ölmühlen vorbei!



Zink: Für die Entwicklung und Erneuerung der Hautzellen

Zink ist ein wichtiges Spurenelement und wird für zahlreiche Enzyme, die Zellteilung und eine geordnete Verhornung der Haut benötigt. Auch die Reparatur geschädigten Gewebes nach Verletzungen ist auf eine ausreichende Versorgung angewiesen. Fehlt Zink, können unter anderem schuppige, verdickte oder schlecht heilende Hautveränderungen auftreten. Langhaarige Hunde oder solche mit besonders viel Fell können während des Fellwechsels einen höheren Zink-Bedarf haben.

Dabei zählt nicht nur, wie viel Zink auf dem Papier (oder in der Berechnungssoftware) im Futter steckt, sondern auch seine Verfügbarkeit und die Zusammensetzung der Ration beeinflussen, wie gut der Hund mit dem Spurenlement versorgt wird. Bei viel Getreide, Kleie oder Hülsenfrüchten im Futter ist die Aufnahmefähigkeit von Zink durch darin enthaltene Phytinsäure u. U. beeinträchtigt und auch viel Kalzium oder Kupfer in der Ration kann einen Einfluss haben. Bei selbst zusammengestellten Mahlzeiten ist deshalb eine Berechnung und fachliche Einordnung hilfreicher als die Vermutung, die Ration werde schon genug liefern.

Hunde, die an einer Funktionsstörung des Pankreas leiden, sind ebenfalls gefährdet, zu wenig Zink zur Verfügung zu haben.

Zink liefern unter anderem Rindfleisch und Lammfleisch. Aber auch Haferflocken und fein gemahlene Kürbiskerne tragen zur Versorgung bei.


Wichtig: Ein Atherom zeigt keinen Zinkmangel an. Ergänzt werden sollte entsprechend dem Bedarf und der vorhandenen Versorgung. Dauerhaft hohe Zinkgaben können die Aufnahme anderer Spurenelemente, insbesondere Kupfer, beeinträchtigen – viel hilft auch hier nicht viel!


Biotin: Ein Helfer im Zellstoffwechsel

Biotin ist ein B-Vitamin und unterstützt Enzyme, die unter anderem am Aufbau von Fettsäuren und an der Verarbeitung von Nährstoffen beteiligt sind. Diese Vorgänge sind auch für Haut und Haarbildung wichtig. Biotin ist deshalb ein häufiger Bestandteil von Haut- und Fellpräparaten: es ist an der Bildung von Keratin beteiligt, der Grundsubstanz von Hautzellen, Haaren/Fell und Krallen.

Seine Rolle wird verständlicher, wenn man die Haut als ständig aktives Gewebe betrachtet: Neue Zellen entstehen, Fette werden aufgebaut und Haare wachsen. Dafür müssen die beteiligten Stoffwechselvorgänge reibungslos funktionieren.

Trotz dieser Wichtigkeit ist ein konkreter Bedarf in der Fachliteratur nicht beschrieben, da Biotin enteral, d.h. über bzw. im Darm selbst synthetisiert und genutzt wird. Wohl aber die Konsequenzen eines Mangels: Spödes, trockenes Fell, Verschorfung der Haut, Verhornungsstörungen, Schuppenbildung und Verdickung der Haut sowie Juckreiz.

Natürliche Biotinquellen sind beispielsweise Eigelb und Rinderleber. Auch ein vollständig gegartes Ei lässt sich in die Ration einplanen: Durch das Erhitzen wird das biotinbindende Avidin im Eiklar inaktiviert. Leber liefert besonders viel Biotin; ihre Menge wird zugleich wegen des hohen Vitamin-A-Gehalts auf die gesamte Fütterung abgestimmt.


Biotin ist ein Inhaltsstoff des Eigelbs.
Eigelb ist eine natürliche Quelle von Biotin und wird von vielen Hunden gerne angenommen.


Vitamin A und E: Verhornung und Schutz der Zellmembranen

Vitamin A beeinflusst, wie sich Hautzellen entwickeln und ausreifen und ist damit für eine geordnete Verhornung wichtig. Hunde erhalten Vitamin A vor allem aus tierischen Quellen wie Leber und Eiern und können wie wir das in grünen (!) Pflanzen, Möhren, Kürbis und Süßkartoffeln und vielen anderen Gemüsen und Früchten enthaltene Beta-Carotin in Vitamin A umwandeln.

Aus diesem Zusammenhang folgt allerdings keine Empfehlung, bei Hautknoten mehr Vitamin A zu geben, denn das fettlösliche Vitamin kann in Überschuss selbst gesundheitliche Probleme verursachen.

Vitamin E ist ebenfalls fettlöslich und schützt fetthaltige Zellstrukturen vor oxidativen Schäden. Solche Schäden können entstehen, wenn besonders reaktionsfreudige Sauerstoffverbindungen auf Bestandteile der Zelle treffen. Werden zusätzliche mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie die oben genannten Omega-3-Fettsäuren gefüttert, gehört deshalb auch die Vitamin-E-Versorgung in die Betrachtung der gesamten Ration. Besonders Weizenkeimöl aber auch wieder das Sonnenblumenkernöl sind besonders Vitamin E-reiche Pflanzenöle.


Kräuter zur Unterstützung der Haut

Eine fertige Mischung für die begleitende Unterstützung von Haut und Fell sind beispielsweise die „Haut & Fell Kräuter No. 1“ von der Krauterie. Sie enthält Stiefmütterchenkraut, Brennessel, Birke, Spitzwegerich, Mariendistel, Schwarzkümmel, Löwenzahnwurzel (Stand: 31.01.2022)

Stiefmütterchenkraut ist traditionell für seine Anwendung bei fettiger, schuppender Haut bekannt. Brennnessel und Birke unterstützen die Harnausscheidung; Brennnessel bringt zusätzlich entzündungsbezogene Eigenschaften mit. Spitzwegerich enthält Schleimstoffe, die gereizte Schleimhäute schützen können. Mariendistel ist für ihre leberzellschützenden Eigenschaften bekannt, während die Bitterstoffe der Löwenzahnwurzel Verdauung und Gallefluss unterstützen können. Schwarzkümmel ergänzt die Mischung mit Inhaltsstoffen, deren antioxidative und entzündungsregulierende Eigenschaften untersucht werden. Wenn die Zusammensetzung zum Hund und seinen Begleitbeschwerden passt, ist eine zeitlich begrenzte (max. 6 Wochen), unterstützende Fütterung einen Versuch wert.

Die Kräuter werden als abgekühlter Sud einfach ins Nassfutter oder angefuchtete Trockenfutter gegeben.


Weitere Ergänzungen bei zusätzlichen Hautbeschwerden

Nachtkerzen- und Borretschsamenöl liefern Gamma-Linolensäure. Aus ihr kann der Körper weitere Fettsäuren und entzündungsbezogene Botenstoffe bilden. Ölkombinationen mit solchen Fettsäuren werden auch bei atopischen Hunden oft angewendet und wurden in Studien untersucht. Sie sind eine mögliche Ergänzung bei entsprechenden Hautproblemen, aber kein notwendiger Bestandteil jeder Ration. Man setzt sie als funktionelle Öle eher kurmässig ein.

Auch Präparate zur sogenannten "Darmsanierung" werden häufig mit Hautgesundheit verbunden. Bestimmte Bakterienstämme können dabei tatsächlich über ihre Stoffwechselprodukte und den Kontakt mit dem Immunsystem Einfluss auf die Darm-Haut-Achse nehmen. Das bedeutet jedoch nicht, dass jedes Probiotikum dieselbe Wirkung hat. Bei zusätzlicher Verdauungsproblematik kann eine gezielte Auswahl sinnvoll sein; Atherome allein begründen keine pauschale „Darmsanierung“.


Bei begleitendem Juckreiz wird außerdem Palmitoylethanolamid, kurz PEA, eingesetzt. Dieses körpereigene fettähnliche Molekül ist an der Regulation von Entzündung und Juckreiz beteiligt. Eine offene Untersuchung bei atopischen Hunden beschrieb Verbesserungen der Beschwerden. Auch hier richtet sich die Auswahl nach dem zusätzlichen Hautproblem.


Was kann eine Ernährungsberatung bei Atheromen beim Hund konkret klären?

Eine Rationsprüfung im Rahmen einer Ernährungsberatung zeigt, ob die tägliche Fütterung die nötigen Baustoffe liefert und ob vorhandene Ergänzungen zueinander passen. Dabei werden auch Leckerchen, Kauartikel und bereits verwendete Hautpräparate berücksichtigt. So kann ich besser unterscheiden, ob eine Versorgungslücke besteht, eine gezielte Ergänzung infrage kommt oder die Fütterung bereits gut aufgestellt ist.


Im ergänzenden Beitrag "Den Hautstoffwechsel beim Hund naturheilkundlich unterstützen" (folgt demnächst) geht es um weitere Kräuter, Vitalpilze und andere naturheilkundliche Ansätze und darum, was sich hinter Begriffen wie Hautstoffwechsel, Leberunterstützung und Lymphanregung verbirgt.

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