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Flavonoide beim Hund – Wirkung und Bedeutung

  • Autorenbild: Sandra Orkunt
    Sandra Orkunt
  • 28. Okt. 2021
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 5. Apr.

Flavonoide tauchen häufig im Zusammenhang mit pflanzlichen Bestandteilen, Ergänzungen oder funktionellen Futtermitteln auf. Sie gelten als antioxidativ, entzündungshemmend oder gefäßschützend – und damit als grundsätzlich „gesund“.

Diese Einordnung greift jedoch oft zu kurz.

Flavonoide sind keine einzelnen Wirkstoffe, sondern eine große Gruppe unterschiedlicher Verbindungen, die in Pflanzen vielfältige Funktionen erfüllen. Entsprechend unterschiedlich kann auch ihre Wirkung im Körper ausfallen.

Entscheidend ist daher weniger, dass Flavonoide enthalten sind, sondern in welchem Zusammenhang sie aufgenommen werden.

In einer ausgewogenen, pflanzenbasierten Fütterung sind sie automatisch Bestandteil der Ration. Ihre Wirkung entsteht hier nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit anderen Inhaltsstoffen.

Anders verhält es sich, wenn gezielt mit flavonoidreichen Ergänzungen gearbeitet wird. Hier stellt sich die Frage, welches Ziel verfolgt wird – und ob die zugrunde liegende Situation überhaupt auf diese Weise beeinflusst werden kann.

Gerade bei chronischen oder komplexen Erkrankungen zeigt sich häufig, dass einzelne Stoffgruppen überschätzt werden, während grundlegende Zusammenhänge unberücksichtigt bleiben.

Flavonoide können sinnvoll sein – aber nicht als alleinige Lösung, sondern immer im Kontext der gesamten Fütterung und der individuellen Situation des Hundes.


Was sind Flavonoide?

Flavonoide sind organische Verbindungen pflanzlichen Ursprungs. Sie kommen vor allem als Bestandteile von Blütenfarbstoffen ("flavus", lat. = gelb) und Früchten vor. Tiere können keine Flavonoide bilden. Die ca. 8.000 bekannten Flavonoide verfügen mit Phenolen und Flavonole sowie aromatischen Verbindungen über eine gemeinsame Grundstruktur. Die Flavonoide wurden in den 1930er Jahren entdeckt und sicherlich werden in den nächsten Jahren noch einige dazu kommen.

Zu den Flavonoiden gehören

  • Aurone

  • Anthocyanidine

  • Chalkone

  • Flavone

  • Flavonole

  • Flavanole (Flavene)

  • Isoflavone

  • Proanthocyanidine





Flavonoide gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen und werden auch Phytamine genannt.


Vorkommen

Flavonoide sind unter anderem enthalten in Äpfeln, Birnen, Trauben, Kirschen, Pflaumen, Beeren, Zwiebeln, Brokkoli und Grünkohl, Auberginen, Soja und schwarzem und grünem Tee (1). Viele Heilpflanzen, wie die Arnika, enthalten große Mengen an Flavonoiden.

Bekannte Flavonoide sind(2):

  • Quercetin: in Ringelblumen, Brokkoli, Zwiebeln, roten Trauben und Beeren

  • Sylibin: in Mariendisteln

  • Genistein: in Soja und Rotklee

  • Hypericin und Hyperforin: Johanniskraut

  • Kaempferol: Kiefer, Rosmarin, Holunder, Aloe Vera

  • Luteolin: Karotte, Sellerie, Artischocke, Petersilie

  • Apigenin: in Kamille, Henna, Schafgarbe

  • Catechin: verschiedene Tees, Beeren, Birne

  • Malvidin: Heidelbeeren, Trauben und Pflaumen


Wirkung

Unter den zahlreichen Wirkungen von Flavonoiden, die in Versuchen nachgewiesen wurden, sind die wichtigsten:

  • antiallergische und antiphlogistische Wirkung

  • antivirale und antimikrobielle Wirkung

  • antioxidative Wirkung (Radikalenfänger)

  • antiproliferative und antikanzerogene Wirkung


Flavonoide wirken über mehrere Wirkungsmechanismen. Im Vordergrund stehen dabei

  • die Interaktion mit DNA und Enzymen, die Aktivierung von Zellen

  • ihre Eigenschaft als Radikalfänger sowie

  • die Beeinflussung von Signalübertragungswegen in den Zellen.


Flavonoide hemmen bestimmte Enzyme im Körper. Sie aktivieren verschiedenste Zelltypen des Immunsystems. Die beiden letzten Eigenschaften sind etwa für die entzündungshemmende Wirkung von Flavonoiden verantwortlich.


Flavonoide als Ergänzungen der Fütterung für Hunde

Viele Nahrungsergänzungsmitteln aus Heilpflanzen enthalten Flavonoide, bspw.

  • Gerstengrasprodukte zur Entsäuerung

  • Granatapfelkerne /-extrakte als Futterzusatz

  • Mariendistelextrakte zur Leberentgiftung und zum Leberschutz

  • Weißdornblätter- und Weißdornblütenextrakte zur Herz-Kreislauf-Stärkung

  • Teufelskrallen-Produkte u.v.m.



Quellen:

Thaler Rizzolli, Sigrid: Kräuterwirkstoffe – Die wichtigsten Inhaltsstoffe und ihre Anwendungen, 1. Auflage, 2024


Einzelnachweise

(2) https://www.kraeuterhaus.de/blog/flavonoide/ abgerufen am 29. März 2022.

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