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Bandwürmer beim Hund

Aktualisiert: 30. Juni

Von Fuchsbandwurm, Hundebandwurm und Gurkenkernbandwürmern


Wenn du vermutest, dass dein Hund möglicherweise von einem Bandwurmbefall betroffen ist, solltest du aufmerksam auf verschiedene Symptome achten. Bandwürmer können bei Hunden unterschiedliche Reaktionen hervorrufen, abhängig von der Art des Bandwurms und dem Schweregrad des Befalls. Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, stumpfes Fell, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen können Anzeichen einer Infektion sein. In schweren Fällen kann dein Hund auch eine vergrößerte Bauchregion aufweisen oder anämisch werden.


In diesem Beitrag stelle ich dir die drei häufigsten Bandwürmer – den Cestoden – bei Hunden vor.


Kleiner Fuchs auf einem Waldweg
Fuchsbandwurm: Risiken für Hunde und Menschen im Blick behalten!


Der Fuchsbandwurm – Echinococcus multilocularis


Der Fuchsbandwurm befällt am häufigsten den Rotfuchs, seltener Marder und Dachse und andere Fleischfresser wie Hunde und Katzen, wobei letztere am wenigsten anfällig sind. Zwischen- und Fehlwirte sind ebenfalls Hunde und Katzen, Mäuse und andere Nager und ab und zu leider auch wir Menschen.

Eine Infektion mit Hunde- oder Fuchsbandwurm heißt Echinokokkose. Viele Menschen haben geradezu panische Angst, sich beim Pflücken von Beeren und dem Verzehr von Wildkräutern mit den Parasiten anzustecken. Doch auch der Hund kann ebenso wie der Mensch an einer sogenannten alveolären Echinokokkose erkranken – als Zwischenwirt – mit genauso verheerenden Folgen.


Vorkommen von Bandwürmern beim Hund

Der Fuchsbandwurm ist in allen mitteleuropäischen Ländern verbreitet, insbesondere in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich und Norditalien. In Deutschland kommt der Fuchsbandwurm vor allem in Regionen vor, in denen viele Füchse heimisch sind, wie beispielsweise in ländlichen Gegenden und Wäldern der Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg.


Lebenszyklus des Fuchsbandwurms

Der Fuchsbandwurm ist ein zwittriger Bandwurm, der im Dünndarm seiner Endwirte parasitiert. Zwittrig bedeutet, dass sie sowohl männliche als auch weibliche Fortpflanzungsorgane in einem Individuum besitzen. Somit können sie sich selbst befruchten können und sind nicht auf einen anderen Partner angewiesen, um sich fortzupflanzen. Dieses Merkmal der Zwittrigkeit ermöglicht es den Bandwürmern, ihre Eier zu produzieren und den Fortpflanzungszyklus ohne eine separate Paarung durchzuführen.


Ausgewachsen ist der Fuchsbandwurm lediglich 2 bis 4 Millimeter lang. Sein Körper ist segmentiert und besteht aus einem Kopf sowie vier bis fünf Gliedern, die Proglottiden genannt werden. Das letzte reife Glied ist mit einer sackförmigen Gebärmutter ausgestattet, die 100 bis 200 Eier enthält. Diese Eier werden mit dem Kot ausgeschieden und sind äußerst widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse. Mit einem Durchmesser von lediglich 0,03 Millimetern sind sie für das bloße Auge nicht erkennbar.

Nur ganz selten gelingt es, diese Proglottiden der erwachsenen Bandwürmer im Hundekot bei einer Kotuntersuchung nachzuweisen, denn die ausgeschiedenen Eier sind nicht von denen anderer Hundebandwürmer zu unterscheiden. Hierzu sind molekularbiologischer Methoden notwendig.


Die Entwicklung vom Ei zum ausgewachsenen Wurm erfolgt beim Fuchsbandwurm über zwei Larvenstadien. Das zweite Larvenstadium, die sogenannte Metacestode, entwickelt sich in einem Zwischenwirt, zum Beispiel in unserem Hund, der die Bandwurmeier mit dem ersten Larvenstadium vorher aus der Umgebung aufgenommen hat.


Ein Fuchs sitzt auf einem mit Moos bewachsenem Baumstamm
Füchse, aber auch Hunde und Katzen können Überträger von Bandwürmern sein

Die gefährliche alveoläre Echinokokkose

Bei der alveolären Echinokokkose handelt es sich um einen Befall mit dem zweiten Larvenstadium (Metazestode) des Fuchsbandwurms.

Dies ist jedoch beim Hund selten, da in die Darmschleimhaut eindringende Onkosphären – so nennt man die auch als Hakenlarven bezeichnete erste Larve der Echten Bandwürmer (Eucestoda) normalerweise nicht in weitere Gewebe einwandern und für gewöhnlich absterben. Vom Menschen weiß man, dass die Inkubationszeit bis zum Auftreten von klinischen Symptomen fünf bis 15 Jahre oder sogar mehr betragen kann, bei Hunden ist die Inkubationszeit jedoch viel geringer, wenn sie doch weiter in das Gewebe wandern und dann vor allem in der Leber und Lunge Zysten ausbilden, die die Funktion der Organe beeinträchtigen können.

Symptome sind aufgeblähte Bäuche, Erbrechen, Husten, Durchfälle, allgemeine Schwäche der Hunde.


Schutzmassnahmen gegen den Fuchsbandwurm

Wenn unsere Hunde in Wäldern umherstreifen, können sie Fuchskot finden und daran schnüffeln. Dieser Kot kann Fuchsbandwurmeier enthalten, die der Hund aufnehmen kann, entweder durch direktes Fressen des Kots oder durch seine Pfoten und Fellkontakt. Manche Hunde wälzen sich auch besonders gerne in Wildlosung. Sobald die Eier im Magen-Darmtrakt des Hundes angekommen sind, können sie sich zu Larven entwickeln und zu einer Infektion führen. Wenn der Hund dann beispielsweise eine Maus frisst, die den Bandwurm trägt, wird er zum Endwirt des Parasiten und scheidet infektiöse Wurmeier aus, ähnlich wie ein Fuchs.

Die Übertragung des Fuchsbandwurms von Hunden auf Menschen kann auch durch engen Kontakt erfolgen. Wenn ein infizierter Hund mit seinem Besitzer kuschelt oder ihn ableckt, kann es zu einer Übertragung von Parasiteneiern kommen, die in der Umgebung des Hundes vorhanden sind. Dies ist ein Risiko, insbesondere in Haushalten mit Hunden, die regelmäßig draußen unterwegs sind.


Es gibt einige effiziente Verhaltensmaßnahmen, damit man eine Infektion mit Fuchsbandwurmeiern bestmöglich vermeiden kann:


  • Lass deinen Hund keine toten Füchse apportieren oder an ihnen schnüffeln.

  • Fasse selbst keine toten Tiere an

  • Lass deinen Hund keine frisch-rohen Innereien, Gedärme und Fleisch fressen.

  • Lass deinen Hund keine Mäuse und andere Nager jagen.

  • Sammel Wildkräuter nicht in möglichen kontaminierten Gebieten

  • Einfrieren hilft nicht gegen Bandwurmübertragung, jedoch kann das Kochen und Trocknen von Beeren und Kräutern die Übertragungsgefahr verringern.

  • Falls sich dein Hund in Kot gewälzt hat, bade in gründlich.

  • Achte, soweit es geht, auf Hygiene beim Kuscheln und Schmusen mit deinem Hund

  • Entwurme dein Tier regelmäßig, insbesondere wenn es häufig im Wald, auf Feldern und Wiesen unterwegs ist


Wenn du Interesse an einer natürlichen Parasitenvorsorge bzw. Entwurmung mit naturheilkundlichen Mitteln hast oder dein Hund beispielsweise immer wieder an Würmer leidet, melde dich gerne bei mir.




Der Hundebandwurm – Echinococcus granulosus


Der erwachsene Hundebandwurm lebt im Dünndarm von Hunden und Katzen. Seine Eier können im Boden auch unter ungünstigen klimatischen Bedingungen monatelang ansteckend bleiben.

Menschen können sich durch die Aufnahme von Hundebandwurm-Eiern aus dem Hundekot, über mit Eiern verunreinigtes Wasser, Gemüse, Salat, Beeren und Fallobst aus Freilandkulturen, Erde oder auch durch Kontakt mit dem Fell infizierter Hunde anstecken – die Ansteckung erfolgt also über die gleichen Wege wie bei einer Ansteckung mit dem Fuchbandwurm.



Bandwürmer und Proglottiden auf einem dunklen Untergrund
Gut sichtbar: die Proglottiden der Bandwürmer

Vorkommen

Der Hundebandwurm ist weltweit verbreitet, aber besonders häufig im Mittelmeergebiet, Österreich und in den Balkanländern. In Nord- und Mitteleuropa ist das Vorkommen eher gering.


Infektionsmöglichkeiten

Rohe Schlachtabfälle, Innereien oder Fleisch bergen die Gefahr einer Ansteckung. Deshalb müssen solche Futterbestandteile entweder vorher gekocht oder mindestens über 3 Tage bei -18°C eingefroren werden. Hunde aus den Balkanländern sind häufig befallen, wenn sie direkten Kontakt zu Schaf- udn Ziegenherden hatten (Fressen von Eingeweiden).


Der Gurkenkernbandwurm – Dipylidium caninum


Dieser Wurm mit dem lustigen Namen ist einer der weltweit am häufigsten vorkommende Wurm bei Hunden und Katzen. Die erwachsenen Gurkenbandwürmer parasitieren im Dünndarm ihrer Wirtstiere und nutzen Flöhe – und ab und zu auch Läuse – als Zwischenwirte in ihrem Vermehrungszyklus. Somit kann der Befall mit Dipylidium caninum am besten durch eine wirksame Floprohylaxe verhindert werden.

Tiere, die sehr stark befallen sind, leiden unter blutig-schleimigen Durchfällen und sogar Krampfanfällen durch toxisch bedingte Störungen in ihrem Zentralnervensystem.


Das Aussehen

Die Proglottiden des Gurkenkernbandwurms ähneln aneinandergereihten Gurkenkernen. Nach der Trockung sehen sie eher aus wie kleine, rötliche Reiskörner.


Labrador in einer Badewanne im Garten, der mit einem Gartenschlauch abgeduscht wird.
"Unter die Dusche" heißt es nach dem Wälzen in Fuchskot!

Symptome des Befalls und Bekämpfung des Gurkenkernbandwurms

Befallene Hunde "fahren Schlitten" durch einen starken Juckreiz am Anus. Die Proglottiden dieser Bandwurmart sind eigenbeweglich und kriechen sogar im Fell des Hundes im Anusbereich herum. Dabei entlassen sie weitere Eipakete.

Wenn der Befall nur gering ist, kann es sein, dass der Hund gar keine Symptome zeigt und der Bandwurmbefall überhaupt nicht bemerkt wird. Bei einer hohen Wurmlast kann es zu blutig-schleimigen Durchfällen und/oder toxisch bedingten Störungen des Nervensystems.

Gurkenkernbandwürmer – Eier und die rötlichen Proglottiden – lassen sich gut im Kot nachweisen. Ist der Hund befallen, kommen Wurmmittel (ob synthetisch oder natürlich) zum Abtöten der Würmer zum Einsatz und eine wirksame Floprophylaxe sollte eine weitere Aufnahme von Flöhen als Überträgern verhindern.


Wenn du Interesse an einer natürlichen Parasitenvorsorge bzw. Entwurmung mit naturheilkundlichen Mitteln hast oder dein Hund beispielsweise immer wieder an Würmer leidet, melde dich gerne bei mir.



Aktuelle Informationen des Robert Koch Instituts

Bandwürmer beim Hund sind unangenehm und teilweise sehr gefährlich. Wenn Bandwürmer Menschen befallen, ist es nicht weniger unangenehm. Zu den häufigsten Wurminfektionen beim Menschen hält das RKI (Robert Koch Institut) aktuelle Ratgeber und Informationen bereit:


Quellen:

abgerufen am 23.04.2024

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